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Vergiftete Katze

Kater stirbt in Selm an Giftcocktail

Selm Die Besitzerin des Katers, der auf der Straße Auf der Geist tot gefunden wurde hat es nun schriftlich: Ihr Tier wurde mit einem Giftcocktail getötet. Insgesamt gibt es sieben Katzen die in einem Dreivierteljahr auf dieser Straße verschwunden sind – davon vier, die später tot gefunden wurden: Was kann man tun, wenn man glaubt, dass die eigene Katze vergiftet wurde? Dieser Fall zeigt es beispielhaft.

Kater stirbt in Selm an Giftcocktail

Dieser Katze geht es gut, anders als sieben frei laufenden Artgenossen Auf der Geist. Foto: picture alliance / Patrick Pleul

Er sah aus, als schliefe er. Fast friedlich. Dabei war der Kater, der da Anfang März auf dem Gehweg der Straße Auf der Geist lag, mausetot. Heute ist gewiss: Das Tier ist keines natürlichen Todes gestorben und ist auch nicht Opfer eines Unfalls geworden. Ein Giftcocktail aus drei verschiedenen, seit Jahren nicht mehr in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmitteln – darunter E 605 – hat das Tier umgebracht.

Das hat Prof. Dr. Hermann Ammer von der tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München zweifelsfrei festgestellt. „Bei einem toxikologischen Screening konnten Rückstände von Diazinon, Parathion und Sulfotep identifiziert werden“, schreibt er: sogenannte Kontaktinsektizide, die lange Zeit in Deutschland erhältlich waren. Eine Tierärztin des Chemischen Veterinäruntersuchungsamtes Westfalen hatte den Experten aus Bayern hinzugezogen. An sie hatte sich kurz nach dem Fund des verendeten Katers Karin Pötter gewandt.

Die gebürtige Selmerin lebt inzwischen seit 18 Jahren in Hamm. Über ihren Verein „Kitty Hamm. Hilfe für Katzen in Not“, der vor allem dafür sorgt, dass freilaufende Katzen kastriert werden, ist sie aber nach wie vor mit ihrer Heimatstadt verbunden – und mit verängstigten Selmer Katzenhaltern der Straße Auf der Geist, die der Redaktion namentlich bekannt sind. Öffentlich in Erscheinung treten wollen sie lieber nicht – aus Angst. Denn für sie sieht alles danach aus, dass es jemand aus der eigenen Nachbarschaft auf ihre Samtpfoten abgesehen hat.

Fallen entdeckt

Mehr als ein Bauchgefühl: Im Oktober vergangenen Jahres hatten Polizeibeamte nach einem Hinweis aus der Nachbarschaft auf einem Grundstück an der Straße Auf der Geist eine sowohl im öffentlichen Raum als auch auf Privatgrund verbotene Lebendfalle entdeckt, wie Thomas Röwekamp, Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna, auf Anfrage bestätigt: eine Ordnungswidrigkeit, aber keine Straftat. Die Polizei habe deshalb die Angelegenheit an die Untere Jagdbehörde beim Kreis Unna weitergegeben. Auch die Entdeckung einer weiteren Falle – dieses Mal eine sogenannte Schlagfalle, die angelockte Tiere nicht nur festsetzt, sondern tötet – haben Anwohner der Behörde gemeldet.

„Wir wissen darum und kümmern uns“, sagt am Donnerstag Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna. Details der Untersuchungen will Rauert zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht öffentlich machen.

Das gilt auch für die Polizei. Ein Selmer Bürger hatte Anzeige erstattet, als der Giftnachweis aus München kam, wie Polizeisprecher Thomas Röwekamp mitteilt. Das Vergiften von Tieren ist anders als das Aufstellen der Fallen eine Straftat. Nach dem Tierschutzgesetz kann das Auslegen von Giftködern mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Dafür braucht es aber Beweise. „Die Sache liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft“, so Röwekamp. „Das ist doch überall das Gleiche“, sagt Karin Pötter.

Leichtes Spiel für mutmaßlichen Katzenhasser

Die Tat sei offensichtlich, sie lasse sich aber nur schwer in Zusammenhang mit einem Täter bringen – auch, weil sich niemand einmischen wolle. Menschen scheuten sich, Verdächtiges den Behörden melden und machten es so einem mutmaßlichen Katzenhasser leicht. Manche würden auch denken, es gehe „nur“ um Katzen: Tiere, die in der landläufigen Meinung keinen besonderen Wert haben und für das Vogelsterben als mit verantwortlich gelten. „Dabei stellen Fallen und Gift auch für andere Tiere eine Gefahr dar“, betont die Tierschützerin.

„Wir bitten um Hinweise von Tierhaltern“, sagt sie – egal, ob auf weitere verendete Katzen oder mögliche Fallen. Nur so lässt sich nachweisen, ob es stimmt, was Pötter und die Katzenhalter fürchten: dass Methode hinter dem Katzensterben Auf der Geist steckt. Die Tierschützerin sammelt Informationen unter der E-Mail-Adresse info@katzenhilfe-poetter.de „Besorgte Bürger können sich aber selbstverständlich auch immer an uns wenden“, sagt Thomas Röwekamp.

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