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2600 Unterschriften gegen Schließung der Gynäkologie

SELM/LÜDINGHAUSEN Vehement diskutierten 30 Bürger am Montagabend im Kolpinghaus Lüdinghausen darüber, wie man einer Schließung der Gynäkologischen Abteilung des Sankt Marien-Hospitals entgegen wirken könnte.

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2600 Unterschriften gegen Schließung der Gynäkologie

Das Marien-Hospital in Lüdinghausen.

Thomas Aschwer gab die Marschrichtung vor. "Unser Ansatz für heute sollte nicht sein, die Situation an sich zu diskutieren. Vielmehr sollten wir die Frage klären, soll es eine Podiumsdiskussion geben? Und wenn ja, wer wäre bereit, sie zu organisieren? Trotz der klaren Zielvorgabe kochten die Emotionen aller Beteiligten hoch und eine Stunde lang machten sich die Bürger Luft über ihren Unmut.

"Muss man sowas hinnehmen?"

Viel Unverständnis über die Schließung der hochgelobten und zertifizierten Einrichtung kam zum Ausdruck. "Ich bin im letzten Jahr Vater geworden und alles hat super geklappt. Jetzt stellt sich mir die Frage, muss man das so hinnehmen? Oder sollten wir nicht unsere Kräfte bündeln und auf den Punkt bringen, wer sich engagieren möchte?", fragte Georg Schulze-Spüntrup, der bemüht war, die Gespräche sachlich in Zielrichtung zu lenken.  

Deutlich wurde die Betroffenheit der Menschen. Pfarrer Stephan Kreutz brachte einen Hoffnungsschimmer, denn er hatte die Unterschriftenlisten durchgezählt. 1700 Unterschriften gegen die Schließung der Abteilung lagen am Montag bereits vor. Gestern kamen 900 weitere hinzu, so dass es jetzt schon 2600 Unterschriften sind. Zudem wird an einem Buch mit in Lüdinghausen geborenen Kindern gearbeitet.

Entschluss nicht leicht gemacht

Pfarrer Kreutz mahnte zu einer sachlichen Diskussion mit den Entscheidungsträgern, da sie sich ihren Entschluss gegen die Gynäkologie nicht leicht gemacht hätten. Dr. Walburga Beckmann meldete Bedenken an, denn sie fürchte, dass bei einer Podiumsdiskussion schlicht die Finanzierung das Totschlagsargument wäre, dem man nichts entgegen zu setzen hätte. Doch Pfarrer Kreutz entgegnete, eine gut funktionierende Abteilung mit einem sehr guten Ruf sei ein Marketing-Instrument.

Mitdiskutieren

Karl Mersmann, in früheren Jahren Kuratoriumsmitglied des Krankenhauses, forderte: "Lassen sie uns keine Podiumsdiskussion anstreben, bei der der Bürger die Faust in der Tasche ballen muss, sondern eine Bürgerversammlung, bei der jeder mitdiskutieren kann." Der Vorschlag wurde per Handzeichen einstimmig angenommen. Die Versammlung soll am 24. Oktober um 20 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum in Lüdinghausen stattfinden.

Das Buch der Kinder soll voraussichtlich den Mauritz-Franziskanern in Münster, die Unterschriften dem zuständigen Minister Karl-Josef Laumann in Düsseldorf übergeben werden.

  

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