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"Der Rest ist Illusion, Spannung, Überraschung"

SCHWERTE Jedes Jahr kommen Tausende von Besuchern zum Welttheater. Wir haben drei von ihnen gebeten, uns über ihr Welttheater zu schreiben. Aber nicht irgendwelche Leute, sondern Schwerter, die eine Innenansicht auf die Welt der Bühne haben. Hier lesen Sie, wie Ex-Staatstheater-Intendant Moritz Riesewieck das Festival erlebt hat.

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"Der Rest ist Illusion, Spannung, Überraschung"

Moritz Riesewieck

Vorm Eingang zum „Luna Park“ drängen sich die Menschen. Entgegen aller Vernunft. Wer stellt sich schon für eine „gaanze grooße Attraktion“ eine Stunde an, wenn der Spaß gerade mal „1 Minute und 36 Sekunden“ dauern soll! Vielleicht ist es der Nachahmungstrieb, der auch mich in die Schlange treibt. Vielleicht das „riesige Risiko“, vor dem ein Cousin von Rudi Carrell am Eingang warnt. Wahrscheinlich aber ist es das Prusten und Kopfschütteln, mit dem die Leute aus dem Kasten steigen. Fassungslos, größtmögliches Kompliment.

Kosten darf alles nichts

Und so werden wir alle zu Kindern, wir Neugierigen, wir Unvernünftigen, wir Piloten des Autoskooters. Den Reifen umgelegt, den zweiten Reifen zum Lenken in der Hand, Antenne an die Decke. Der Rest ist Illusion. Spannung,Überraschung. Meisterhaft. Nur kosten darf all das nichts. Nicht mal 50 Cent. Sonst ist sie verletzlich, die Kunst, die De Stijle Want an uns Wartenden zur Perfektion getrieben hat: Die Verbrüderung aller als Zweifelnde, Hoffende, Suchende.

Hochleistung auf allen Kanälen

Außerhalb der Kirmesbude tobt der Zirkus! Das erinnert an Kindheit, ist aber erwachsen. Hochleistung auf allen Kanälen. Dabei will ich gerade jetzt Kind sein, will mich in Traumbildern verlieren, auf einem weißen Schiff durch die Stadt segeln oder märchenhafte Gestalten vor dem Nachthimmel bestaunen. Vielleicht darf ich das nächstes Jahr wieder. Diesmal bleibt schlicht Bewunderung. Für die Trapezkünstler, Seiltänzer, Jongleure. Und für die vielen Macher im vielleicht schönsten Zirkus der Welt.

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