Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Rettungseinsatz an Förderschule in Selm

Schüler versprüht Pfefferspray im Umkleideraum

Selm An einer Förderschule an der Waltroper Straße hat ein Schüler am Mittwoch Pfefferspray versprüht. Die Polizei hat Strafanzeige gestellt. Ob der 13-Jährige dafür aber wirklich belangt werden kann, ist noch unklar.

Schüler versprüht Pfefferspray im Umkleideraum

Sobald das Spray zur Tierabwehr gekennzeichnet ist, fällt es in Deutschland nicht unter das Waffengesetz. Foto: picture alliance / Boris Roessle

Am Mittwochnachmittag gab es gegen 15.20 Uhr einen Einsatz für Rettungskräfte und Polizei an einer Förderschule an der Waltroper Straße. Nach dem Sportunterricht hatte ein Schüler Pfefferspray im Umkleideraum versprüht. Mehrere Schüler und Schülerinnern klagten anschließend über Augenreizungen und Hustenreiz. Sie wurden durch einen Notarzt und Rettungskräfte untersucht, hatten aber keine Verletzungen davongetragen, teilte die Polizei mit.

Nach ersten Ermittlungen hatte ein 13-jähriger Schüler außerhalb der Schulzeit eine weggeworfene Dose Pfefferspray gefunden, mit zur Schule gebracht und später einem 14-jährigen Schüler übergeben. Als dieser das Spray nach dem Unterricht aus der Tasche holte, nahm es ihm ein anderer 13-Jähriger ab und drückte auf den Sprühknopf.

Pfefferspray nicht illegal

Pfefferspray ist in Deutschland in Waffengeschäften, Online-Shops und sogar in einigen Drogeriemärkten frei erhältlich. Sobald die Spraydose die Aufschrift „Nur zur Tierabwehr“ trägt, darf sie jeder ohne Altersbeschränkung kaufen und mit sich führen. „Es mag paradox klingen, aber mit dieser Aufschrift fallen Pfeffersprays nicht unter das Waffengesetz“, erklärt Vera Howanetz, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Unna. Ob es sich bei dem Pfefferspray des Schülers um ein freiverkäufliches Produkt handelt, konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mitteilen.

Unüberlegte Tat

„Den betroffenen Schülern geht es wieder gut, sie sind alle wohlauf“, teilte die Förderschule am Donnerstag auf Anfrage mit. Zwei Schulsozialarbeiter stehen ihnen zur Seite, stärkere psychologische Betreuung brauchen sie aber nicht, sagt Schulleiter Kunibert Kampmann. Nun soll die Motivation des 13-Jährigen hinterfragt werden. Kampmann: „Wir können davon ausgehen, dass er unüberlegt gehandelt hat. Es war keine zielgerichtete Tat.“

Alle drei verantwortlichen Schüler sind bis zum nächsten Freitag vom Unterricht suspendiert. Eine Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung wurde gefertigt.

Anzeige
Anzeige