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Bernhard Rapkay stellt sich Jugendlichen

SELM Wie wird man eigentlich Abgeordneter im Europaparlament? Welche Aufgaben hat man dort? Und welche Auswirkungen haben die Entscheidungen aus Straßburg und Brüssel auf Selm?

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Bernhard Rapkay stellt sich Jugendlichen

Bernhard Rapkay diskutierte mit Schülern.

Diese und ähnliche Fragen stellte eine Gruppe von Schülern des 9. und 10. Jahrgangs der Otto-Hahn-Realschule am Montag dem EU-Abgeordneten Bernhard Rapkay.

Rapkay ist nicht nur seit 1994 Mitglied, sondern inzwischen auch Vorsitzender der SPD-Gruppe im Europäischen Parlament. Zu seinen Tätigkeitsfeldern zählen unter anderem Energie- und Umweltpolitik sowie Wirtschafts- und Währungspolitik.

"Wir treffen im Parlament Regelungen für ganz Europa, die die Bürger in Selm genauso betreffen wie in Lyon", erklärte Rapkay den Schülern. Als Beispiel nannte er eine Stereo-Anlage, für die man beim Kauf in der EU generell zwei Jahre Garantie anstatt früher sechs Monate erhalte.

"Die EU gibt in solchen Dingen den Rahmen vor, die Mitgliedsländer müssen es dann im nationalen Recht entsprechend umsetzen", so Rapkay.

Als Parlamentarier viel unterwegs

Der 56-Jährige verdeutlichte, dass er als EU-Parlamentarier viel unterwegs sei. Seit 37 Jahren lebt er mit seiner Familie in Dortmund, seine Arbeitsschwerpunkte aber liegen in Brüssel und Straßburg. In beiden Städten hat er ein Büro und Mitarbeiter, die ihn unterstützen.

Drei Wochen Brüssel, eine Woche Straßburg - so teile sich der Monat in der Regel auf. "In Brüssel wohne ich in einer WG", erzählte Rapkay zur Überraschung manchen Schülers und fügte schmunzelnd hinzu: "Meine Tochter hat damals gesagt: Jetzt gründet der auf seine alten Tage noch 'ne WG." In Straßburg wohne er dagegen im Hotel, die Kosten trägt die EU.

Als Europaparlamentarier betreut Bernhard Rapkay die Städte Dortmund, Hamm, Hagen sowie den Kreis Unna - und somit auch Selm. Für die Arbeit im heimischen Wahlkreis bleibt freilich wenig Zeit. "Die Betreuung ist nicht wie gewünscht und muss verbessert werden, doch der Fortschritt ist ja bekanntlich eine Schnecke", gab der SPD-Politiker offen zu.

Projekt Jobstarter nicht verlängert

Organisiert worden war das Gespräch von der Otto-Hahn-Realschule in Zusammenarbeit mit der Ausbildungshilfe Selm. Deren Vertreterinnen Marie-Lis Coenen, Jutta Steiner und Bettina Schwab-Losbrodt konfrontierten Bernhard Rapkay mit einem besonderen Anliegen.

Der Hintergrund: Das erfolgreiche Projekt Jobstarter, das mit EU-Mitteln gefördert wurde, lief Ende September aus und wurde nicht verlängert. Lena van Ginneken, die das Projekt betreute, betonte dessen Wichtigkeit im Hinblick auf die Kontakte zur Wirtschaft und die Bereitstellung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen. Dr. Rainer Fiesel, Schulleiter der Otto-Hahn-Realschule, pflichtete ihr bei: "Dass das Projekt ausgelaufen ist, ist für uns eine mittlere Katastrophe."

"Selm-Tag" für Rapkay

Damit stieß er bei Bernhard Rapkay auf Verständnis. Doch der SPD-Politiker machte deutlich, dass die Entscheidung über die Zuteilung der Fördermittel nicht bei ihm liege. Hier müsse das Gespräch mit dem Landtags- bzw. Bundestagsabgeordneten gesucht werden.

Die Veranstaltung in der Otto-Hahn-Realschule war für Rapkay im übrigen der Auftakt zu einem "Selm-Tag", in dessen weiteren Verlauf er die Firma Kanne, das LAFP in Bork und den SPD-Stadtverband besuchte.

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