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Alle Infos zur Bürgermeisterwahl 2018 in Schwerte

Was die sechs Kandidaten wollen – Was sie erwarten

SCHWERTE Wer wird neuer Bürgermeister? Adrian Mork, Dimitrios Axourgos, Christiane Ganske, Dirk Hanné, Stefan Barthel oder Gregor Podeschwa? Darüber entscheiden die Schwerter am Sonntag. Was erhoffen sich die sechs Kandidaten? Und wie positionieren sie sich bei wichtigen Themen wie Verkehr und Leerstände? Hier gibt es Antworten – einige auch im Video.

Was die sechs Kandidaten wollen – Was sie erwarten

Fünf Männer und eine Frau wollen Bürgermeister werden. Oben v.l.: Stefan Barthel, Christiane Ganske, Adrian Mork. Unten v.l.: Dirk Hanné, Gregor Podeschwa, Dimitrios Axourgos.

Wie wollen Gregor Podeschwa, Adrian Mork, Dirk Hanné, Christiane Ganske, Dimitrios Axourgos und Stefan Barthel Schwertes Verkehrs-Probleme lösen? Was wollen sie tun gegen den Müll und die Leerstände?
Können sie den Schülern in Schwerte versprechen, dass sie iPads beschaffen und die Raumprobleme lösen? Was sagen die sechs Kandidaten zu den Themen, die Schwerte bewegen?

Die Kandidaten zum Thema Verkehr:

Dimitrios Axourgos: „Ich war bass erstaunt, dass wir keinen eigenen Verkehrsexperten haben in der Stadt.“ Dies sollte man ändern, um für Gespräche, beispielsweise mit dem Kreis, gewappnet zu sein. Zudem müsse man Radwege und den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Im ÖPNV müsse die Stadt stärker Einfluss nehmen: „Wir sind kein Gesellschafter der Verkehrsgesellschaft Unna – das kann ich nicht nachvollziehen.“

Stefan Barthel: „Ich muss mich schuldig bekennen, ich bin auch Autofahrer und selber aufs Auto angewiesen.“ Deswegen sei er mit dem Verkehr auch sehr vertraut: „Ich kenne den Stau bestens! Die K20 halte ich für eine gute Idee, um die Hörder Straße zu entlasten, sie kommt nur zu spät.“ Des Weiteren seien Grünpfeilschilder, wie es sie bereits in Hagen gibt, sinnvoll um den Verkehr zu verflüssigen.

Christiane Ganske: Um den Verkehr flüssiger rollen zu lassen, sieht Christiane Ganske neue und mehr Kreisverkehre als eine Möglichkeit. „Außerdem könnten Video-Kameras an den Ampeln den Verkehrsfluss anpassen.“ Und auch für die Radfahrer möchte Ganske etwas tun: „Der Radverkehr in Schwerte beträgt derzeitig nur 6,5 Prozent. Darum möchte ich diesen fördern und Radwege bauen, die sicherer sind.“

Dirk Hanné: „Es gibt auf keinen Fall genügend Parkplätze.“ Das habe jeder gemerkt, der zur Rohrmeisterei gekommen sei. Die Stadt sollte ein Parkleitsystem einführen, damit Unkundige beispielsweise die Tiefgarage unter dem Wilhelmsplatz finden. Ideal für neue Parkplätze sei beispielsweise die Looksche Wiese am Bahnhof. Um die Attraktivität zu verbessern, sollte tagsüber das Parken auf dem Marktplatz wieder erlaubt werden.

Adrian Mork: Zentraler Lösungsansatz ist die Verlängerung der K20/Am Eckey vom Kreisel auf der Heide bis zur Schützenstraße (Höhe Autohaus Mazda). Damit könnte Verkehr von der Ortsdurchfahrt der B236 abgefangen werden. Um die Parkplatzsituation zu entspannen, seien 500 zusätzliche Stellflächen notwendig. Dazu brauche man Investoren. Er setzt auf einen Mix von freien und gebührenpflichtigen Plätzen.

Gregor Podeschwa: Zu viele Ampeln gebe es vom Freischütz bis zur Ruhrbrücke: „Vielleicht wäre es eine Überlegung, dort Kreisverkehre zu bauen, damit der Verkehr besser läuft.“ Zudem müsse man darauf achten, dass Straßenbauaufträge, die bereits an Firmen vergeben sind, auch zügig abgearbeitet würden – unabhängig davon, ob die Baustellen im Beritt der Stadt oder des Landesbetriebs Straßen.NRW liegen.

