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Ruhe und Ordnung durch Busbegleiter

SCHWERTE Es wird mit den Ranzen gedrängelt und geschubst. Jeder will der Erste auf der Sitzbank sein, wenn sich die Türen des Schulbusses öffnen.

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Die Absperrwürfel auf der Mittelinsel der Grünstraße laden zum Sitzen ein.

Auf dem Bürgersteig und auf der Mittelinsel herrscht Gedränge.

Ein gefährliches Spiel, das durch jugendliche Busbegleiter entschärft werden könnte, schlägt Friedrich Mork vor.

An das erfolgreiche Modellprojekt des Rhein-Main-Verkehrsverbundes erinnerte sich der 74-jährige Ergster, als er von den haarsträubenden Szenen an den Haltestellen las, die von der Stadtverwaltung im Schulausschuss geschildert wurden. Seit fünf Jahren bildet dieser Achtklässler zu Busbegleitern aus, die bei den Gleichaltrigen viel leichter Gehör finden als Erwachsene. Stets im Team und mit besonderen Ausweisen an Bord, genügt es ihnen meist schon, auf ein Fehlverhalten hinzuweisen. Der letzte Ausweg, den Fahrer um Hilfe zu bitten, bleibt die Ausnahme. Als schöner Nebeneffekt gingen Klagen über beschmierte oder aufgeschlitzte Sitze und gestohlene Nothämmer zurück.

Interessanter Vorschlag

"Man braucht keine großen Versuche zu machen, sondern kann sich dort informieren", schrieb Mork an Bürgermeister Heinrich Böckelühr. Und legte gleich die Kopie eines Erfahrungsberichtes aus dem Rhein-Main-Verbund bei, den er in seiner Automobilclub-Zeitschrift gefunden hatte. "Ein sehr interessanter Vorschlag", antwortete Schuldezernent Hans-Georg Winkler umgehend: "Wir werden ihn umsetzen." Beginnen möchte er an der Gesamtschule, an deren Haltestelle sich besonders viele Schüler drängeln.

 

Ordnung an Haltestellen

Mit ins Boot holen will Winkler für das Vorhaben den Kreis und die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna, die in anderen Städten bereits ähnliche Projekte mit Schülern in den Stiel gestoßen haben. Während diese als Busbegleiter an Bord den Jüngeren zur Seite stehen oder Streit schlichten, sorgen sie als so genannte "BusGuides" an den Haltestellen für Ordnung. Vorbild ist die Warteschlange aus dem Englischlehrbuch, an der sich alle Ankommenden nacheinander geduldig anstellen.

Deeskalations-Training

Um die teilnehmenden Schüler auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit vorzubereiten, bietet die der Kreis über seinee Koordinierungsstelle für Planungsaufgaben ein Deeskalations-Training an, hat Winkler erfahren. Weiteres Streitschlichtungs- und Kommunikationstraining könnten die Schulen auf ihren Stundenplan setzen, während die Verkehrsunternehmen über die Gefahrenbereiche in ihren Wagen informieren. Ziel ist der Aufbau eines kreisweites Netzwerks von Busbegleitern, damit die Schulbusse nicht länger ein Raum ohne soziale Kontrolle bleiben.

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Die Absperrwürfel auf der Mittelinsel der Grünstraße laden zum Sitzen ein.

Auf dem Bürgersteig und auf der Mittelinsel herrscht Gedränge.

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