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"Immer schon verrückter Typ"

OLFEN Als am Dienstag dieser Woche der 23-jährige Berliner Leichtathlet Robert Harting sensationell im japanischen Osaka Vizeweltmeister im Diskuswerfen bei der WM wurde, freute sich auch in Olfen ein langjähriger Weggefährte über diesen tollen Erfolg: der ehemalige SuS-Athlet Philipp Heinrichs.

Bis 2004 trainierte Philipp Heinrichs als Diskuswerfer auf deutscher Ebene erfolgreich, war mehrere Jahre mit Robert Harting gemeinsam zunächst im C-/D-Kader und später dann auch im C- bzw. B-Kader des deutschen Leichtathletikverbandes.

Jugendmeisterschaft

Noch heute gut in Erinnerung sind Philipp Heinrich die einige Jahre zurückliegenden deutschen B-Jugendmeisterschaften in Braunschweig. Nachdem der SuS-Athlet, damals im Trikot der LG Olympia Dortmund, zunächst Silber im Kugelstoßen vor Robert Harting geholt hatte, kam es am nächsten Tag zum Aufeinandertreffen der beiden "Werferriesen" im Diskuswerfen. Robert Harting war damals schon eine Klasse für sich und holte überlegen mit 59,68m den deutschen B-Jugend-Titel. Der Olfener Philipp Heinrichs kam in Braunschweig auf 56,45 m und gewann Bronze.

Einen Tick besser

Sehr häufig sind die beiden Wurf-Asse damals noch gegeneinander angetreten, doch Harting war immer einen Tick besser. "Der war schon damals immer ein ganz verrückter Typ", erinnert sich Philipp Heinrichs an die Szene in Osaka, als Harting sich nach seinem Erfolg das Trikot vom Leib riss. "Der hat bestimmt anschließend in Osaka richtig die Puppen tanzen lassen."

Aus der Gruppe der damaligen Nachwuchswerfer ist schließlich Robert Harting als einziger Aktiver übrig geblieben, der seinen Weg in die deutsche Spitze und auch in die Weltspitze geschafft hat. Sowohl Harting als auch Heinrichs hatten damals mit Jürgen Schult, dem immer noch amtierenden Diskus-Weltrekordler, denselben Trainer als Bundestrainer. Auch Philipp Heinrichs, der immerhin 23 Mal Westfalenmeister wurde, war damals ein ähnlicher Weg aufgezeigt worden, wie dem neuen Vizeweltmeister, zumal er mit einer Arm-Spannweite von 2,15 Metern sogar bessere Voraussetzungen mitbrachte, als ein Lars Riedel. Doch aus Verletzungs- und aus beruflichen Gründen - Heinrichs studiert derzeit Maschinenbau - zog er sich im Jahre 2004 vom Leistungssport zurück. Selbst ein Wechsel in die Trainingsgruppe von Michael Möllenbeck beim TV Wattenscheid brachte Philipp Heinrichs letztendlich nicht weiter.

Wiedersehensfreude

Dennoch ist der Kontakt zu den Großen der Werferszene bei dem 23-Jährigen nie ganz abgerissen. "Ich gönne ihm den Erfolg von ganzem Herzen. Er war sicherlich auch der Einzige aus dem damaligen Kader, der das Zeug dazu hatte, ganz weit zu kommen. Irgendwann werden wir auf seinen Erfolg nochmal einen drauf machen", freut sich der ehemalige Olfener Diskuswerfer auf ein Wiedersehen mit seinem alten Rivalen.

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