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Wehrlos, machtlos, mutlos

SCHWERTE Wehrlos, machtlos, mutlos, die Geschäftsleute an der Mährstraße und der Teichstraße sind kurz davor aufzugeben. Noch immer unbekannte Randalierer haben einen langen Atem bewiesen und die Händler mit nicht enden wollenden Attacken zermürbt.

Wehrlos, machtlos, mutlos

Ulrich Tiedtke, Friseurmeister auf der Mährstraße.

Im Mai dieses Jahres hatten die Geschäftsleute des „Quartiers Mährstraße/Teichstraße“ zusammengelegt und einheitlich gestaltete Blumenkübel eingekauft. „Zusammen mit den blauen Strahlern im Boden waren unsere Straßen echte Schmuckstücke“, schwärmt die Quartier-Sprecherin Sonja Pusceddu noch heute. Doch der Glanz währte nicht lange. Als die Ladenbesitzer am ersten Samstagmorgen ihre Geschäfte wieder öffnen wollten, war der Spaß vorbei.

Bepflanzung herausgerissen

„Die Kübel waren umgekippt und beschädigt, die Bepflanzung herausgerissen“, erinnert sich Dieter Glasmacher, der auch seinen Teeladen mit so einem Blumenkübel schmückt. Aus dem ersten Überfall ist mittlerweile Routine geworden. „Wenn wir samstags und montags die Geschäfte öffnen wollen, heißt es erstmal ‚aufräumen‘“, berichtet Sonja Pusceddu. Ulrich Tiedke wohnt in der Mährstraße direkt über seinem Geschäft und wurde Zeuge der randalierenden Umzüge. „Die Vandalen kommen Samstagmorgen zwischen fünf und sechs Uhr“, berichtet der Friseurmeister.

Kübel versteckt

Die Geschäftsleute vermuten, dass sich die vornehmlich jungen Leute auf dem Weg nach Hause machen, wenn die Gastronomie-Betriebe der Umgebung schließen. Mittlerweile sind einige Kollegen von Sonja Pusceddu dazu übergegangen, Freitagabend die Kübel zu verstecken. „Aber das widerspricht ja dem eigentlichen Sinn der Kübel, nämlich unsere Einkaufsstraße auch für die Sonntagsbesucher zum Flanieren einzuladen“, ärgert sich Günter Leiendecker von Intersport. Er überlegt bereits, den Blumenkübel ganz einzumotten. Hinter dieser Resignation verbirgt sich eine einfache Erkenntnis: „Es gibt niemanden, den man zu Verantwortung ziehen kann. Die Polizei hat einfach zu wenige Leute, um Präsenz zu zeigen, und das Ordnungsamt kann auch keine Nachtwache halten“, so Leiendecker. So stehen die Randalierer kurz davor, zwei einstmals schmucken Einkaufsstraßen ihre Attraktivität zu nehmen.

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