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Kraniche in Selm

Was es über die majestätischen Kraniche zu wissen gibt

Selm Mit Trompetendonner und Flügelrauschen hat sich der Frühling angemeldet. Die Kraniche sind wieder da. Die bis zu 1,20 Meter großen Vögel sind am Sonntag in keilförmigen Zügen über Selm geflogen. Doch wie unterscheidet man eigentlich Kraniche von Wildgänsen und wo überwintern die Tiere? Hier erklären wir es.

Was es über die majestätischen Kraniche zu wissen gibt

Laut trompetend ziehen sie gen Norden: die Kraniche. Foto: Sylvia vom Hofe

Das sei erst der Anfang, sagt Dieter Ackermann. Der Sprecher der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft im Kreis Unna geht davon aus, dass in den nächsten Wochen noch mehrere weitere Züge folgen werden: Gelegenheit, die majestätischen Glücksvögel zu beobachten. Das schlägt auch digitale Wellen.

Der Naturschutzbund Deutschland hat dazu aufgerufen, Kranichbeobachtungen im Internet zu melden unter www.naturgucker.de. Allein am Montag posteten dort 38 Naturfreunde aus Nordrhein-Westfalen ihre Himmelsfunde: mehr als 10.000 Kraniche, die vor allem im Rheinland unterwegs waren. Der europäische Gesamtbestand liegt nach Angaben des Nabu bei mehr als 250.000 Brutpaaren.

Aus dem Urlaub zurückgekommen

„Ich hatte bislang kaum Gelegenheit, Kraniche zu beobachten sagt Uwe Norra von der Selmer Nabu-Gruppe. Das hatte aber nicht mit dem Flugverhalten der Kraniche zu tun, sondern mit seinem eigenen. „Ich bin erst am Sonntagnachmittag aus dem Urlaub zurückgekommen“, sagt er. Dass der Sonntag ein guter Zugvogeltag war, glaubt er aber sofort – auch ganz ohne eigene Beobachtungen. „Hell, warm, klarer Himmel“ – ideale Reisebedingungen für die Kraniche.

Wo sie gestartet sind? Dieter Ackemann zuckt mit den Schultern. So genau wisse man das nicht. Fest steht: „Da, wo es warm ist.“ Als Überwinterungsquartier komme längst nicht nur Afrika in Frage. „Viele Vögel bleiben inzwischen lieber in Spanien oder sogar in Frankreich.“ So könnten die Vögel wertvolle Energiereserven bewahren und seien schneller wieder zurück im Brutrevier, um sich vor der Konkurrenz einen der besten Plätze auszusuchen – in Skandinavien, Russland oder inzwischen auch in Deutschland. Deutschland? Ackermann lacht. Das sei eine echte Erfolgsgeschichte sagt er.

In Diepholz, genauer gesagt in der renaturierten Diepholzer Moorniederung, würden die stolzen Vögel inzwischen nicht nur Rast machen, sondern Eier legen und Nachwuchs aufziehen. Damit ist das Moor in Niedersachsen der westlichste Brutplatz der Weitflieger.

Kraniche als Glücksvogel

Die Kraniche gelten als Glücksvögel. Sowohl in Schweden als auch in China, Japan, Indien, Russland und schon im alten Ägypten wird der Zugvogel so verehrt. Vielleicht weil es ein Glück ist, nach Wochen des harten Frosts wieder die Frühlingsboten am Himmel zu sehen. Vielleicht auch, weil Kraniche sehr scheu sind – so wie das Glück selbst. Eine Glückssträhne haben die Vögel aber auch selbst.

„Anders als bei anderen Vogelarten, die vom Aussterben bedroht sind, registrieren wir bei den Kranichen zunehmenden Zahlen“, freut sich Dieter Ackermann. Warum das so ist? Da kann der Ornithologe auch nur mutmaßen. „Kraniche haben einen abwechslungsreichen Speisezettel.“ Statt nur die kleinen Samen bestimmter Kräuter zu fressen – „wenn diese Kräuter dann nicht mehr vorkommen, hat der Vogel gleich ein Überlebensproblem“ – nimmt der Kranich mit seinem langen Schnabel auf, was er kriegen kann: Beeren, Getreide, Bohnen, Erbsen, Feldpflanzen, aber auch Insekten, Regenwürmer, Amphibien und sogar unvorsichtige Mäuse.

Wie Kraniche und Gänse sich unterscheiden lassen:

  • Kraniche sind im Flug nur schwer von Wildgänsen zu unterscheiden. Es gibt aber Tricks, wie der Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu) NRW mitteilt.
  • Kraniche seien ein ganzes Stück größer als Wildgänse. Die Spannweite des Kranichs beträgt 180 bis 222 Zentimeter, die unserer Wildgansarten bis 175 Zentimeter.
  • Die Flügel der Kraniche wirken laut Nabu eckig, sie haben sehr lange Federn an den Flügelenden, die ähnlich wie bei Adlern oder Geiern weit abgespreizt werden.
  • Kraniche haben lange Beine, die im Gegensatz der Gänse im Flug über die Schwanzfedern hinausragen.

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