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Fußball: Kreisliga A

Rettung oder Zittern bei der SG Selm

Selm Ausgerechnet in Havixbeck müssen Kreisliga-Fußballer der SG Selm am Dienstag das erste Entscheidungsspiel austragen und werfen daher dem Kreis vor, dass Gegner Hohenholte dadurch einen Heimvorteil hat. Der Kreis Münster widerspricht.

Rettung oder Zittern bei der SG Selm

Auf der Bank trauern (v.l.) Marius May, Niklas Neumann, Tobias Tumbrink und Trainer Deniz Sahin dem verpassten Klassenerhalt hinterher. Davor liegt der mit Fußproblemen ausgewechselte Rechtsverteidiger Paul Ulrich. Foto: Reith

Der Einheitskreis der Selmer Spieler war ungewöhnlich lang am Sonntag vor dem Anpfiff zum Spiel der Fußball-Kreisliga Münster gegen den SV Herbern, das mit einem 2:7 bitter für die SG endete. Selms Spieler wollten sich geschlossen präsentieren. Eine halbe Minute schwörten sich die Selmer noch einmal ein, bevor auf dem Kunstrasenplatz dann 45 gute Selmer Minuten folgten. Nach dem Abpfiff stand dann einigen blankes Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Selm muss am Dienstag, 29. Mai (19.45 Uhr, Althoffsweg 41, Havixbeck) ein Entscheidungsspiel austragen gegen die punktgleichen Hohenholter und im Falle einer Niederlage Sonntag noch in die Relegation gegen Hoetmar.

Die 150 Zuschauer beim Saisonfinale am Selmer Platz ahnten nicht, dass die SG Selm eine Stunde nach Abpfiff, zwischen 16 und 17 Uhr, sogar nochmal gerettet war. Denn da waren die Ergebnisse und die Konstellation der Bezirksliga so günstig für die SG Selm, dass der 14. Platz, auf dem die Selmer momentan stehen, sich in einen Nichtabstiegsplatz verwandelt hätte. Selms Glück hielt, bis Ennigerloh den Ausgleich schaffte. Die Tageszeitung „Die Glocke“ berichtete, dass das Tor drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit fiel. In den zehn Nachspielminuten köpfte ein Spieler aus Ennigerloh noch einen Ball von der Linie.

Anspruch und Wirklichkeit

Von Pech sprach auch Dirk Nottebaum, seit fünfeinhalb Jahren Trainer von GS Hohenholte: „Der Ausgleich in der 93. Minute am Sonntag war symptomatisch für die ganze Saison.“ Erst durch den Ausgleich rutschte Hohenholte wieder auf die gleiche Punktzahl wie Selm. „Solche Umstände wie dieses Jahr habe ich noch nicht erlebt.“ In den vergangenen zwei Jahren landete Hohenholte auf den Plätzen zwei und sechs. „Wir hatten den Kader gut verstärkt. Die Idee war eigentlich, wieder unter die ersten Fünf bis Sechs zu kommen“, sagte Nottebaum, „das Saisonziel mussten wir aber dann schnell korrigieren. Wir sind unaufhörlich in diesen Strudel gekommen. Es geht darum, etwas zu retten, was uns zehn Monate lang entglitten ist.“ Der Ausgleich am Sonntag habe aber „nur Positives ausgelöst.“ Zum Saisonende ist der Kader wieder voll – bis auf den rotgesperrten Nils Berndt. Nottebaum habe acht Auswechselspieler auf der Bank gehabt. Der „Spirit“ sei zurück. „Keiner rechnet damit, dass es schief gehen kann“, sagte er.

Über die Entwicklung in Selm wunderte sich Nottebaum: „Wie kann es sein, dass eine Mannschaft, die eine gute Hinrunde gespielt hat, so eine Rückrunde spielt?“ Eine Frage, auf die man sicherlich in Selm auch eine passende Antwort sucht.

Ungünstige Ansetzung

Kritik gab es bereits am Sonntag bei der SG an der Ansetzung. Havixbeck hatte schon vor Monaten den Zuschlag für das Entscheidungsspiel bekommen. Hohenholte ist Teil der Gemeinde Havixbeck und trainiert sogar auf der Anlage. Ein Heimvorteil für Hohenholte? „Kann man nicht leugnen“, sagte Nottebaum. Norbert Krevert, stellvertretender Kreisvorsitzender, sagt, dass er den Unmut verstehen kann. „Wir haben die Austragungsorte im März festgelegt und die Vereine Donnerstag noch einmal drauf hingewiesen. Da gab es keinen Aufschrei. Der kam erst am Sonntagabend. Zwei Tage vorher können wir dann nichts mehr ändern“, so Krevert und beruhigte: „Es ist nicht die Heimanlage von Hohenholte.“ Deniz Sahin, Selms Trainer, sagte aber: „Ich glaube, dass Hohenholte etwas offensiver spielen wird, es ist ja quasi ein Heimspiel für die!“

Verlängerung möglich

Das Spiel ist auf Selmer Wunsch eine Dreiviertelstunde nach hinten verlegt worden. Patrick Botta könnte es so noch eher zum Spiel schaffen. Fraglich ist Rechtsverteidiger Paul Ulrich und auch sein offensiver Bruder Daniel hat einen Schlag abbekommen. „Ein Tag Pause tut gut“, sagte Sahin, der Montag nicht trainieren ließ. Regeneration war angesagt. „Und es ist sicherlich auch gut, um den Kopf freizubekommen“, so Sahin, der jetzt vor der Aufgabe steht, der Mannschaft für Hohenholte die richtige Einstellung zu verpassen. „Wir werden alles dafür tun, dass wir in der Liga bleiben“, sagte Sahin. Bei einem Unentschieden nach 90 Minuten gibt es Verlängerung und anschließend Elfmeterschießen. Womöglich droht Selm dann ein langer Abend.

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