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Historische Postkarte mit Haus Maifeld in Holzen

Traditionsgaststätte oder Drogerie Bühning?

Holzen Erinnern Sie sich an das alte Holzen? Wir dachten, es auf einer Postkarte erkannt zu haben. Doch die Häuser sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Die Namen der Querstraßen klingen auch fast gleich. Wo lag denn wirklich die Kneipe Haus Maifeld auf der alten Postkarte?

Traditionsgaststätte oder Drogerie Bühning?

Eine kolorierte historische Postkarte vom Rosenweg hütet Rudolf Kassel in seiner Sammlung. Das Eckhaus vorn zeigt die frühere Drogerie an der Einmündung der Straße Am Weidenbusch. Haus Maifeld lag weiter hinten an der nächsten Querstraße Foto: Repro: Reinhard Schmitz

War es der Holderbusch? Oder war es der Weidenbusch? Hinter welchem Busch steckte denn eigentlich der Fotograf, als er vor rund 100 Jahren seine Plattenkamera am Rosenweg aufs Stativ setzte? Nicht nur die Namen der Seitenstraßen, sondern auch die Fassaden der architektonisch geschlossen wirkenden Häuserzeile ähneln sich sehr.

Kolorierte Postkarte

Kein Rätsel allerdings für Hermann Hömberg. Als gebürtiger Holzener erkannte er auf den ersten Blick: Das Eckhaus auf der kolorierten Ansichtskarte zeigte gar nicht das Haus Maifeld, über dessen neue Nutzung als Tierarztpraxis wir berichtet haben. Die frühere Gaststätte verbirgt sich vielmehr ganz klein ein Stück weiter hinten, wo die Straße Am Holderbusch abzweigt. Der Vordergrund des historischen Fotos zeigt dagegen die Einmündung der Straße Am Weidenbusch, und da gab es im Eckhaus auf der rechten Seite einst keine Kneipe, sondern die Drogerie Bühning. So hat es Hömberg noch lebhaft vor Augen. Schließlich ist er im Haus direkt gegenüber aufgewachsen, in der ersten Etage über dem damaligen Konsum-Laden. In dessen Hinterhof war auch was los. Dort betrieb der Tischler Kruse seine Werkstatt.

Vorstadt-Ladenzeile mit Krämergeschäft

Es herrschte also viel Leben in der Vorstadt-Ladenzeile. Auch ein kleines Krämergeschäft fanden die Kunden für ihre Nahversorgung. Es hieß Renneford und war rechts neben dem Haus Maifeld zu finden. Ein Stückchen weiter in Richtung Nickelwerk rauchte der Kamin der Schwerter Brotfabrik, wo Ingrid Klaus geboren wurde. „Es ist interessant, wenn man sieht, wie es dort mal ausgesehen hat“, erklärt sie.

Traditionsgaststätte oder Drogerie Bühning?

Bis auf den fehlenden Telegrafenmasten hat sich der Rosenweg kurz vor der Einmündung der Straße Am Weidenbusch wenig verändert. Foto: Foto: Reinhard Schmitz

Die Brotfabrik war übrigens wohl längst nicht so bedeutend, wie ihr Name vermuten ließ. Eher muss es sich um eine etwas größere Bäckerei gehandelt haben. Der eigentliche Betrieb habe sich im Hinterhof befunden, erzählt Ingrid Klaus. Nur ungefähr vier oder fünf Angestellte hätten dort gearbeitet: „Man sagte Brotfabrik, weil dort Brot geknetet und gebacken wurde.“ Die frischen Laibe seien anschließend mit einem Verkaufswagen in den Schwerter Straßen angeboten worden.

Brotfrabrik mit Hinterhof

Ungefährlich waren die Arbeitsbedingungen übrigens damals nicht. So war im Hinterhof der Brotfabrik ein offener Verschlag gebaut, in den die noch heiße Kohlenasche gekippt wurde, wenn die Backöfen gereinigt wurden. „Ein kleiner Junge, so fünf oder sechs Jahre alt, fiel da mal rein und verbrannte sich die Haut“, erinnert sich Ingrid Klaus. Davon abgesehen sagt sie aber rückschauend: „Holzen war eine schöne Zeit in der Kindheit.“

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