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Pilzerreger treibt sein Unwesen

CAPPENBERG "Wo Du an Gräbern stehst und klagst!" So heißt es in einem bekannten Gedicht von Ferdinand Freiligrath. Ganz anderen Grund zur Klage haben derzeit unzählige Menschen, die die Gräber ihrer Verstorbenen mit viel Liebe pflegen und mit Buchsbaum bepflanzt haben.

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Friedhofsgärtner Rainer Leininger untersucht infizierte Buchsbäume.

Diese kleine Buchsbauhecke ist schon fast komplett abgestorben.

So sollen die Buchsbaum-Pflanzen eigentlich aussehen.

Die eigentlich immergrüne Pflanze wird in vielen Fällen braun und unansehnlich. "Cylindrocladium Buxicola" heißt der Pilz, der seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres auf vielen Friedhöfen sein "Unwesen" treibt und der jetzt auch die hiesigen Friedhöfe erreicht hat. Auf dem Cappenberger Friedhof hat sich die zum Teil wunderschön angelegte Buchsbaumbepflanzung vom satten "Grün" in ein unansehnliches "Braun" verwandelt. "Dagegen kann man kaum etwas machen", sagt Friedhofsgärtner Rainer Leininger von der Stadt Selm und verweist darauf, dass sich diese Buchsbaum-Krankheit auch auf dem Friedhof in Bork schon breit gemacht habe. Leininger ist überzeugt davon, dass Umwelteinflüsse das Wachstum dieses Pilzes fördern.

Erreger wird durch Wind verbreitet

"Der Wind treibt den Erreger dann von einem Grab zum anderen", betont der Gärtner . Ganz neu ist diese Pflanzenkrankheit jedoch in den heimischen Regionen nicht. "Im Vorjahr war der Kommunalfriedhof in Lünen an der Cappenberger Straße schon davon betroffen", weiß Leininger. Uwe Sado, der dort eine Friedhofsgärtnerei besitzt, hat mit der Buchsbaum-Krankheit ebenfalls schon Bekanntschaft gemacht. "Viele Gräber sind hier auf dem Kommunalfriedhof durch die Krankheit verunstaltet", betont er. Innerhalb weniger Tage wurden ganze Buchsbaum-Bestände entlaubt.

Es gibt kein Gegenmittel

Ein Gegenmittel ist bisher nicht bekannt. "Rückschnitt der infizierten Triebe, befallenes Laub entfernen", sagt die Seite "Bio Gärtner" im Internet. Doch dem mögen weder Leininger noch Sado zustimmen. "Manchmal hilft es, die Pflanzen radikal herunter zu schneiden", sagt Leininger, doch vom Erfolg dieser Maßnahme ist auch er nicht überzeugt. "Die Pflanzen müssen mit dem Bodenaushub komplett entfernt werden", betonen Leininger und Sado, der in diesem Jahr überhaupt keine Buchsbaum-Pflanzen mehr gesetzt hat. In einem Schreiben der Landwirtschaftskammer NRW heißt es, dass das verstärkte Auftreten des aggressiven Pilzerregers mit dem feucht warmen Sommer in Verbindung steht. Diese Witterung hat, nach Darstellung der Kammer, für den Pilz optimale Entwicklungsbedingungen geschaffen.

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Friedhofsgärtner Rainer Leininger untersucht infizierte Buchsbäume.

Diese kleine Buchsbauhecke ist schon fast komplett abgestorben.

So sollen die Buchsbaum-Pflanzen eigentlich aussehen.

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