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Schul-Erpresser meldet sich nicht mehr

Wieder Alltag an Schwerter Schulen

Am Schulzentrum Nord-West hat nach der Droh-Attacke der Unterricht wieder begonnen. Die Polizei untersucht nicht nur einen Computer.

Schwerte

von Reinhard Schmitz

, 01.06.2018
Schul-Erpresser meldet sich nicht mehr

An der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule hat nach dem Erpressungsversuch am Freitag wieder der normale Unterricht begonnen. © Foto: Reinhard Schmitz

Die Polizei untersucht nicht nur das Laptop eines verdächtigen Schwerters. Darüber hinaus sei ein Handy sichergestellt worden, verriet am Freitag Behördensprecher Thomas Röwekamp. Am Tag fünf nach der Erpresser-Drohung gegen die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule (TFG) liefen die Ermittlungen weiter. Auch mit der ins Visier geratenen Person sei inzwischen gesprochen worden.

Im zuständigen Kommissariat in Unna gebe es Kollegen, die sich gut mit Computertechnik auskennen, sagte Röwekamp. Und die arbeiteten weiterhin daran, die Daten auszuwerten. Dabei stehe man in Kontakt mit dem Landeskriminalamt in Düsseldorf, dessen Experten bei Bedarf Unterstützung leisten können.

Vertrauen in Polizeiarbeit

Dass es konkrete Verdachtsmomente gibt, erleichterte TFG-Leiterin Eva Brinkhoff die Entscheidung, nach der tagelangen Zwangspause für Freitag wieder normalen Unterricht anzusetzen. „Wir vertrauen auf die gute Arbeit der Polizei“, erklärte sie. Der zuständige Bezirksbeamte sei am Morgen kurz da gewesen, aber nur um zu schauen, wie es den Schülern geht.

„Sie sind fröhlich, neugierige, ohne Angst“, sagte Eva Brinkhoff und klang erleichtert. Die allermeisten ihrer 250 Schüler seien gekommen; bisher lernen an der Gesamtschule, die neu aufgebaut wird, nur die Jahrgänge 5 (vier Klassen) und 6 (fünf Klassen). Auch die im selben Schulzentrum Nord-West untergebrachten Realschule am Bohlgarten und Realschule am Stadtpark hatten ihren normalen Betrieb wieder aufgenommen.

An der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule war extra zu Beginn eine Stunde mit den Klassenlehrern eingerichtet worden, um bei den Kindern mögliche Ängste aufzufangen. „Jetzt ist es so, als wenn nichts gewesen wäre“, berichtete Eva Brinkhoff. Man müsse nunmehr alle aus dem „Ferienmodus“ – vor der Drohung waren ja noch die einwöchigen Pfingstferien – herausholen und wieder ganz normal arbeiten: „Wir müssen jetzt sehen, wie wir zügig in den Unterrichtsalltag zurückkommen.“

Keine Klassenarbeiten angesetzt

Denn bis zur Zeugnisausgabe vor den Sommerferien bleiben nur noch sechs Wochen. Glücklicherweise mussten aber wegen der Zwangspause keine Klassenarbeiten verschoben werden. Denn die waren für die ersten Tage nach den Pfingstferien ohnehin nicht vorgesehen. Und vor einem Sitzenbleiben braucht sich an der TFG auch niemand zu fürchten. Das ist – wie an anderen Gesamtschulen auch – erst nach der Klasse 9 möglich. „Vorher geht man automatisch in den nächsthöheren Jahrgang über“, sagte Eva Brinkhoff.

Für die Schulleiterin waren die vergangenen Tage mit den Entscheidungen, ob man die Verantwortung für den Unterricht wieder übernehmen könne, auch nicht leicht. „Das lernt man nirgendwo“, sagte sie: „Das muss man in der Situation irgendwie entscheiden.“ Langsam falle die Anspannung ab. Lobend erwähnen möchte Eva Brinkhoff in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Polizei: „Fleißig, nett, verständnisvoll – das fand ich richtig gut.“ Seit die Beamten ihre Verdachtsmomente hätten, habe die Schule auch keine Droh-E-Mails mehr bekommen.

Auf diesem Wege war Anfang der Woche – so hatte die Polizei bekannt gegeben – eine sechsstellige Geldsumme gefordert worden. Als Druckmittel wurde zwar in überregionalen Medien über eine Bombe spekuliert. So konkret wollte Polizeisprecher Röwekamp aber mit Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht werden: „Wir haben immer nur von ,verdächtigen Gegenständen’ gesprochen.“

Harmlos war der Alarm, der am Freitag um 7.50 Uhr im Ruhrtal-Gymnasium losschrillte. Als die per Telefon herbeigerufene Polizei eintraf, stellte sich heraus: „Es war ein technischer Defekt“, sagte Röwekamp.