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Viel zu saufen, wenig Weide

SCHWERTE Gummistiefel reichten nicht mehr, als Jürgen Rose am Morgen in seinen Kleingarten nach dem Rechten sehen wollte. Das Ruhrtal hatte sich über Nacht in einen See verwandelt - oder eine Seenplatte. Ein Teil einer Kuhherde flüchtete auf ein kleines Eiland. Der andere machte einen kleinen Stadtrundgang.

Viel zu saufen, wenig Weide

In eine ausgedehnte Seenlandschaft verwandelte der Regen das Ruhrtal. Kühe flüchteten auf ein kleines Eiland - ein anderer Teil der Herde in die Stadt.

Kleingartenanlagen, Campingplatz und das Gelände des Hundevereins versanken in den Fluten. „Sommerhochwasser sind nichts außergewöhnliches“, erklärte Uwe Jansen vom staatlichen Umweltamt in Hagen. Doch auch er war von der Gewalt der Fluten überrascht. „Das war erheblich mehr als erwartet“, stellte er fest. Überraschend sei vor allem, wie lange die hohen Pegelstände schon andauern.

Pure Verzweiflung herrschte bei den Wohnwagenbesitzern auf dem Campingplatz in Hagen-Garenfeld. Die ersten Reihen, sonst die begehrtesten Plätze, waren komplett überflutet. Seit 38 Jahren sei er erst einmal abgesoffen, erzählt Campingfan Manfred Jäkel, und das sei schon über 15 Jahre her.

Seine These, dass man die Wehre geöffnet habe, damit die Fluten nicht Wasserversorgung und Klärwerk bedrohen, wird vom Umweltamt dementiert. Bei Hochwasser öffne man alle Schleusen. „Die Wehre hätten dem Druck überhaupt nicht standgehalten“, so Fachmann Jansen.

Wasserwerke: Keine Wassergewinnung - aber kein Problem

Die Wassergewinnung habe nichts damit zu tun. „Die ist ohnehin nicht gefährdet“, wie Ulrike Hütter von den Wasserwerken Westfalen betont. Auch wenn derzeit kein Wasser gewonnen werden könne, habe man noch ausreichend Vorrat.

Viel zu saufen, wenig Weide hatte eine kleine Kuhherde, die sich am Mittag auf eine Mini-Insel inmitten des reißenden Flusses flüchten konnte. Artgenossen von ihnen retteten sich dagegen vor dem Hochwasser in Richtung Stadt. „Ein Bauer hatte den Verlust von Jungkühen bei uns gemeldet,“ berichtet der Einsatzleiter der Feuerwehr. Wiedergefunden wurden die Tiere dann aber nicht an der Ruhr, sondern auf dem Weg in die Stadt. Die Polizei regelte den Verkehr, bis der Bauer seine Herde wieder eingefangen hatte.

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