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Mit vereinten Kräften

SCHWERTE Ein ruhiger Vormittag in der Ambulanz sieht so aus: Erst die Platzwunde an der Stirn nähen, dann das gebrochene Schultergelenk versorgen, zwischendurch Verbände wechseln, Gips anlegen – und die nächsten Patienten warten schon.

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Mit vereinten Kräften

Der stellvertretende Pflegedienstleiter Bert Hoffmann ist im Telefonstress.

150 Patienten pro Tag werden in der Notaufnahme des Marienkrankenhauses im Durchschnitt versorgt – macht fast 55 000 Personen im Jahr. Die Ambulanz hat 24 Stunden geöffnet, tagsüber kümmern sich ein Facharzt, zwei Assistenzärzte und zwei Schwestern um die Patienten. Nachts ist dann ein Zweier-Team vor Ort, Ärzte aus jedem Fachgebiet stehen jedoch in Rufbereitschaft. Freitag morgen, 9.30 Uhr. Die Feuerwehr bringt eine Patientin. Die 99-Jährige ist aus ihrem Bett gefallen, die Platzwunde am Kopf blutet. Über einen separaten Eingang wird die alte Dame direkt in eins der hinteren Behandlungszimmer gefahren. Insgesamt gibt es in der Ambulanz vier Behandlungskabinen, dahinter liegen drei weitere Behandlungsräume.Oberarzt erklärt Röntgenbilder Assistenzärztin Diana Wünkhaus beruhigt die Patientin. Bevor sie die Stirnwunde nähen kann, muss die 99-Jährige noch geröntgt werden. Während Diana Wünkhaus auf die Ergebnisse wartet, kümmert sie sich bereits um den nächsten Patient. Von dem Halter neben der Tür nimmt sie die Krankenakte und verschwindet in der Behandlungskabine. Oberarzt Dr. Moritz Upmeyer sitzt nebenan, untersucht den Knöchel eines Patietenten und erklärt ihm seine Röntgenbilder. So ruhig wie heute ist es selten. „Wir müssen oft innerhalb von Sekunden die richtigen Entscheidungen treffen“, erklärt Upmeyer. Gar nicht so einfach, wenn das Wartezimmer voller Patienten ist, die alle zeitgleich behandelt werden wollen.Kinder werden bevorzugt behandelt  „Wir versuchen, zunächst einmal jeden Fall anzuschauen“, erzählt Bert Hoffmann, stellvertretender Pflegedienstleiter. Der Arzt entscheide dann, wer zuerst behandelt werden müsse. Patienten mit Verletzungen, die akut bluten, kleine Kinder oder ältere Menschen würden bevorzugt behandelt. „Mit unserer Erfahrung können wir das ganz gut einschätzen“, betont Hoffmann. Manche mache aber gerade diese Ruhe nervös. Freitag morgen, 10.30 Uhr. Die Feuerwehr bringt schon wieder eine Patientin. Die ältere Dame ist mit ihrem Rollator gestürzt. Diana Wünkhaus macht eine erste kurze Untersuchung, dann wird die Patientin über die Flurgänge direkt zum Röntgen gefahren. Kurze Zeit später ist klar: Die Schulter ist gebrochen, eine Operation unausweichlich. Ein Raum bleibt unbenutzt Pflegedienstleiter Bernd Hoffmann telefoniert: Wo ist noch ein Bett frei? Schwester Jasmin kümmert sich um den Papierkram, verständigt die Angehörigen, legt eine Infusion. Dann erklären Assistenzärztin Diana Wünkhaus und Dr. Moritz Upmeyer der älteren Dame, was mit ihr passiert ist. Zusammen mit der Feuerwehr betten sie die Patientin schließlich mit vereinten Kräften in ein normales Krankenhausbett um. Ein Raum bleibt an diesem Morgen unbenutzt – zum Glück. Im so genannten Schockraum werden nur Patienten versorgt, die in akuter Lebensgefahr schweben. 107 Fälle musste das Marienkrankenhaus 2007 behandeln, viele Opfer von Verkehrsunfällen. Für sie führt der Weg oft auf die Intensiv-Station. Die meisten Ambulanz-Patienten können nach ihrer Behandlung wieder nach Hause gehen.

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