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Grabung nach der Stadtmauer

SCHWERTE Verbergen sich Reste der ehemaligen Stadtmauer unter dem früheren Kinderspielplatz an der Ecke Nordwall/Nordstraße? Dieser Frage soll eine Suchgrabung auf den Grund gehen.

Grabung nach der Stadtmauer

Museumsleiter John Loftus begleitet als Archäologe die Grabung auf dem Grundstück an der Ecke Nordwall/Nordstraße.

Das wünscht das zuständige Westfälische Museum für Archäologie in Olpe. Die Bodendenkmalpfleger hatten Wind davon bekommen, dass die Stadt das geschichtsträchtige Grundstück seit anderthalb Jahren zum Verkauf anbietet. Bevor die 588 qm große Altstadtbrache neu bebaut wird, sollen mögliche Spuren dokumentiert werden.

Häuser lehnten sich an Stadtmauer an

„Es war vor 500 Jahren durchaus möglich, dass die Häuser an die Innenseite der Stadtmauer angelehnt waren“, berichtet Museumsleiter John Loftus, der als gelernter Archäologe gern seine Hilfe angeboten hat. Nachbarn erinnern sich daran, dass auf der Fläche noch bis in die 50-er Jahre hinein ein mehrstöckiges Wohnhaus stand.

Loftus hoftt auf  interessante Kleinfunde

Die mittelalterliche Stadtbefestigung, von der bislang nirgendwo in Schwerte sichtbare Reste entdeckt worden sind, zog sich im fraglichen Abschnitt den Nordwall hinunter zur Ostenstraße. Grundmauern eines Turmes waren bereits 1944 bei Bauarbeiten nur einen Steinwurf von dem aufgegebenen Spielplatz entfernt gefunden worden. Warum sollten unter jetzigen Hundewiese deshalb nicht auch historische Hausfundamente auszumachen sein. Auf jeden Fall hofft der Museumsleiter jedoch auf interessante Kleinfunde wie Reste von Gefäßen und Tonscherben: „Wenn wir Glück haben vielleicht auch Zinn und ein paar kleine Münzen.“

Kleinbagger gräbt einen Meter tief

Sobald es sein Terminkalender erlaubt, will Loftus deshalb mit einem Grabungstechniker des Westfälischen Museums für Archäologie (Olpe) einen Termin vereinbaren. Mit Hilfe moderner Satellitentechnik wird dieser die Spuren vermessen und fotografieren, die möglicherweise von der Schaufel eines Kleinbaggers freilegt werden. Einen Meter tief wird dieser sich in drei bis vier Schnitten parallel zur Nordstraße durch das Erdreich wühlen. Im rechten Winkel dazu werden zwei weitere Gräben gezogen – in der Hoffnung, in diesem Schachbrett erfolgreich zu sein. „Es geht nur um das Dokumentieren“, betont Petra Wenzel von der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Schwerte. Dem anschließenden Verkauf des 588 qm großen Grundstücks, das die Stadt seit anderthalb Jahren anbietet, steht nichts im Wege.

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