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Stadt reagiert mit zusätzlichen Mülleimern auf Hundekot

Nicht entfernter Hunde-Kot

Wenn Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer tierischen Begleiter nicht wegmachen, dann sorgt das auch bei Hundefreunden für Unmut. Die Stadt glaubt, mit zusätzlichen Mülleimern der Lösung des Problems einen Schritt nähergekommen zu sein. Doch nicht alle sehen das so.

Selm

von Aileen Kierstein

, 05.06.2018
Stadt reagiert mit zusätzlichen Mülleimern auf Hundekot

Carsten Helmig und Hund Forest freuen sich über den neuen Mülleimer am Ondruper Weg. © Aileen Kierstein

Es ist ein großes Ärgernis für Spaziergänger, Fußgänger und Fahrradfahrer: Hundehaufen auf Gehwegen oder Wiesen. Hin und wieder kommt es vor, dass ihnen Tretmienen zum Verhängnis werden.

Darüber hat sich auch der Selmer Carsten Helmig geärgert und ist bei der Stadtverwaltung auf offene Ohren gestoßen. Im April hatte er dort Beschwerde eingereicht: Entlang des Ondruper Wegs im Baugebiet Am Klockenberg, einer beliebten Gassi-Route für Hundebesitzer und ihre tierischen Begleiter, sei es vermehrt zu liegengebliebenen Hundehaufen gekommen. Darunter haben auch die anliegenden Landwirte gelitten. „Manchmal wurden die Hinterlassenschaften zwar in Tüten entfernt, aber einige Hundehalter haben sie dann auf die Felder geworfen“, sagt Carsten Helmig.

Problem taucht immer wieder auf

Nur zwei Wochen nach Carsten Helmigs Anfrage hat die Stadtverwaltung einen Mülleimer am Ondruper Weg/Ecke Steinkamp aufgestellt. „Wirklich, toll wie schnell und unkompliziert das abgelaufen ist“, lobt Helmig die Stadt. „Für den Onduper Weg, wo viele Menschen mit ihren Hunden herlaufen, ist der Mülleimer wirklich eine sehr gute Sache.“ Er selbst ist kein Hundebesitzer, wohnt aber in der Nähe und geht dort manchmal mit Forest, dem Hund seiner Schwiegermutter, spazieren. Er kennt die Problematik. Die ist noch größer, weil es im Selmer Stadtgebiet rund 2700 angemeldete Hunde bei 2300 Haltern gibt.

2014 gab es schon einmal eine größere Diskussion um Hundekot auf öffentlichen Plätzen in Selm. Damals hatte die Stadt zusätzliche Abfallbehälter und drei Dog-Stations aufgestellt, jeweils in Selm, Bork und Cappenberg: Das sind Mülleimer, an denen Hundebeutel kostenlos zur Verfügung stehen. Stadtsprecher Malte Woesmann denkt mit gemischten Gefühlen daran zurück: „Damit wurden keine gute Erfahrungen gemacht, da immer wieder Tüten einfach herausgerissen und in der Gegend umhergeschmissen wurden“, erklärt er. Mittlerweile setzt die Stadt Selm in der Hundekot-Debatte auf reguläre Straßenmülleimer. Davon gibt es rund 180 Stück im Stadtgebiet.

Die schwarzen Hundekot-Tüten können kostenlos im Amtshaus oder bei den Stadtwerken abgeholt werden.

Die richtige Lösung?

Ob zusätzliche Mülleimer wirklich die Lösung des Problems sind? Susanne Hübner glaubt nicht daran. „Das Problem befindet sich eher in den Köpfen der Menschen“, sagt die Besitzerin des Hunde- und Katzensalons CaDo. „Vor allem bei Dunkelheit – früh am Morgen bei der ersten oder spät abends bei der letzten Gassi-Runde – ist die Hemmschwelle noch geringer, die Hinterlassenschaften einfach liegen zu lassen“, sagt sie. Es sei dennoch gut, dass die Stadt reagiert hat – kein Hundebesitzer wolle lange mit dem riechenden Plastikbeutel in der Hand spazieren gehen.

Auch Hundebesitzer untereinander regen sich über das Fehlverhalten von anderen Haltern auf, weiß Hübner von ihren zahlreichen Kunden – denn herumliegender Hundekot lenke den Groll auf alle Hundebesitzer, unabhängig von ihrer Sorgfalt beim Gassigehen.

„Einige sagen, sie zahlen ja auch Hundesteuer“, dieses Argument lässt Susanne Hübner jedoch nicht gelten. Schließlich sei die Hundesteuer lediglich eine Luxussteuer und impliziere nicht die Reinigung der Hinterlassenschaften durch die Stadt oder das Ordnungsamt.

Höhere Strafen

In ihren Augen seien höhere Strafen für Sünder die derzeit beste Möglichkeit, das Problem zu beheben. Doch genau das ist so eine Sache. Es komme nicht häufig vor, dass ein Verwarn- oder Bußgeld fällig werde, räumte Stadtsprecher Woesmann im März zu Bußgeldern für nicht entfernte Hundehaufen ein. Das setze nämlich voraus, dass „Hund und Herrchen auf frischer Tat ertappt werden.“ 35 Euro werden dann fällig.

Dennoch will die Stadt Selm weiterhin vorbeugend gegen das Problem vorgehen. „Zur Zeit wird geprüft, inwieweit weitere Straßenmülleimer im Bereich Kreuzkamp-West aufgestellt werden müssen“, sagt Woesmann. Das befürwortet auch Carsten Helmig. Und ein Blick in den vollen Mülleimer verrät ihm: Dieser war dringend nötig.