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"Wir wollen alles ausreizen“

SCHWERTE Nein, von seinem Naturell entspricht Olaf Heppe (48) nicht dem typischen Manager. Und doch leitet der Geschäftsführer Signal e.V. mit 169 Mitarbeitern erfolgreich – und das bei schwierigen Voraussetzungen, wie Jürgen Koers im Gespräch mit ihm erfuhr.

Sind Sie Schreibtischtäter oder Sozialarbeiter? Heppe: Vom Beruf her bin ich Sozialpädagoge. Dazu kommt eine Zusatzausbildung in Betriebswirtschaft. Das verbindet sich dann in meiner Arbeit hier bei Signal.Signal beinhaltet Kaufhaus, Tafel, Arbeitsvermittlung, Schuldnerberatung. Was macht für Sie Signal aus?Heppe: Im Wesentlichen diese verschiedenen Standbeine. Im Leitbild stehen soziales Engagement, gerade für Arbeitslose, und dazu wirtschaftliches Handeln.

Das ist in der Wirtschaft häufig ein Widerspruch. Bei Ihnen nicht? Heppe: Doch. Es ist aber auch Verknüpfung möglich: Qualifizierung von Arbeitslosen in neue Berufs- und Lebensperspektiven, und gleichzeitig Profit, um uns zu refinanzieren. Klar leben wir bei der Schwerter Tafel von Zuschüssen. Das Kaufhaus kann sich allerdings zum Teil selber tragen. Was denken Sie bei Schlagwörtern wie Ein-Euro-Job und Arbeitslosengeld II?Heppe: Ich freue mich für jeden einzelnen Menschen, der eine Stelle bekommt, und sei es befristet. Das ist für mich das Wichtigste. Wenn Sie gut arbeiten und das bei allen schaffen, sind Sie selbst arbeitslos?Heppe (lacht): Das wäre schön. Und auch wiederum nicht. Im Ernst: Der Bedarf nach Zusatzjobs, Fortbildung, Qualifizierung wird immer noch größer. Zum Glück können wir da eine breite Landschaft anbieten mit unseren Partnern, VHS und KuWeBe, AWO und Werkstatt Kreis Unna und dem Jobcenter, der ARGE. Wie funktioniert die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen?Heppe: Sie müssen langsam wieder reinkommen. Wir liefern flankierend Unterstützung, fördern Grundkenntnisse in Deutsch und Mathe, in den so genannten Sekundärtugenden wie Teamfähigkeit und Pünktlichkeit. Entscheidend ist, dass nach einer Maßnahme nicht Schluss ist. Die Förderkette darf nicht abreißen. Das kostet Geld...Heppe: Aber es hilft! Wir wollen finanziell alles ausreizen, was möglich ist. Das ist unsere Philosophie, und das zählt für mich auch zur Wirtschaftlichkeit. Wir sind kreativ in der Schaffung von Fortbildungen. Kommt der Aufschwung bei Ihren Klienten an?Heppe: Eher nicht. Einfache Arbeitsplätze fehlen noch. Aber alles, was eine Chance darstellt, ist erst einmal positiv. Was ist Ihre Vision für Signal in fünf Jahren?Heppe: Dass wir dem Gemeinwesen verbunden bleiben. Ich wünsche mir eine Fahrradstation am Bahnhof, mit Reparatur und Auskunftsportal. Schön wäre es auch, wenn das Kaufhaus feste Jobs schaffen würde. Am Samstag feiert Signal seinen 21. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür. Was dürfen Gäste erwarten?Heppe: Ein großes Programm mit vielen kleinen Veranstaltungen. Keine langweiligen Reden, sondern Spaß für die ganze Familie

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