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Warten auf den Eichenprozessionsspinner

Haarige Insekten in Schwerte noch nicht aufgetaucht

Der Eichenprozessionsspinner mit den giftigen Brennhaaren ist in Schwerte offenbar noch nicht angekommen. Die Gespinstmotte schon. Aber die ist harmlos.

schwerte

07.06.2018
Warten auf den Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner hat giftige Brennhaare, die Mensch und Tier Probleme machen können. © picture alliance / Patrick Pleul

Zwar warnt der Kreis Unna gerade vor dem fiesen Eichenprozessionsspinner, der in den Städten und Gemeinden des Kreises seine Nester baue, Schwertes Stadtgärtner Christoph Jendrusch hat bisher aber noch keinen in Schwerte zu Gesicht bekommen. „Bisher haben wir es lediglich mit der Gespinstmotte zu tun“, sagt Jendrusch. „Die ist aber harmlos für den Menschen.“ Sie fresse die Bäume kahl und spinne sie dann in bizarre Netze ein.

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners kann dagegen Menschen ganz schön zu schaffen machen: Sie ist behaart mit giftigen Brennhaaren. Amtsarzt Dr. Roland Staudt vom Kreis Unna erklärt: „Die Raupen des Nachtfalters schlüpfen Ende April. Sie bilden dann Gifthaare aus, die für Menschen und Tiere gefährlich sein können.“ Die Haut kann auf den Kontakt mit den Raupenhaaren mit Ausschlag, Quaddeln und Bläschen reagieren. Dr. Staudt: „Auch Entzündungen der Augenbindehaut, Husten und Halsschmerzen können auftreten, wenn die Haare in Augen oder Atemwege gelangen. In Einzelfällen kann es bei überempfindlichen Personen zu allergischen Schockreaktionen kommen.“ Auch Hunde und Katzen können gesundheitliche Beschwerden bekommen. Deshalb raten Experten vier- und zweibeinigen Lebewesen dazu, Abstand zu Eichen zu halten. Besonders Eichen an sonnigen Standorten sind beim Eichenprozessionsspinner beliebte Orte für den Nestbau.

Probleme im ganzen Land

Während die Raupe bisher offenbar einen Bogen um Schwerte gemacht hat, sind landesweit in diesem Jahr besonders viele Städte betroffen: In Köln sind 70 Prozent der 250 Eichen am Fühlinger See von Raupen besetzt. In Velbert wurde eine Grundschule geschlossen, weil 17 Bäume auf dem Schulgelände befallen waren. Nach dem Absaugen oder Absammeln der Raupen und Puppen werden sie in der Müllverbrennungsanlage verbrannt. Anders ist dem Insekt nach Ansicht von Experten nicht beizukommen.

Christoph Jendrusch rät den Bürgern derweil, hin und wieder einen kritischen Blick in die Eichenkronen zu werfen. „Alle anderen Bäume sind für das Insekt uninteressant.“