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Ist eine Problemlösung für den Selmer Wertstoffhof in Sichtweite?

Umbau Recyclinghof

Wenn es nach den Wünschen der Stadtwerke geht, bekommt Selm bald einen neuen Wertstoffhof. Er soll mehrere Probleme lösen. Welche genau? Davon haben wir uns vor Ort ein Bild gemacht.

Selm

von Emilio De Sacco

, 11.07.2018
Ist eine Problemlösung für den Selmer Wertstoffhof in Sichtweite?

Diese Container sind noch für die meisten leicht zu erreichen, bei den Treppen wird das für den ein oder anderen schon schwieriger. © Emilio De Sacco

Freitagmittag, 13.45 Uhr: Vor dem Wertstoffhof stehen erst ein paar Autos, es ist ruhig. Noch. In der nächsten Viertelstunde wird hier eine Autoschlange entstehen. Um 14 Uhr geht es dann erst richtig los: Die ersten Autos fahren auf den Wertstoffhof. Es beginnt unruhig zu werden. Als sich das erste Auto aus der anderen Richtung dazwischen drängelt, fangen wartende Fahrer auf der anderen Seite langsam an, sich aufzuregen.

Lange Warteschlangen

Ärger wie diesen gibt es häufig am Selmer Wertstoffhof: Immer wieder kommt es zu Klagen, weil auf der Straße regelrechte Staus entstehen, die Verkehrssituation dort allgemein eher schwierig ist. Dominik Heunig (17), der mit seinem Vater in der Schlange steht, erzählt: „Es dauert oft gefühlte zehn Jahre, auf den Hof zu kommen. Vor allem, weil viele Leute meinen, sich vordrängeln zu müssen.“

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Dass es häufiger mal eng wird auf dem Wertstoffhof, bestätigt auch Siegfried Andorf, der als Mitarbeiter der Stadtwerke Selm auch auf dem Wertstoffhof tätig ist. Gerade wenn es zu dieser Jahreszeit mal ein wenig kühler sei, werde es besonders voll auf dem Hof.

„Die Leute kommen dann oft noch in den letzten paar Minuten, um ihren Schutt abzuladen“, sagt er. Gerade am Wochenende sei viel Betrieb auf dem Hof. Oft wird dann vor dem Tor auch gehupt und gemeckert, wenn es länger dauert, erklärt Andorf. Auch Stephan Schwager, der Geschäftsführer der Selmer Stadtwerke, bestätigte auf Anfrage der Redaktion, dass es zu den Öffnungszeiten ein Problem mit dem Verkehr gibt. Aber auch Beschwerden wegen der Treppen zu den Containern gibt es, so Schwager. Der Platz auf dem Hof, sei eigentlich auch nicht ausreichend für den Wertstoffhof.

Das alles soll sich aber ändern: Es soll einen neuen Platz für den Wertstoffhof geben (wir berichteten). Der neue Standort ist zwar auch im Industriegebiet, jedoch an einer nicht so viel befahrenen Stelle wie momentan. „Im Grunde genommen zieht er bloß auf die andere Seite“, so Schwager. Dort sei aber genug Platz, um den Hof besser auszubauen und das Problem mit dem Verkehr zu lösen.

Keine Treppen mehr

Dazu gäbe es auch keine Treppen mehr, sondern man könnte einfach hochfahren und seinen Müll von oben reinwerfen. Die Einwurfhöhe wäre dann auch nicht höher als 1,20 Meter“, sagt Schwager. „So wird es seit einiger Zeit auch schon in Nordkirchen gemacht.“

Bevor es zu den Änderungen kommt, müssen allerdings noch ein paar Sachen geklärt werden. Im Moment ist der neue Platz zum Beispiel noch nicht frei – er müsste noch vollständig geräumt werden. Außerdem stehen in unmittelbarer Nähe noch Container, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Und ein Wertstoffhof macht viel Lärm, darunter würden die Flüchtlinge sicher stark leiden, so Schwager.

Kosten: 400.000 Euro

Außerdem muss erst der Rat der Stadt Selm Umzug und Umbau beschließen. „Die Stadtwerke sind auch nur Dienstleister“, betonte Schwager. „Einen Wertstoffhof baut man nicht einfach so.“ Die Kosten, die bei dem Bau erforderlich wären, würden sich schätzungsweise auf über 400.000 Euro belaufen.

Auch wenn das Projekt im Jahr 2018 nicht fertig würde, so Schwager, entwerfen die Stadtwerke bereits jetzt Pläne für die Zukunft.

Bis die umgesetzt sind, werden sich die Autofahrer in der Schlage weiter ärgern müssen. So wie Christoph Kirch, der in Selm neu gebaut hat und somit oft auf den Wertstoffhof angewiesen ist. Auch er beklagt sich über den Stau, der zu Beginn der Öffnungszeiten eigentlich jedes Mal auftrete, „besonders freitags und samstags ist es schwierig“.