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Er läuft und läuft und läuft und...

NORDKIRCHEN Er ist so etwas wie ein VW Käfer. Er läuft und läuft und läuft und läuft und läuft. 110 000 Kilometer in den letzten 31 Jahren. Josef Hagemann ist also viel rumgekommen, will aber noch weit hinaus.

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Er läuft und läuft und läuft und...

Josef Hagemann läuft mittlerweile seit über 30 Jahren Wettkämpfe. Über 110 000 Kilometer hat der Nordkirchener abgespult. Weitere sollen folgen.

Aber von vorne. Josef Hagemann begann 1976 mit dem Wettkampf-Laufen. Aber schon vorher war der heute 55-Jährige immer gut zu Fuß. Als Postbote war er in der Umgebung für die pünktliche Zustellung der Briefe zuständig und ist es auch noch heute. "Mit der Tasche um den Hals war ich immer unterwegs", sagt Hagemann. Den ersten Wettkampf hat er, ohne Laufschuhe und Training, über zehn Kilometer bestritten. 47 Minuten brauchte er für die Strecke. Seine Bestzeit steht mittlerweile bei 31,22 Minuten. Intensives Training über die Jahre hat ihn schneller gemacht. Seine Erfahrung gibt er seit 1984 als Trainer weiter. Unter anderem coachte er die beiden Blume-Brüder zu Anfang ihrer Karriere. Als Jugendliche trainierten diese in Nordkirchen.

Erster Sieg in Werne

Den ersten von mittlerweile unzähligen Siegen lief Hagemann bereits nach anderthalb Jahren ein. In Werne bei einem Straßenlauf war er das erste Mal nicht zu schlagen. Insgesamt bestritt er bis heute über 1400 Wettkämpfe. Wie viele erste Plätze es wirklich sind, weiß wohl auch der Läufer nur selbst. Jedoch stechen einige Erfolge aus seiner Sammlung heraus. Der erste Marathon-Sieg 1985 oder auch der Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft mit dem TuS Sythen. Nicht zu vergessen die Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften. Sechs Medaillen bei Weltmeisterschaften und drei bei Europameisterschaften liegen in der Vitrine. Alle mit der Mannschaft. "Eine Einzelmedaille wäre noch einmal schön. Das ist aber ganz schwierig", sagt Hagemann. Einmal scheiterte er als Vierter nur ganz knapp am Sprung auf das Treppchen.

Bei der nächsten WM, die im September in Italien stattfindet, wird Hagemann nicht am Start sein. An die vergangenen Weltspielen hat er gute Erinnerungen. Insbesondere an die WM 1993 in Japan. "Das war ein ganz besonderes Flair. Zur Eröffnungsfeier war sogar das Kaiserpaar anwesend", schwärmt er.

Letzter weißer Fleck

Wegen seiner Lauferei hat er bereits fast alle Kontinente bereist. Die letzten weißen Flecken auf der Karte tilgt er im kommenden Jahr. Denn dann startet Hagemann mit einer 48-köpfigen Reisegruppe zu einer Weltreise. Über 27 Tage geht diese und führt unter anderem nach Bangkok, Australien, Neuseeland und in die Antarktis. Der weiße Kontinent ist nämlich nicht nur für Hagemann der letzte weiße Flecken auf der Läuferkarte. Auf Feuerland bestreiten die Teilnehmer einen Halbmarathon.

Aber auch in der Heimat will Hagemann weiter aktiv bleiben auch wenn er in letzter Zeit etwas kürzer getreten ist. Lange Strecken wie einen Marathon läuft er aufgrund einer Knie-Operation aus dem Jahr 2005 nicht mehr. Hinzu kommt noch ein Hundebiss. Ganz nach dem alten Klischee wurde er von einem Hund im Dienst gebissen, seither hat er Probleme mit der Wade.

Ans Aufhören denkt er trotzdem nicht. Und so wird für Josef Hagemann wahrscheinlich weiter gelten: Er läuft und läuft und läuft und läuft...

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