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Widerstand in Selm: "Fußball ist Elf gegen Elf"

SELM Der demografische Wandel macht auch vor König Fußball nicht halt. Daher schlägt der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, auf dem heute beginnenden DFB-Bundestag eine einschneidende Reform vor.

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Widerstand in Selm: "Fußball ist Elf gegen Elf"

Ist das die Taktiktafel der Zukunft? Statt 3-5-2 oder 4-4-2 könnten Trainer unterklassiger Teams bald möglicherweile auf ein 3-3-2-System setzen.

"Um dem demografischen Wandel gerecht zu werden, sollten wir zumindest in den Kreisligen A bis C die Spielerstärke reduzieren und mit weniger als elf Spielern spielen", so der stärkste Mann des größten Sportverbandes der Welt.

Das alte Herberger-Motto "Elf Freunde müsst ihr sein" müsste damit umgeschrieben werden. "Neun gegen Neun" statt "Elf gegen Elf" könnte es laut des Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes schon ab Sommer 2008 lauten, um den Mannschaftsschwund im deutschen Amateurfußball zu verhindern. Spielsysteme, wie das 4-4-2 oder das 3-4-3 hätten somit ausgedient.

Vielen Trainern der Bezirksliga und Kreisliga A stößt dieser Vorschlag jedoch übel auf. "Grundsätzlich halte ich davon gar nichts", betont Michael Kinne, Spielertrainer des Bezirksligisten SV Südkirchen. "Bei Vereinen, die keine Mannschaften mehr stellen können, müsste man darüber nachdenken, aber es wäre sicherlich nicht die optimalste Lösung", gibt sich Kinne noch moderat.

"Das wäre der größte Schwachsinn"

Anders seine Amtskollegen aus der Kreisliga A. "Das wäre der größte Schwachsinn, der passieren könnte", erklärt Hardy Wagner, Trainer der SVS-Reserve. Als Begründung für seine Ansicht nennt Wagner längere Eingewöhnungszeiten für Jugendspieler oder Spieler, die aus dem "Elf gegen Elf" kommen und bezeichnet den Reformvorschlag daher als "Anti-Fußball".

Wenig abgewinnen kann auch Olfens Co-Trainer Dominik Slomka der Vision des DFB-Präsidenten und verweist dabei auf die seiner Meinung nach weniger glücklichen Erfahrungen mit diesem Spielsystem im A-Jugend-Bereich.

Auch sieht Slomka Nachteile im Taktikbereich, da eine große Umgewöhnung stattfinden müsse. Kaum Chancen hätten zudem junge Spieler, die später zu einer höherklassigen Mannschaft wechseln würden.

Ruhoff sorgt sich um "seinen" Sport

Grün-Weiß Selms Trainer Klaus Ruhoff macht sich sogar ernsthafte Sorgen um "seinen" Sport. "Solche Reformen machen den Fußball kaputt", sagt Ruhoff klipp und klar. Ihm pflichtet Frank Bidar, Trainer von BV Selm, bei: "Man sollte den Fußball so belassen, wie er ist." Und: "Fußball ist eben Elf gegen Elf", betont FC Nordkirchens Trainer Ralf Bülskämper.

Aber bei allem Unmut müssen die Trainer realisieren: Im Fußball ist leider längst nicht mehr "entscheidend auf'm Platz", sondern auch am grünen Tisch. 

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