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E-Zigaretten-Händler an der Mährstraße schließt

Leerstand

Zum Monatsende gibt René Emmerich (35) auf: Er schließt seinen Laden für E-Zigratten an der Mährstraße. In die Knie gezwungen hat ihn nicht nur die Internet- Konkurrenz. Er bennennt auch ganz lokale Gründe.

Schwerte

von Said Rezek

, 13.07.2018
E-Zigaretten-Händler an der Mährstraße schließt

René Emmerich schließt sein Geschäft ReNic Dampf an der Mährstraße. © Foto: Manuela Schwerte

Noch verkauft er elektrische Zigaretten, Flüssigkeiten und weiteres Zubehör.

An diesem Morgen führt er ein Verkaufsgespräch mit dem 25-jährigen Tim über die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Flüssigkeit, mit der die elektrische Zigarette befüllt wird. Das Angebot ist groß. Angefangen von Wassermelone, Iceburry, Zitrone über Joghurt und Apfel bis hin zu Blaubeere und Honig reicht es. Emmerich stellt die Sorten vor.

Genau diesen Service weiß der Kunde zu schätzen: „Für eine ehrliche Beratung und Bedienung bin ich bereit, mehr auszugeben als im Internet.“ Diese Einstellung ist laut dem Ladeninhaber selten. Die Kunden im Laden würden tendenziell immer älter und möchten immer weniger zahlen.

Bequemer und günstiger

Laut Emmerich bestellen die Jüngeren ihre Produkte zunehmend im Internet, weil es bequemer und wesentlich günstiger ist. Vor allem die seiner Ansicht nach qualitativ schlechtere Ware aus China werde da angeboten. Darunter leide sein Geschäft, und das habe nicht zuletzt zur Schließung geführt. Er verkaufe hingegen ausschließlich europäische Qualitätsprodukte, insbesondere aus Deutschland. „Da weiß man auch, was drin ist.“ René Emmerich eröffnete seinen Laden im März 2014 aus Überzeugung für sein Produkt. Nachdem er 18 Jahre lang Tabak konsumiert hatte, war er auf die E-Zigarette umgestiegen. Die sei ja laut vieler Studien weniger schädlich als der Glimmstängel. Er war von dem Produkt derart überzeugt, dass er sich damit selbstständig gemacht hat.

Zuerst lief es gut

„In der Anfangsphase lief es auch gut, bis immer mehr Geschäfte in Schwerte die gleichen Produkte verkauften“, erzählt er. Neben der Konkurrenz kam dann auch der Umbau des Bahnhofs und der Bahnhofstraße hinzu. Da viele seiner Kunden aus Hagen, Iserlohn und Unna kommen, habe sein Geschäft noch stärker gelitten. Der Umbau des Bahnhofs war aus seiner Sicht zwar nötig. „Aber schwierig finde ich, wie lange es gedauert hat“, sagt er. Außerdem habe er das Gefühl, die Innenstadt werde immer schwächer besucht.

Das die Geschäfte zumindest schwieriger werden, zeichnet sich auch an anderen leer stehenden Ladenlokalen insbesondere an der südlichen Mährstraße ab.

Ungewisse Zukunft

Tim hat sich mittlerweile für die Geschmacksrichtung Iceburry entschieden. Nebenbei haben sichdie Männer ein wenig über Privates unterhalten. „Wenn das Geschäft hier schließt, werde ich wahrscheinlich im Internet einkaufen“, sagt der Kunde. Wie es persönlich weiter geht, weiß René Emmerich noch nicht. „Aber die Selbstständigkeit war eine wichtige Erfahrung.“