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Rekordverdächtige Reiselust

Selm Pauschalreisen ? Zwei Wochen Mallorca, Ibiza oder die Kanaren ? Nichts für Mechtild und Aloys Hanke. Das Rentner-Ehepaar aus Selm fährt lieber für sechs Monate nach Australien - und das bereits zum achten Mal.

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Er ist 76 Jahre alt, sie 73. "Ich hab' bestimmt schon 70 000 Kilometer auf den australischen Highways und im Outback auf dem Buckel", sagt Mechtild. Während sie das Auto fährt, genießt er die herrliche Weite des Landes.

Seit 1992 sind sie regelmäßig zu Gast auf dem fünften Kontinent. "Schwager Heinrich ist 1980 ausgewandert und hat sich als Fernsehtechniker selbstständig gemacht", erklärt Aloys Hanke. "Wir haben 1985 einen Sparvertrag abgeschlossen. Als mein Mann dann in Rente gegangen ist, haben wir es einfach gewagt - ohne ein Wort Englisch zu sprechen", ergänzt Mechtild Hanke. Kein Problem, am Anfang wurden alle Fragen einfach mit "No" beantwortet. Mechtild Hanke spricht jetzt ein paar Brocken Englisch, ansonsten schlägt man sich bei den gastfreundlichen "Aussies" mit Händen und Füßen durch. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, muss sowieso nicht viel gesprochen werden. Die eindrucksvolle Landschaft spricht für sich: die Wüste im Landesinneren, das Outback, der Ayers Rock; die Ostküste mit Sunshine Coast und Gold Coast (wo Schwager Heinrich in Surfers Paradise wohnt); das Great Barrier Reef; die herrlichen Strände an der Westküste nördlich von Perth mit Monkey Mia an der Shark Bay: Hankes haben alles gesehen.

Weinbaugebiet

Nicht nur aus dem Auto heraus. Mit der Eisenbahn ging es quer durchs Land. In der Nähe von Adelaide liegt im Barossa Valley das größte Weinbaugebiet Australiens. "Dort leben viele deutschstämmige Australier, Nachfahren von Einwanderern größtenteils aus Mecklenburg. Alles deutsche Namen", sagt Aloys Hanke. Aber: auch dort spricht niemand mehr Deutsch. Hankes kamen trotzdem zurecht.

"Dieses Land hat soviel zu bieten, da muss man sich Zeit nehmen. Mindestens sechs Wochen Urlaub", meint Mechtild Hanke. Oder gleich ein halbes Jahr, wie die Hankes. Dabei waren sie vorher eigentlich keine Weltenbummler: "Früher sind wir immer zum Bodensee zum Camping gefahren."

Mal zwei Wochen Ägypten oder Südafrika, das war alles. Nachdem Aloys Hanke dann bei der Westfalia in Lünen in Rente gegangen war kamen die Fidschi-Inseln, Hawaii, die USA mit Grand Canyon, Las Vegas und Florida dazu. Australien-Abstecher führten nach Tasmanien und nach Neuseeland.

"Mein Mann ist die treibende Kraft. Der sagt morgens: 'Na, wo geht's denn jetzt hin', und dann plane ich drauflos", sagt Mechtild Hanke. Es muss nicht immer Australien sein. "Wir fahren auch einfach nur mal ´ne Woche nach Kiel." Im August feiern die Hankes Goldene Hochzeit. Schwager Heinrich kommt zu Besuch. Er holt sie ab zur "Hochzeitsreise". Dann verlassen die Hankes ihre vier Kinder, acht Enkel und zwei Urenkel wieder für vier Monate: Kanada, Las Vegas, Samoa, Neuseeland, Australien stehen auf dem Programm.

Schwager dabei

"Das wird unser letzter großer Tripp", meint Mechtild Hanke. Tatsächlich? "Naja, meine Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen", sagt sie mit einem Seitenblick auf ihren Mann. Der bekommt glänzende Augen: "Schwager Heinrich hat noch einen Traum." Einmal mit dem Wohnmobil an der australischen Küste entlang. Jede Wette: Mechtild und Aloys Hanke sind dabei.

Marc Stommer

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