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Musikfestival Schloss Cappenberg

Warum der Star-Klarinettist Echos behält

Cappenberg Sebastian Manz ist einer der Künstler, die ab Pfingsten beim Musikfestival auf Schloss Cappenberg aufspielen. Im Gespräch erzählt der Klarinettist, warum er seinen Klassik-Echo trotz Skandal behalten will - und warum er eigentlich nicht über die für den Skandal verantwortlichen Künstler sprechen will.

Warum der Star-Klarinettist Echos behält

Freut sich wieder auf die kreative Atmosphäre während des Festivals auf dem Cappenberger Schlossgelände. Foto: marco borggreve

Drei Echos hat Star-Klarinettist Sebastian Manz in seinem Schrank stehen. Und dort sollen sie auch bleiben. Anders als Dirigent Daniel Barenboim und Sänger Marius Müller-Westernhagen will Manz, der vom 20. bis zum 27. Mai Gast beim Cappenberger Musikfestival ist, die Musikpreise nicht zurückgeben. Dennoch distanziert auch er sich deutlich von der Entscheidung der Jury, Rapper Kollegah und Farid Bang auszuzeichnen. Damit ließe sich der Antisemitismus, der aus ihren geschmacklosen Texten herauszulesen sei, nicht bekämpfen. Manz hat eine bessere Idee.

Lieber Workshops als PR für Rapper

„Schenkt den beiden Rappern bitte keine Aufmerksamkeit und damit kostenlose PR“, appelliert Manz: „Geht lieber auf die Kinder in den Kindergärten und Schulen zu, macht Workshops, Kinderkonzerte und vermittelt ihnen unsere gesellschaftlichen Werte, durch die wir gelernt haben, respektvoll miteinander umzugehen“.

Viel lieber als über die „hochnotpeinliche Echo-Verleihung“ spricht der 1986 in Hannover als Enkel des legendären russischen Geigers Boris Goldstein und Sohn zweier Pianisten geborene Manz über seine Musik: etwa über das Klarinetten-Gesamtwerk von Carl Maria von Weber, das der Solo-Klarinettist des SWR-Orchesters eingespielt hat: „Emotional, grazil, virtuos, aktuell“ – die Attribute für das Werk des Komponisten „am Übergang von der Klassik zur Romantik“ sprudeln im Telefonat mit der Redaktion nur so aus ihm heraus. Als es um den Jazz geht, begeistert sich Manz ebenso. Oder um Klezmer. Oder Rock.

AC/DC mit der Klarinette

„Ich kann auch den E-Gitarrensound von AC/DC mit der Klarinette machen“, sagt er und lacht. Über den Tellerrand zu schauen – zu hören und zu spielen –, empfindet der Musiker, den die Kritik als „einen der besten Klarinettisten des Landes“ (ZDF Morgenmagazin) mit einer „betörend schönen Tongebung und technischen Souveränität“ (Fono Forum) bezeichnet, als „enorme Bereicherung“.

Aber nur nicht stehen bleiben und sich auf dem Erfolg ausruhen: Das ist Manz’ Motto. Deshalb liebe er es, Neues auszuprobieren und sich mit anderen Künstlern auszutauschen und ruhig auch ’mal zu reiben – wie jetzt beim Cappenberg Festival. „Das ist spannend.“ Und schön sowieso.

Selm Trotz der anhaltenden Umbau- und Renovierungsarbeiten gibt es eine Neuauflage des Musikfestivals Schloss Cappenberg. Von Pfingstsonntag an gibt es eine Woche lang klassische Musik zu hören. Wir geben einen Überblick über das Programm.mehr...

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