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Weihnachtsmarkt ohne Springerle

SCHWERTE Springerle gibt es seit dem Mittelalter, doch für die traditionsbewusste Hanse-Stadt Schwerte hätten sie eine völlig neue Weihnachts-Überraschung werden können. Hätten, denn nach dem jetzigen Stand der Dinge wird es den Weihnachtsmarkt „Bürger für Bürger“ ohne Springerle geben.

Weihnachtsmarkt ohne Springerle

Günter Schanzenbach hat die Formen für das Gebäck selbst hergestellt.

Eine Initiative von Günter Schanzenbach (81), dieses aufwändige Gebäck für den Markt zu produzieren, wurde von den Organisatoren abgelehnt. „Wir haben uns für die klare Marschrute entschieden, einen Kunstgewerbe-Markt zu veranstalten, Plätzchen passen da leider nicht mehr hinein“, musste Sabine Hermann, Sprecherin des Organisationsteams, der Anfrage eine Absage erteilen.Wie Spekulatius ein Motivgebäck Zum Leidwesen der Schwerter Gourmets fiel dieses Entscheidung offensichtlich ohne, dass die Beteiligten wussten, was ihnen entgeht. Denn auch wenn einem ordentlichen Westfalen der Begriff „Springerle“ nichts sagt, werden viele bereits den auch als Änis-Kuchen bekannten Anis-Plätzchen begegnet sein. Springerle sind wie Spekulatius ein Motivgebäck. Aufgrund der viel feineren Konsistenz des Eierschaumteigs können für Springerle aber wesentlich feiner gestaltete Backformen genutzt werden.Backformen sehr dekorativ Deshalb sind schon alleine die Backformen sehr dekorativ und schmücken in nicht wenigen Wohnungen Wände und Möbel, oft ohne dass man ihre wahre Funktion kennt. Das liegt auch daran, dass selbst Menschen, die um die Funktion wissen, das Backen der Springerle meiden. Denn die Produktion der Plätzchen ist extrem aufwändig und risikoreich. Nach einigen Rezepten kann die Herstellung eines Springerles bis zu drei Wochen dauern. Neben dem Backvorgang gehört noch eine heikle Reifezeit unter bestimmten Luftfeuchtigkeits-Bedingungen zum Handwerk.Produktion extrem aufwändig Diese Mühe wollte Günter Schanzenbach sich machen, um die uralte süddeutsche Backtradition in Schwerte bekannt zu machen, und um Geld für das Hospiz und „Die Brücke“ zu sammeln. Dafür hat er extra eigene Backformen nach Originalen aus Franken selbst angefertigt. Verkaufen wollte der rüstige 81-Jährige die Plätzchen an einem Bauchladen, um auf die Weihnachtsmarktbesucher direkt zuzugehen.

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