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Klassisches Musikfestival in Selm

Die Kammermusik kehrt zurück aufs Schloss Cappenberg

Cappenberg Ihr habe etwas gefehlt, sagt Mirijam Contzen. Dem Publikum ebenfalls. Pfingsten wird das gemeinsame Warten ein Ende haben. Neun Gründe für den Festival-Besuch auf Schloss Cappenberg.

Die Kammermusik kehrt zurück aufs Schloss Cappenberg

Mirijam Contzen und ihre Künstler-Freunde freuen sich auf das Festival. Foto: Magnus Contzen

Das waren zwei stille Jahre: 2016 und 2017. Das Musikfestival Cappenberg fiel jeweils aus wegen der Bauarbeiten am Schloss. Die sind in diesem Jahr zwar auch noch nicht abgeschlossen, dennoch werden Streicher, Bläser und Pianisten die barocken Schlossmauern, die romanische Stiftskirche daneben und den Park darum herum wieder acht Tage lang verzaubern: mit romantisch-melancholischen Klängen ebenso wie mit fröhlich-schallenden, mit bekannten wie unbekannten Kompositionen. Und mit einem ganz neuen Angebot in der schon elfjährigen Festivalgeschichte. Das sind die Gründe, warum sich der Besuch des Musik-Festivals Schloss Cappenberg vom 20. bis zum 27. Mai lohnt:

1. Weil es ein Wiedersehen und Wiederhören mit einer international berühmten Künstlerin ermöglicht, die aus der Region stammt und mit ihr nach wie vor verbunden ist: Festivalgründerin Mirijam Contzen (41): Sie ist geboren in Münster, aufgewachsen in Ascheberg und Lünen und in Werne zur Schule gegangen. Zum ersten Mal hielt sie mit zwei Jahren eine Geige in der Hand: das Instrument ihrer Mutter. Der Unterricht begann, als sie dreieinhalb war. Mit sieben spielte sie bereits Violinkonzerte von Mozart und machte Tibor Varga auf sich aufmerksam: einen der größten Geiger des 20. Jahrhunderts, bei dem sie auch studierte. Heute gilt die Mutter von Zwillingen als exzellente Virtuosin, die weltweit tätig ist.

2. Weil das Cappenberger Schlossgelände „einfach der ideale Ort ist für ein Festival“, wie Mirijam Contzen sagt. „Die Lage ist geschützt: auf dem Hügel, umgeben von alten Mauern und eingebettet in die herrliche Natur.“ Als sie in den vergangenen zwei Jahren blühende Rhododendren sah, „habe ich die Cappenberger Festivalzeit schmerzhaft vermisst“. Während der einen Woche, in der sie von morgens bis abends mit ihren Künstlerkollegen an dem geschichtsträchtigen Ort musiziere, „sind wir in einer anderen Welt“.

3. Weil das Programm wieder interessante Begegnungen ermöglicht, wie Contzen verspricht. Auf dem Programm stünden nicht nur bekannte Werke wie Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“, sondern auch Unbekanntes bekannter Komponisten – etwa sechs selten zu hörende Studien von Robert Schumann – und Hörenswertes eher unbekannter Künstler wie dem 1935 verstorbenem Josef Suk und dem 1953 verstorbenem Arnold Bax. Eine solche Mischung, in der Neues und Unerwartetes einen festen Platz haben, habe das Festival von Anfang an ausgezeichnet, sagt Contzen. Seit der Premiere 2005. „Wir spannen auch in diesem Jahr programmatisch wieder einen großen Bogen.“ Das Gute dabei: Auch wenn das Publikum nicht jeden Namen auf dem Programm kenne, „vertraut es uns“.

4. Weil Mirijam Contzen nicht nur bei der Programmgestaltung, sondern auch bei der Auswahl ihrer Musiker eine bunte Mischung aus bewährt und neu pflegt. Peter Hörr am Cello und Herbert Schuch am Klavier etwa gehören zu ihren langjährigen Wegbegleitern. „Dazu kommen aber auch jedes Mal spannende Leute, die ich gerade erst kennengelernt habe.“ Musiker, bei denen ihr von Anfang an klar sei, „dass wir unbedingt die Zusammenarbeit vertiefen sollten“ – auf Cappenberg. Insgesamt musizieren 18 Männer und Frauen, davon sechs „Neue“, eine Wochen lang in Schloss und Stiftskirche – nicht nur während der Proben und der täglichen Konzerte. „Wir verbringen eigentlich die ganze Zeit gemeinsam dort“, sagt sie: eine intensive Arbeitsphase könnte man das nennen. Contzen spricht dagegen von „einer magischen Zeit“. Das werde sich dem Publikum mitteilen – nicht nur in der Musik. „Wir freuen uns auch wieder auf die persönlichen Kontakte mit den Zuhörern.“

Einen, den die Zuhörer auf jeden Fall besser kennenlernen werden, ist Sebastian Manz. „Soloklarinettist im SWR Symphonieorchester“, sagt Contzen. Und er ist Arrangeur und Komponist. „Davon wird auch einiges zu hören sein“, verspricht sie.