Die Kandidaten zum Thema Müll in der Stadt:

Dimitrios Axourgos: „Zwei Leute für den Ordnungs- und Servicedienst – das reicht noch längst nicht aus.“ Er sei ein Freund davon, „auch hohe Bußgelder zu verschicken, wenn jemand erwischt wird.“ Aber die Stadt müsse selbst Vorbild sein. „Als Bürgermeister möchte ich den Aktionsplan ,sauberes Schwerte‘ ins Leben rufen.“ Dort sollen Verwaltung, Baubetriebshof und Bürger über konkrete Maßnahmen sprechen.

Stefan Barthel: „Ich glaube, dass es nicht anders geht, als mit der Erhöhung von Bußgeldern, dass es nur mit der Einsicht klappt, halte ich für einen frommen Wunsch.“ Wenn man die Müllknöllchen aber von 30 auf 100 Euro erhöht, dann würde es sich jeder zwei Mal überlegen, ob er seinen Müll wegschmeißt. „Es ist ja ähnlich wie im Straßenverkehr: Je teurer die Strafen werden, desto vorsichtiger wird gefahren.“

Christiane Ganske: „Eine Stadt in Belgien, die circa so groß ist wie Schwerte, hat eine Müllreduzierung mit 265 Video Kameras geschafft.“ So viele Kameras seien zwar keine Lösung, an ein paar dunklen Stellen seien sie aber hilfreich. Eine weitere Option sei es, die „sauberen Leute mit ins Boot“ zu holen. Jeder, der ehrenamtlich die Bürger anspricht, die den Müll auf die Straße schmeißen, soll dafür Zuschüsse bekommen.

Dirk Hanné: Der Bürgermeister muss Vorbildfunktion haben. Ein erstes Zeichen soll am Kleinen Marktplatz gesetzt werden, wo Hanné die wuchernden Gräser auf der Überdachung schneiden will. Danach will er den Bereich hinter dem City-Centrum aufräumen. Dort könnte zudem die Fassade durch aufgemaltes Fachwerk verschönert werden. Die Zustimmung der Eigentümer habe er.

Adrian Mork: „Einer armen Stadt sieht man an, dass sie arm ist.“ Das Problem der Sauberkeit hänge auch zusammen mit den 100 Millionen Euro Schulden, die die Stadt zum Sparen zwingen. Allein mit einem städtischen Ordnungsdienst, der Müllknöllchen verteilt, sei die Sauberkeit der Straßen nicht in den Griff zu bekommen. „Wir müssen mit den Bürgern ins Gespräch kommen“, forderte Mork. Alle sollen mitmachen.

Gregor Podeschwa: Ein kommunaler Ordnungsdienst sei eindeutig keine Lösung für das Sauberkeitsproblem. Die Stadtverwaltung habe dieses Problem lange vernachlässigt. Ehrenamtlichen Einsatz könne man nicht erwarten: „Ehrenamtliche kümmern sich schon um das Elsebad, um Geflüchtete, seit Neustem um den Friedhof Wandhofen – und jetzt sollen sie auch noch Müll sammeln. Mir platzt da langsam der Kragen.“

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Die Kandidaten zum Thema Leerstände:

Dimitrios Axourgos: „Die Leerstände sind auch ein hausgemachtes Problem.“ Beispielsweise sei Planung und Dauer der Baustelle Bahnhofstraße alles andere als vorbildlich. Zudem müsse man fragen: „Hat man überhaupt Lust, zum Einkaufen nach Schwerte zu kommen?“ Verkehrs- und Parkprobleme hielten viele davon ab. Außerdem müsse die Stadt zum Verweilen einladen und für Ältere barrierefrei werden.

Stefan Barthel: „Ich finde, Stadtmarketing ist eine gute Sache, das brauchen wir auch auf jeden Fall.“ Wichtig, um die Leerstände zu reduzieren, sei aber auch ein ganz anderer Punkt: die Mieten in der Stadt senken. „Wenn ich mich selbstständig machen und ein Ladenlokal eröffnen will, dann schaue ich natürlich, was kostet mich das im Monat und da komme ich ganz schnell an die wahnsinnig teuren Mieten in Schwerte.“

Christiane Ganske: „Es gibt andere Städte, die bieten gemeinsame Online-Plattformen für den Einzelhandel an, wo die Bürger dann zusätzlich einkaufen können. Das verhindert, dass der Einzelhandel pleite geht, weil ihnen der Online-Verkauf zu starke Konkurrenz macht.“ Ein anderes Modell sei der Bringdienst: „Wenn man die Tüten nicht mehr tragen kann, werden die abgeholt und dem Verkäufer später gebracht.“

Dirk Hanné: Die Vermieter müssen runter von ihren hohen Mietforderungen, forderte der Praktiker, der selbst einmal mit einem Partner einen Laden in der Fußgängerzone betrieben hat. Dreh- und Angelpunkt ist für ihn das City-Centrum. Dort wolle der Investor „etwas tun“. Ausdrücklich lobte Hanné den Einsatz des Stadtmarketings für eine positive Entwicklung am Standort der leer stehenden Gaststätte Alt Schwerte.

