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Zeit bis zum Vollzug verkürzen

SCHWERTE Schwerte ist nicht Berlin. Hier führen Delikte wie Diebstahl und Fahren ohne Fahrerlaubnis die Jugendkriminalitäts-Statistik an.

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Zeit bis zum Vollzug verkürzen

Zurzeit sind die individuellen Projekte des Villigster Instituts Caring besonders gefragt.

Doch die Diskussion um so genannte Erziehungscamps und eine Verschärfung des Jugendstrafrechts hat auch die Ruhrstadt längst erreicht. Mit großer Sorge beobachtet Dietmar Bachorz vom Villigster Institut Caring die Debatte. Er und sein Team kümmern sich individuell um besonders schwierige „Hochrisikojugendliche“, die in der Vergangenheit straffällig geworden sind. Bachorz: Pädagogik nicht nachhaltig „Eine Pädagogik, die ausschließlich auf Druck und Anpassung basiert, kann nicht nachhaltig sein“, betont Bachorz. Jugendliche, die in Camps die Erfahrung machten, dass durch Druck und Drill sich der Stärkere durchsetze, würden diese Lernerfahrung später auch fortführen. Auch Peter Frenz  vom Verein für Soziale Integrationshilfen (VSI) glaubt nicht an den Drill-Erfolg der Erziehungs-camps. Im Brückeprojekt arbeitet der VSI mit Jugendlichen und Heranwachsenden, die in ein Strafverfahren verwickelt sind oder die gerichtliche Auflagen erfüllen müssen.  „Da gibt es eine Vielzahl von Angeboten“, erklärt Frenz. Denkzeit- oder Anti-Aggressivitäts-Training seien zwei Möglichkeiten. „Und das ist keine Kuschelpädagogik“, betont er.Blaschke: Schnellerer Vollzug der Strafe Die lehnt auch Quarterback Peter Blaschke ab. In der Sache müsse man knallhart bleiben. Deshalb plädiert er vor allem für eine schnellere Abfolge von Gerichtsverhandlung und Vollzug der Strafe. Die befürwortet auch Hans-Georg Winkler. „Es dauert zu lange von der Tat bis zur Verurteilung“, betont der erste Beigeordnete der Stadt. „Das sehen wir als problematisch an.“ Außerdem solle die Strafe in Zusammenhang mit der Tat stehen, fordert Peter Blaschke. „Wenn ich etwas zerstört habe, sollte meine Strafe auch etwas mit dem Wiederaufbau zu tun haben“, erklärt der Quarterback. Playdoyer für stärkere Prävention Jugendliche einfach wegzusperren, hält er für wenig hilfreich. Auch Winkler begrüßt die gemeinnützige Arbeit, die der VSI mit straffälligen Jugendlichen durchführt. „Was wir in Schwerte als Instrumentarium haben, kommt sehr gut an“, betont er. Die bundesweite Debatte wird daher von Peter Frenz schnell als Wahlkamp-Schau enttarnt. „Hier geht es nur noch um das Symptom“, merkt Peter Blaschke an. Wenn Jugendliche straffällig würden, sei das Kind doch schon in den Brunnen gefallen. Viel wichtiger sei es daher, sich noch stärker mit dem Thema Prävention auseinander zu setzen.

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