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Entführer lieben Einkaufswagen

SCHWERTE An die Kette legen lässt Peter Hruby an jedem Feierabend die 90 Einkaufswagen seiner Fruchtbörse. Mit gutem Grund: Die rollenden Körbe werden immer häufiger zum Entführungsopfer.

Entführer lieben Einkaufswagen

An die Kette legt Jürgen Hruby bei Geschäftsschluss die Einkaufswagen der Fruchtbörse Limberg.

„Die Ein-Euro-Pfandmünze oder der Chip interessieren die Leute nicht“, ärgert sich der 29-Jährige. Die Wagen werden vom Gelände geschoben und irgendwo in der Landschaft zurückgelassen. Mal herrenlos in Siedlungsstraßen, mal an der Ruhr oder gar am Fuß des Bahndamms. Für den Händler kein Pappenstiel. Denn mit jedem Verlust kann er 300 Euro in den Wind schreiben.

Hannig: Ein durchlaufender Posten

„Das ist ein durchlaufender Posten“, verbucht Rewe-Händler Wolfgang Hannig den regelmäßigen Schwund der rollenden Körbe: „Das muss man alle paar Jahre auffüllen.“ Erst vor zwei Jahren habe er 25 Stück neu angeschafft. Anketten lässt er seine 65 Wagen auch aus einem anderen Grund: „Sonst fahren die Kiddys damit Rallyes auf dem Parkplatz.“

Diesen sollten – so Hruby – die Kunden eigentlich nicht ohne weiteres mit dem Einkaufswagen verlassen. Klar, mit Rücksprache sei das möglich. Etwa, wenn der Käufer über kein Auto verfügt. Dann aber sollte er vorher mit dem Händler Rücksprache nehmen. „Das kommt aber selten vor“, weiß der Fruchtbörse-Inhaber. „Normal sollte man eine Elektronik einbauen, damit die Räder nach einem gewissen Umkreis stehen bleiben“, wünscht er sich.

Parkhaus ist ein Dauerbrenner

Hannig schickt sogar seine Mitarbeiter als Fahnder nach den eisernen Entführungsopfern aus. Oft erhalte er einen Tipp: „Unser Dauerbrenner ist das Parkhaus am Markt.“ Freiwillig zurückgebracht wurden bei Nacht und Nebel sogar fünf Wagen auf den Parkplatz der Fruchtbörse. „Sie waren aber nicht mehr brauchbar“, bedauert Hruby. Vermutlich hatten sie vorher längere Zeit in einem Garten verbracht, weil sie mit Laub gefüllt waren.

Verschont vom Einkaufswagen-Klau bleibt dagegen das Kaufland an der Hörder Straße. „Ich vermisse auf jeden Fall keine“, berichtet Marktleiter Dietmar Mai: „Vermutlich, weil wir so ein bisschen außerhalb liegen.“ Auf Plastikkörbchen – ebenfalls ein beliebter Artikel für die illegale Mitnahme – verzichtet er ohnehin. Denn die verschwinden oft noch schneller als der Händler gucken kann. „Davon sind schon zigtausend weg“, klagt Hannig: „Eigentlich müsste jeder Schwerter schon einen haben.“

 

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