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Versteigerung von Fundsachen

Wenn der Schnäppchenjäger nicht widerstehen kann

Einmal im Jahr versteigert das Fundbüro der Sadt Selm die Dinge, die niemand abholen wollte. Alte Fahrräder, Gehstöcke und andere kuriose Schnäppchen. Wir haben uns bei der Versteigerung umgesehen - und konnten selbst nicht widerstehen.

Wenn der Schnäppchenjäger nicht widerstehen kann

Sauron persönlich könnte ihn verloren haben: Ordnungsamt-Mitarbeiterin Verena Schmidt mit einem Fundstück aus echtem Gold.

Ein goldener Ring, ein kleiner Stofflöwe, zehn Auto-Alarm-Anlagen, eine Klappleiter und gefühlte zwei Millionen Fahrräder – das sind die Dinge, die bei der Versteigerung des Fundbüros am Donnerstag neue Besitzer gefunden haben.

Es ist zwei Uhr nachmittags, als die Besichtigung der Fundsachen im Feuerwehrgerätehaus in Bork beginnt. Rund 40 Männer, Frauen und Kinder sind da – das Publikum ist völlig gemischt.

Räder werden genau begutachtet

Die Fahrräder, die innerhalb der letzten beiden Jahre im Fundbüro angekommen sind, stehen in zwei langen Reihen in Fahrradständern. Bevor sie in einer Auktion angeboten werden, werden sie noch mit vermissten Fahrrädern abgeglichen, die bei der Polizei als gestohlen gemeldet wurden.

Das gab es bei der Fundsachen-Versteigerung

Jörg Rode vom Ordnungsamt hat den Durchblick - auch dieses Fernglas wurde versteigert. Foto Niehaus
Es wird spannend: Der Auktionator beginnt mit der Versteigerung der Fahrräder. Foto Niehaus
Auktionator Falk Blaschke mit einem der ersten Kandidaten: Einem Steiff-Löwen. Foto Niehaus
Für einen Preis von 8 Euro hat der kleine Löwe eine nette Besitzerin gefunden. Foto Niehaus
Vor der Versteigerung konnte man sich alle Fahrräder genau ansehen. Foto Niehaus
Sauron persönlich könnte ihn verloren haben: Ordnungsamt-Mitarbeiterin Verena Schmidt mit einem Fundstück aus echtem Gold. Foto Niehaus
Von der Auto-Alarmanlage bis zum Kuscheltier - die Auswahl war groß. Foto Niehaus
Bei den Fahhrädern war die Preisspanne groß - von 20 Cent bis 75 Euro. Foto Niehaus
"Leute, jetzt bietet mir mal was!" Mit launigen Sprüchen trieb Falk Blaschke die Versteigerung voran. Foto Niehaus
Falk Blaschke zeigt eine Auto-Alarmanlage. Foto Niehaus
Geht die Bremse? Ein kleiner Check vor Beginn der Versteigerung. Foto Niehaus

Ein älterer Herr ist besonders gründlich. Gewissenhaft testet er bei fast jedem Fahrrad Bremsen und Klingel, fühlt nach, ob in den Reifen auch noch Luft ist. Auf einem Tisch liegen andere Dinge. Bei einigen weiß Mitarbeiter Udo Röll sogar noch, woher sie stammen. „Der Koffer mit Herrenkleidung stand einsam an einer Bushaltestelle. Ohne Herrchen, ohne alles“, erzählt er und lacht.

Vom Laster gefallen?

Doch bei der Auto-Alarm-Anlage, von der immerhin zehn neu verpackte Exemplare auf dem Tisch stehen, fragt sich selbst Röll, von welchem Laster die wohl gefallen sein mögen. „Niemand weiß, wer die ,verloren‘ hat. Aber es hat sich auch niemand gemeldet.“

Die Alarmanlage gehört zu den ersten Dingen, die Auktionator Falk Blaschke an diesem Tag anbietet. Für zehn Euro wird er alle zehn Exemplare gleichzeitig los. Auch der kleine Stofflöwe bekommt für acht Euro eine neue Besitzerin: Eine 52-jährige Borkerin, die das Kuscheltier ihren Kindern mitbringen möchte.

Taschen, Turnschuhe, ein Fernglas und eine Klappleiter, sogar ein Gehstock gehören zum Angebot. Falk Blaschke animiert die Leute mit launigen Sprüchen zum Kaufen. „Sehen Sie mal, den Gehstock kann man auch prima als Golfschläger benutzen“, demonstriert er.

Der goldene Ring steht anfangs bei zwei Frauen hoch im Kurs. Die eine steigt dann aber doch schnell aus. Für 15 Euro bekommt sie das Schmuckstück.

Es wird ernst

Dann wird es ernst: Der Verkauf der Fahrräder beginnt. Für ein Hollandrad legt ein Mann nach einem spannenden Bieterkampf 75 Euro auf den Tisch. „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten! Glückwunsch“, ruft Blaschke. Ein anderes Rad, das niemand wirklich haben will, findet schließlich für 20 Cent einen Käufer.

Heinz-Willi Schaeper aus Bork kauft gleich drei Drahtesel. „Ich mache sie fertig und verkaufe sie dann günstig weiter, an Studenten, Flüchtlinge, Freunde und Nachbarn“, erklärt er.

Und auch die Autorin dieser Zeilen hat es nicht geschafft, sich dem Versteigerungsfieber zu entziehen. Immerhin – das kleine grüne Fahrrad mit zwei platten Reifen hat nur 50 Cent gekostet. Ein echtes Schnäppchen!

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