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Stimm- und Sprechtrainerin aus Bork gibt Tipps zum Tag der Stimme

Summen, lächeln und küssen für die Stimme

Bork Ob beim Heiratsantrag oder im Streitgespräch: Damit die Stimme nicht versagt, wenn es wichtig wird, gibt es Trainingsmethoden. Einige davon verrät zum Welttag der Stimme am 16. April Lisette Ruckes - auch im Video.

Summen, lächeln und küssen für die Stimme

Lisette Ruckes demonstriert Übungen zum Aufwärmen der Stimme (siehe Infokasten rechts). Foto: Foto: Sylvia vom Hofe

Noch einmal Räuspern, dann soll das Gespräch über den Internationalen Tag der Stimme beginnen – und schon ist der erste Fehler gemacht. Lisette Ruckes zieht mahnend die Augenbrauen hoch.

Ob am Telefon oder vorm Auftritt

Das mit dem Räuspern sei eine echte Unsitte, sagt sie. Eine weit verbreitete zudem. Ob vor einem Telefonat, auf dem Weg zum Rednerpult oder eben zu Beginn eines Interviews: Viele möchten mit einem „Hmkrrrr-krrrkrrr“ die Stimme klären, und erreichen damit meist das Gegenteil.

Davon ist die 33-jährige zertifizierte Stimm- und Sprechtrainerin aus Bork überzeugt. Sie ist zudem eine von gleich mehreren Logopäden in Selm, die Menschen mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen behandeln. Dabei geht es nicht nur darum, Menschen zu helfen, die ein medizinisches Problem haben – etwa in Folge eines Schlaganfalls – , sondern auch jedem, der wirkungsvoller sprechen können möchte. Ohne schnell heiser zu werden. Ohne Piepsen. Ohne Knödeln. Und ohne ewiges Räuspern.

Nur nicht räuspern

Denn das ist das Problem: „Wer einmal damit anfängt, macht es nur schlimmer“, sagt Lisette Ruckes. Das vermeintliche Reinigen der Stimmbänder reize sie nur. „Die Stimmlippen schlagen aufeinander. Ihre Schleimhaut wird dadurch angegriffen.“ Das sorge für das Bedürfnis, erneut räuspern zu wollen: „Ein echter Teufelskreis, also besser sein lassen.“ Stattdessen sei es besser, zu schlucken. Oder zu summen.

16. April international

Den internationalen Tag der Stimme am 16. April hatten US-amerikanische Stimmtherapeuten 1999 ins Leben gerufen.

Das sind Übungen für die Stimme

Den Atem durch die geschlossenen Lippen pusten. Das lässt sie flattern, hört sich lustig an - und sieht auch so aus.
Im Wechsel breit lächeln und einen spitzen Kussmund formen..
Breit lächen - das lockert die Lippen und sorgt, ob man will oder nicht, gleich für bessere Laune. Das hört man der Stimme auch an,
Aaaa, eee, iii, ooo, uuuu: Die Vokale lang und deutlich klingen lassen.
Mmmmmhhh: Wer so macht, entdeckt seine natürliche Stimmhöhe. In der Regel sprechen die meisten Menschen zu hoch.
Mit einem Weinkorken zwischen den Zähnen zwei bis fünf Minuten lang sprechen.
Gähnen ist entspannend - auch für die Stimme.
Lippen trainieren mit „iiiiii“ und „uuuuu“ im Wechsel – mindestens zehn Mal.
Eine gute Idee, wie Lisette Ruckes meint. Denn von der Bedeutung der menschlichen Stimme wisse eigentlich jeder: „Die Stimme sorgt für Stimmung.“ Wer warm und kraftvoll klinge, könne leichter beruhigen und überzeugen, als wenn die Stimme schrillt und sich überschlägt.

Das Reibeisen

Und dann gibt es auch noch diese chronisch heiseren Stimmen. „Ich war immer ein großer Fan von Janis Joplin“, sagt die gebürtige Cloppenburgerin, die seit 2013 in Bork lebt. Als sie ihr Logopädie-Studium in den Niederlanden absolvierte, sei aber erst einmal Schluss damit gewesen. „Ich dachte mir die ganze Zeit: die Arme.“ Sie hätte die Sandpapierstimme schonen müssen. Dann hätte sie aber nie so eine unsterbliche Berühmtheit erlangt: ein Markenzeichen – wie die Reibeisenstimme einer ihrer Patientinnen. „Die will sie unbedingt behalten.“ Ziel der Behandlung sei lediglich, „nach einem Stadionbesuch nicht mehr zwei Tage lang komplett heiser zu sein.“ Ruckes lacht – weil es lustig ist, und weil das „Haha“ auch eine gute Stimmübung ist. Wer sie macht, hat hinterher garantiert keinen Kloß mehr im Hals. Und wer die sechs weiteren Tipps fürs Stimmtraining befolgt, bekommt ihn vielleicht erst gar nicht.

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