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Jugendliche aus Schwerte engagieren sich gegen Mobbing

Lukas Pohland und Hanna Schmidt mit Jugendpreis ausgezeichnet

Schwerte Hannah Schmidt und Lukas Pohland: Zwei Jugendliche aus Schwerte – die sich extrem für andere engagieren. Sie kämpfen in unterschiedlichen Gruppen gegen Mobbing und haben dabei bewegende Geschichten erlebt.

Lukas Pohland und Hanna Schmidt mit Jugendpreis ausgezeichnet

Hans-Georg Winkler (l.) und Jürgen Ebberg (r.) vom Rotary Club freuen sich mit Hannah Schmidt und Lukas Pohland über den Preis. Foto: Bernd Paulitschke

Ganz lässig, das dunkelbraune Haar zur Seite geschwungen, die Hose hochgekrempelt und in Turnschuhen sitzt der 13-jährige Lukas Pohland vor seiner Schule, der Realschule am Bohlgarten, Holzener Weg 22. Am Dienstag hat er den „Jugendpreis Gemeinsinn 2018“ gewonnen. „Ich war super überrascht, dass ich überhaupt für den Preis vorgeschlagen wurde, und habe mich riesig gefreut, als ich gehört habe, dass ich gewonnen habe.“

Preis für junges Engagement

Der Preis geht an junge Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, ganz nach dem Motto „Hilfe für andere über das eigene Wohlergehen“. Pohland hat sich für eine Mitschülerin eingesetzt, die im Internet von der ganzen Klasse gemobbt wurde. „Ich habe ihr geholfen und wurde dadurch selber zur Zielscheibe“, berichtet Pohland. „Ich fand es erschreckend, wie wenig Hilfsangebote es gab, die Schule wusste davon Bescheid und hat uns nur zum Kaffee trinken eingeladen.“ Die Mitschülerin von Lukas Pohland hat als letzten Ausweg die Schule gewechselt: „Aber das ist ja keine erstrebenswerte Lösung“, betont Pohland.

Das Sorgentelefon

Aufgrund dieses erschreckenden Verlaufs hat Pohland ein Sorgentelefon gegründet, um anderen betroffenen Jugendlichen zu helfen. „Gemeinsam mit zehn Jugendlichen, die ehrenamtlich mithelfen, nehme ich Anrufe entgegen und gebe Ratschläge. Wir behandeln alle Informationen vertraulich und ich glaube, es hilft den Jugendlichen, die anrufen, dass sie mit Leuten in ihrem Alter sprechen können“, meint Pohland. Er rät den betroffenen Jugendlichen aber auch, den direkten Kontakt zu suchen: „Es ist ganz wichtig, darüber zu reden. Mit den Freunden und den Eltern. Und Beweise, zum Beispiel in Form von Screenshots, zu sichern und sich damit an die Polizei zu wenden.“ In der Regel riefen die Jugendlichen einmal an, manchmal auch des Öfteren oder bedanken sich. Eine Geschichte hat Pohland ganz besonders bewegt: „Alles, was man da hört, ist schlimm und nicht schön. Ein Mädchen, das angerufen hat, wurde über Monate hinweg in der Schule gemobbt. Und sie konnte nicht mal Schutz und Halt in der Familie suchen, weil sie da auch Probleme hatte und die ihr nicht geholfen hat. Das ist schrecklich.“

Bewegende Geschichten

Solche bewegenden Geschichten hat auch Hannah Schmidt schon erlebt. Die 15-jährige Gesamtschülerin ist die zweite Gewinnerin des „Jugendpreises Gemeinsinn“. „Häufig kommen Schüler zu uns, wenn sie Dinge gepostet haben, die nicht von Vorteil sind und dann traurig sind, dass sie das gepostet haben. Das ist schon bewegend, wir helfen ihnen, damit umzugehen und die Fotos wieder zu löschen.“ Schmidt engagiert sich als Schul- und Klassensprecherin bei vielen Projekten. Sie hilft mit bei der Arbeitsgemeinschaft „Schule gegen Rassismus und gegen Homophobie“ und in der AG gegen Cybermobbing. „Da treffen wir uns regelmäßig und klären Schüler der sechsten und siebten Klassen über das Thema auf.“

Freude über Preis

Auch Hannah Schmidt war über die Auszeichnung durch den Rotary Club begeistert: „Als ich den Brief gelesen habe, habe ich mich riesig gefreut. Das hätte ich bei den guten Mitstreitern nicht gedacht.“ Schmidt selber wurde nie gemobbt, auch in ihrer Klasse niemand, dennoch kennt sie Betroffene. „So was ist echt schrecklich“, findet Schmidt und engagiert sich seit drei Jahren. In ihrer Freizeit ist Hannah Schmidt bei den Pfadfindern aktiv, tanzt und trifft sich mit ihren Freunden.

Zukunft geplant

Auch Zukunftspläne hat sie schon: „Nach dem Abitur möchte ich ein Auslandsjahr in einem englischsprachigen Land machen, wahrscheinlich Australien. Danach möchte ich gerne Medizin studieren.“

Genauso hat Lukas Pohland bereits einen Berufswunsch für die Zukunft: Journalist. Neben der Schule betreibt Pohland schon ein eigenes Online-Nachrichtenportal, und wenn dann noch Zeit übrig bleibt, trifft er sich mit Freunden. Das Preisgeld hat er schon verplant: „Das Wichtigste an dem Gewinn ist für mich sowieso der symbolische Wert. Das Geld kann ich gut für Fortbildungen und Präventionstermine gebrauchen.“

Schwerte Wirklich zufrieden sind viele Jugendliche mit den Freizeitmöglichkeiten in Schwerte nicht. Sie haben einige Anregungen, wie die Angebote attraktiver gestaltet werden können. Zwei Wünsche wurden besonders oft geäußert.mehr...

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