Adrian Mork: „Die Hauseigentümer rufen viel zu hohe Mieten auf“, erklärte auch der Stadtplaner. Er forderte ein professionelles City-Management, das mit den Besitzern zusammenarbeite und sie berate. Ein Beispiel, wie das funktionieren kann, ist für ihn die Bahnhofstraße. Perspektivisch rechnet Mork mit einem Schrumpfungsprozess der Länden in den Seitenstraßen, während zentrale Lagen gestärkt würden.

Gregor Podeschwa: Leerstände sind auch ein Ergebnis unseres Kaufverhaltens.“ Jeder müsse sich fragen, wie viel Geld er in den Geschäften und wie viel er im Internet ausgibt. „In Nachbarstädten gibt es einen Immobilienpool für Leerstände.“ Das sei ein simpler Schritt, der besser sei, als Eigentümern die Miethöhe vorzuschreiben. „Ich frage mich, warum die Stadt das Thema nicht früher angenommen hat.“

Die Kandidaten zum Thema Schulen:

Dimitrios Axourgos: „Neue Bildungs- und Familienpolitik ist meine Priorität.“ Zuletzt sei die Digitalisierung und Ausstattung von Schulen vernachlässigt worden. Eltern sollten Familie und Beruf verknüpfen können, die Stadt müsse Betreuungsplätze und Randzeitenbetreuung stellen. Bei knappen Finanzen müsse man entscheiden, wo das Geld verwendet werden soll: „Bei mir wird es in Richtung Bildung und Familie gehen.“

Stefan Barthel: „Dass Eltern Klassenräume streichen, geht überhaupt nicht, das ist Aufgabe der Stadt! Es kann nicht sein, dass die Eltern dafür sorgen müssen, dass ihre Kinder in einem ordentlichen Schulzimmer sitzen. Das hat es in der Vergangenheit zu meiner Schulzeit auch nicht gegeben, wir mussten das nicht, meine Eltern mussten das auch nicht und ich finde, dass das kein Modell für die Zukunft ist.“

Christiane Ganske: „Angeblich sind bevorzugt die Schulen in den letzten Jahren saniert worden und darum hätten wir so einen Stau bei der Renovierung des Rathauses.“ Zwölf Millionen seien für die Sanierung des Rathauses bewilligt worden, der gleiche Betrag für die Sanierung von sechs Schulen. Da müssten Gelder umverteilt werden. „Ich finde es total wichtig, dass die Jugend mit modernen Technologien arbeitet.“

Dirk Hanné: Eigeninitiative sollte die Stadt nicht bremsen. So hätten die Handballer angeboten, die von ihnen genutzte Turnhalle am Bährens-Gymnasium selbst zu streichen: „Lasst die Leute machen!“ Dadurch könne viel Geld eingespart werden. Das Material für die Renovierung hätte nur einen Bruchteil der 40.000 Euro gekostet, die von der Verwaltung veranschlagt worden seien.

Adrian Mork: Den Vorwurf, Fördergelder des Landes nicht abzurufen, wies er entschieden zurück. Denn diese müssten jeweils innerhalb von drei Monaten verbaut sein, da sonst Zinsen fällig würden. In Planung seien unter anderem neue Räume für die Offene Ganztagsschule am Lenningskamp und auf der Heide. In den vergangenen Jahren seien zudem 20 Millionen Euro in die weiterführenden Schulen investiert worden.

Gregor Podeschwa: „Natürlich ist es eine Ur-Aufgabe der Stadt Schulgebäude zur Verfügung zu stellen – unabhängig vom Schultyp.“ Als sachkundiger Bürger im Schul-Ausschuss habe er im Dezember mitbekommen, wie ein Schulleiter ein Gutachten vorgelegt hat, um zu zeigen, dass weitere Unterrichtsräume benötigt würden. Getan habe sich seitdem nichts. Auf Einschätzungen von Fachleuten würde zu langsam reagiert.

Bürgermeisterwahl in Schwerte

Kandidatenrunde mit 900 Schülern

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Hand aufs Herz: Was erwarten Sie für den 4. März tatsächlich?

  • Falls einer der sechs Kandidaten bei der Wahl am 4. März 2018 mehr als 50 Prozent erhält, ist er neuer Bürgermeister.
  • Falls das nicht passiert, treten die beiden Kandidaten, die in Wahlgang eins die meisten Stimmen erhalten haben, bei der Stichwahl am 18. März gegeneinander an. Wer jetzt mehr Stimmen bekommt, wird Bürgermeister.
  • Zwischenstand bei der Briefwahl: 5700 Schwerter hatten einige Tage vor der Wahl ihre Stimme schon abgegeben. Das sind 14,5 Prozent aller Wahlberechtigten.

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