5. Weil es einen neuen Programmpunkt geben wird: das Vorecho. Ein Echo ist laut Definition ein Widerhall: etwas, das sich erst nach einem vorangegangenen Hörereignis einstellt. „Wir machen das anders herum“, sagt Mirijam Contzen. Erst das Echo, dann das Konzert: keine Reflexion des Gehörten, sondern ein Vorgriff. Vier solcher Vorechos wird es geben: am 21., 23., 26. und 27. Mai. „Dabei geht es nicht nur um Konzerteinführungen im üblichen Sinne“, sagt die Festivalleitern. Die gute halbe Stunde vor Konzertbeginn will nicht nur Verständnis für das Werk, sondern auch für Komponisten und Künstler schaffen.

6. Weil auch im Publikum bereichernde Begegnungen vorprogrammiert sind, wie Mirijam Contzen überzeugt ist. Sie habe während der zurückliegenden zehn Festivals erlebt, wie der Kreis immer größer wurde: „Erst kamen die Zuhörer aus der Region“, sagt sie: dem Ruhrgebiet und dem Münsterland. Dann seien Gäste aus Düsseldorf und dem übrigen Rheinland dazu gekommen, später aus Frankfurt, München und Berlin. „Manche von ihnen machen einen kleinen Urlaub und bleiben zwei, drei Tage bei uns.“ Einige sogar die ganze Woche.

7. Weil die Konzerte sehr unterschiedlich sind und dadurch für unterschiedliche Stimmungslagen stets etwas dabei ist, wie schon das jeweilige Konzert-Motto verspricht. Das Eröffnungskonzert am Pfingstsonntag, 20. Mai, 19.30 Uhr, heißt „Hörnerschall und Nebelflor“ und bringt Mozart, Mendelssohn-Bartholdy und Suk zu Gehör. „Romantische Nachtklänge“ ist das Theaterkonzert am Pfingstmontag, 19.30 Uhr, überschrieben mit Werken von Schumann, Brahms, Beethoven und Fuchs. „Take five - eine Handvoll“ heißt das Konzert am 23. Mai, 19.30 Uhr mit Carl Maria Weber, Mozart und Schostakowitsch. Das „Konzert in die Nacht“ am 25. Mai, 19.30 Uhr, n der Stiftskirche lässt Vivaldi, Britten, Brahms, Strawinsky und Bax hören und heißt „Durch das Jahr“. „Müllerinart – etwas schwer“ ist der 26. Mai, 19.30 Uhr, überschrieben mit Ravel, Prokofjew, Hummel und Mozart. Um 22.30 Uhr schließt sich die Late Night Session „mit leichten Beilagen“ an. Nach dem Familienkonzert am 27. Mai, 11 Uhr, schließt das Festival am Nachmittag, 17 Uhr, unter dem Motto „Erinnerungen - es war einmal“ mit Schubert, Bartók, Tschaikowsky und Janácek.

8. Weil die Eintrittskarten ein schönes Geschenk sind, wie sich in den Vorjahren gezeigt hat. Die Tickets kosten 10 Euro (Familienkonzert), 20 Euro (Session), 45 Euro (Nachtkonzert) und alle anderen 35 Euro. Ermäßigungen sind möglich. Die Tickethotline ist rund um die Uhr unter Tel. 01806 700 733 1 erreichbar. Vorverkaufsstellen sind unter anderem Fokus Selm, Willy-Brandt-Platz 2, und Reisebüro Wagner, Markt 8, Werne.

9. Weil es auch etwas umsonst gibt. Wer sich den 22. Mai vormerkt, kann zwischen 14 und 17 Uhr kostenlos über das Festivalgelände schlendern und in Kontakt mit Künstlern kommen, die von 15 bis 16.30 Uhrproben.

www.musikfestival-schloss-cappenberg.com

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