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Entsteht im Süden von Ergste eine neue Siedlung?

Viel Kritik an Bauprojekt in Ergste

Eines der ersten Projekte der neuen Immobilienentwicklungsgesellschaft der Stadt Schwerte spaltet einen Ortsteil. Vor allem die Bewohner am südlichen Rand von Ergste wehren sich gegen die Pläne der Stadt.

Ergste

von Heiko Mühlbauer

, 15.04.2018
Entsteht im Süden von Ergste eine neue Siedlung?

Hier sollen in Ergste 50 Eigenheime und zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. © Bernd Paulitschke

Die beiden „Flächen Auf dem Knapp“ und „Am Hinkeln“ in Ergste sind knapp 2,8 Hektar groß. Bisher handelt es sich um einfaches Ackerland, doch kaum ein Areal in Schwerte sorgt bei den Anwohnern zur Zeit für derart heftige Emotionen.

Denn auf den beiden Grundstücken soll eine kleine Siedlung entstehen. Für die Nachbarn ein Frevel an der Natur und ihrer Wohnlage, für die Stadtplaner und einen großen Teil der Schwerter Ratspolitiker eine Chance, junge Familien anzusiedeln.

Viel Kritik - viele unterschiedliche Argumente

Im Planungsausschuss am 24. April (17 Uhr im Rathaus) kommen die Pläne erneut auf den Tisch. Die sogenannte Offenlage soll beschlossen werden. Dann können die Bürger ihre Einwendungen gegen die Pläne der Stadt geltend machen. Schon bei einer Bürgerversammlung und in einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung hatten sie ihre Bedenken vortragen können.

Und da gibt es viele. „Die Agon lehnt die Bebauung komplett ab“, sagte Dieter Ackermann von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (Agon). Er ist überzeugt, dass hier zuviel Fläche verbaut wird. Ein Artenschutz- und ein Umweltgutachten, die die Stadt in Auftrag gaben, geben den Planern allerdings mit kleinen Auflagen grünes Licht.

Andere Nachbarn wandten sich schriftlich an die Stadt und monierten, dass das geplante Mehrfamilienhaus, mit dem die kleine Siedlung ergänzt werden solle, zu Schallreflexionen führe. Stadtplaner Adrian Mork hält das zwar für widerlegt durch eine Untersuchung durch einen Experten. Man reagierte aber zumindest teilweise auf die Beschwerde und plant jetzt zwei kleinere Mehrfamilienhäuser.

50 Eigenheime sollen auf den Grundstücken entstehen

Insgesamt sollen auf den beiden Grundstücken am südlichen Rand des Ortsteils 50 Eigenheime entstehen. Am Bürenbrucher Weg entstehen nach den neuen, geänderten Plänen zwei Mehrfamilienhäuser. Erschlossen wird das neue Baugebiet über die Straßen Am Knapp und den Bürenbrucher Weg.

Neben den vielen Kritikern des Baugebietes gab es aber sowohl bei der Bürgerversammlung im vergangenen Sommer als auch in den Leserbriefspalten durchaus auch Befürworter der Pläne. Sie werfen den Gegnern vor, selbst in den späten 70er- oder frühen 80er-Jahren dort am Feldrand gebaut zu haben und diesen Besitzstand jetzt mit Naturschutzargumenten wahren zu wollen.

Hinter den Plänen steckt eine neue Gesellschaft

Die Siedlung wird von der erst kürzlich gegründeten Immobilien Entwicklungsgesellschaft Schwerte geplant. Die Firma, in der die Stadt, die Stadtwerke und die Sparkasse vertreten sind, soll für die Stadt Neubaugebiete entwickeln und vermarkten und so den Immobilienmarkt steuern.

Es ist nicht der erste Versuch der Stadt, das Gelände zu bebauen. 2003 scheiterte ein erster Versuch, am Protest der Nachbarn.

Damals hatte man allerdings noch mit einer dichteren Bebauung geplant. 2008 kamen die Pläne wieder bei der Verwaltung auf den Tisch, schließlich hatte man 2004 die beiden Felder planungsrechtlich in Bauland umgewandelt. Damals gab es politisch deutliche Signale gegen die Pläne.

Im Rat wurden die Pläne bislang vor allem von der WfS scharf kritisiert. Ob sich da die Allianzen ändern, wird sich am 24. April bei der Sitzung des Planungsausschusses zeigen.