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Realschüler bangen um Noten und Gesundheit

SCHWERTE „Es geht nicht mehr.“ Für die Realschule am Stadtpark ist laut Rektorin Annette Schmidt die Grenze der Zumutbarkeit überschritten. Die unsäglichen Lernbedingungen, unter denen die Klassen in den Kellerräumen leiden, wollen Schüler, Eltern und Lehrer nicht länger hinnehmen.

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Realschüler bangen um Noten und Gesundheit

Die Schüler der 9b sind zusammengepfercht. Muss gelüftet werden, verschwinden einige hinter den Fenstern.

„Meine Tochter kommt regelmäßig mit Kopfschmerzen nach Hause“, klagt Mutter Birgitt Weigel. 30 Mitschüler sitzen im feuchten, voll besetzten Raum. Es riecht streng. Moderner Unterricht ist gar nicht möglich: Es steht nur eine Steckdose zur Verfügung, Gruppenarbeiten und Lernzirkel können nicht umgesetzt werden, weil es zu eng ist. „Umfallen kann keiner, so viel Platz ist hier nicht“, verlegen sich Lehrer und Schüler auf Ironie.

Schüler fühlen sich wie im Schaufenster

Einige kommen sich vor wie im Schaufenster: „Wenn gelüftet wird, schauen wir durchs Fenster zur Tafel.“ Das alles sei kein ertragbarer Zustand, und dieser halte nun seit dem Start des Unterrichts vor sechs Jahren dort an, murrt das Kollegium. 

Vor knapp zwei Monaten schien die Lösung greifbar nahe: Zwei gebrauchte Pavillons für die Offene Ganztagsschule sollten gekauft werden, damit die Pavillons der Realschule wieder frei werden – so lautete der favorisierte Vorschlag der aus Ratsmitgliedern bestehenden Arbeitsgruppe Kunterbunt unter Leitung von Schuldezernent Hans-Georg Winkler .

"Wir kaufen nicht die Katze im Sack"

Die hätten schon bald für ein Ende des Engpasses sorgen können. Daraus wird aber nichts. Winkler hat die Gespräche mit der Lieferfirma eingestellt. Einer der avisierten Pavillons war gar nicht mehr vorhanden, beim anderen stieg plötzlich der Preis, und eine Besichtigung war auch nicht mehr möglich. „Wir kaufen nicht die Katze im Sack“, erklärt Winkler.

Bei der erneuten Sitzung des Arbeitskreises mussten nun neue Optionen her. Drei gab es an der Zahl. Den Favoriten will Winkler dem Rat schmackhaft machen. „Ich hoffe auf ausreichend Zustimmung“, meint der Schuldezernent angesichts der vielen Querelen.

Auch im Winter in kalt-feuchten Räumen

Für die Umsetzung dieses Vorschlags planen die Architekten allerdings ein halbes Jahr. Das heißt für die Realschüler: Auch im Winter müssen sie noch in den kalt-feuchten Räumen um ihre Gesundheit und ihren Lernfortschritt bangen.

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