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Kopfnoten wieder da

SELM Früher hieß es Führung, Beteiligung am Unterricht und Fleiß. Nun werden Sorgfalt, Konfliktverhalten oder Leistungsbereitschaft zensiert. In der kommenden Woche gibt es erstmals nach über 30 Jahren wieder Zeugnisse mit Kopfnoten.

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Diese Schüler der Klassen 9 und 10 vertreten durchaus unterschiedliche Meinungen zum Thema Kopfnoten (v.l.) Marcel Wintergerste, Jasmin Bürger, Alexander Fronig, Jacqueline Ickerott und Schülersprecher Christian Dieckhörner.

Angst vor Kopfnoten?

 

In der Erich-Kästner-Hauptschule in Bork sind die Lehrer - wie in allen anderen Schulen auch - intensiv mit dem Thema beschäftigt. Dazu erläutert Rektor Magnus Burkhardt: "Die Lehrerkonferenz hat dafür Kriterien entwickelt, die von der Schulkonferenz abgesegnet wurden."

Vorschlag des Klassenlehrers

Demnach legten die jeweiligen Klassenlehrer zu jedem Schüler Notenvorschläge für jeden Einzelbereich des Arbeits- und Sozialverhaltens vor. Diesen Vorschlägen konnten die Fachlehrer, die in den betreffenden Klassen unterrichten, in dieser Woche zustimmen - oder auch nicht. War die Zustimmung groß, steht die Note bereits jetzt fest. "Dies ist in den meisten Fällen so gewesen", sagt der Schulleiter.

Doch einige Abweichungen gab es schon, die umso gravierender sind, je mehr Stunden der Fachlehrer in der Klasse unterrichtete. In einer Konferenz am kommenden Montag werden die unterschiedlichen Auffassungen miteinander besprochen. Bis zum Nachmittag stehen die ersten Kopfnoten an der Selmer Hauptschule dann fest.

"Ganz neu ist das für uns nicht", erklärt Magnus Burkhardt. "Denn Bemerkungen zum Arbeits- und Sozialverhalten haben wir ja schon seit einigen Jahren geschrieben." Dies aber nun in Noten zu fassen, sei schon etwas anderes. Allerdings werde sich deren Bedeutung erst nach und nach durchsetzen, glaubt der Rektor. "Schlichtweg nein", antwortet er auf die Frage, ob die "drohenden" Kopfnoten bislang schon Verhaltensänderungen bei den Schülern bewirkt hätten.

Wichtig in den Bewerbungszeugnissen 

Das brauche wohl eine ganze Schülergeneration. Vor allem auf Bewerbungszeugnissen der Klassen 9 und 10 dürften die Kopfnoten wichtig werden. "Die meisten Betriebe machen sich selbst ein Bild von den Bewerbern durch Tests, Praktika oder Probearbeiten", weiß Schulleiter Magnus Burkhardt.

Doch könnten die Kopfnoten schon eine Rolle für die Vorauswahl spielen, ob also ein Schüler überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Auch hier wird es nach Auffassung des Borker Rektors aber noch eine ganze Weile dauern, bis die Berücksichtigung der Sozialnoten zur Selbstverständlichkeit wird: "Das muss sich erst in den Köpfen der ganzen Bevölkerung festsetzen."

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Diese Schüler der Klassen 9 und 10 vertreten durchaus unterschiedliche Meinungen zum Thema Kopfnoten (v.l.) Marcel Wintergerste, Jasmin Bürger, Alexander Fronig, Jacqueline Ickerott und Schülersprecher Christian Dieckhörner.

Angst vor Kopfnoten?

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