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Betrieb in Stadtlohn

400 Kühe müssen wegen Virus zum Schlachter

Stadtlohn Im westlichen Münsterland gibt es einen Nachweis für die hochansteckende BHV1-Tierseuche. In Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministeriums in Düsseldorf müssen in einem Betrieb in Stadtlohn 400 Kühe und Rinder geschlachtet werden, wie der Kreis Borken am Montag mitteilte. Erst im Sommer 2017 war Nordrhein-Westfalen als letztes Bundesland als BHV1-frei erklärt worden.

400 Kühe müssen wegen Virus zum Schlachter

Das hochansteckende Bovine Herpesvirus 1 bedroht Kühe und Rinder. Für Menschen ist die Tierseuche unschädlich. dpa Foto: picture alliance / Roland Weihra

Schock für die Rinderhalter und Milchviehbetriebe. Rund 400 Kühe und Rinder in einem Stadtlohner Betrieb müssen geschlachtet werden, nachdem in dem Bestand das hochansteckende Bovines Herpes Virus 1 (BHV1) nachgewiesen wurde. Der Fachbereich Tiere und Lebensmittel der Kreisverwaltung Borken hat die Schlachtung in Abstimmung mit dem NRW-Landwirtschaftsministerium angeordnet. Weil die Erkrankung für Menschen unschädlich ist, könne das Fleisch dieser Tiere anschließend weiterverarbeitet werden, heißt es. Die Rindviehbestände im näheren Umkreis um das betroffene Gehöft sowie Bestände, die in Personenkontakt mit dem Betrieb standen, werden derzeit ebenfalls auf BHV1 überprüft, teilt der Kreis Borken weiter mit.

Kreisweit gibt es rund 1700 Rinderhalter. Rund 650 von ihnen halten Milchvieh. Bei der bislang letzten Viehzählung wurden kreisweit rund 214.000 Rinder gezählt, darunter etwa 43.000 Milchkühe. Erst im Juni dieses Jahres hatte NRW als letztes Bundesland die offizielle Anerkennung als „frei vom BHV1“ erhalten. Damit entfielen Auflagen für die Vermarktung von Rindern innerhalb Deutschlands und BHV1-freie Tiere konnten besser in EU-Mitgliedsländern und Drittstaaten vermarktet werden. Bereits Mitte November war das Virus aber auf einem Hof im niedersächsischen Rheiderland erneut aufgetaucht. Dort wurden 250 Rinder getötet.

Ein schwerer Schlag

Wie Kreisveterinär Dr. Manfred Ulrich sagte, sei der Fall für den betroffenen Landwirt auch wirtschaftlich ein schwerer Schlag. Zwar ersetze die Tierseuchenkasse je nach Alter und Milchertrag der Kühe einen bestimmten Ertrag, von dem aber der Schlachtwert abgezogen werde. Weil Landwirte aber insbesondere Milchviehherden oft über Jahre hinweg aufgebaut hätten, bekämen sie nur einen Teil des Wertes erstattet. Zudem müssten betroffene Bauern auch die Kosten der Stallreinigung und Desinfektion selbst tragen. Eine Versicherung, die weitergehende Schäden absichere, werde oft wegen der hohen Beiträge nicht abgeschlossen.

Dr. Ulrich betonte, dass es in der Vergangenheit im Kreis Borken und auch darüber hinaus immer mal wieder zu Ausbrüchen der Rinderherpes gekommen sei und auch jetzt weitere Einzelfälle nicht auszuschließen seien. In der Regel untersuchten die Halter ihre Bestände einmal jährlich. Eine Impfung sei vor allem in Mastbetrieben nicht unüblich gewesen. Aber auch weil Deutschland BHV1-frei gewesen sei, sei nicht mehr geimpft worden.

Existenzgefährdend

Stephan Wolfert, Sprecher des landwirtschaftlichen Kreisverbandes sagte, dass der Fall für den betroffenen Landwirt durchaus existenzgefährdend sei. Für die Familie auf dem Hof sei es zudem eine psychische Belastung, die Tiere abgeben zu müssen.

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