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Streit mit Taxifahrer vor Gericht

Betrunken mit Funkgerät zugeschlagen

Stadtlohn Weil der Taxifahrer angeblich zu schnell gefahren war, kam es zu einer Auseinandersetzung mit seinem Fahrgast. Es gab einen Verletzten.

Betrunken mit Funkgerät zugeschlagen

Ein 29-Jähriger musste sich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten. Foto: picture alliance / Franziska Kra

Dass Alkohol das Aggressionspotenzial erhöht, ist allgemein bekannt. Zum Verhängnis wurde das einem 29-jährigen Stadtlohner, dessen Taxifahrt nach einer Betriebsfeier im Januar in einer Handgreiflichkeit endete, bei der er dem Taxi-Fahrer eine Risswunde an der Nasenwurzel zugefügt haben soll. Angeklagt war der Stadtlohner wegen gefährlicher Körperverletzung.

Er habe „sehr viel Bier und Whisky-Cola“ getrunken und dann gegen fünf Uhr morgens ein Taxi gerufen, erzählte der Angeklagte vor dem Amtsgericht Ahaus. „Wenn wir eine Skala von eins bis zehn mit eins für nüchtern und zehn für sehr betrunken haben“, so der Richter zu dem Angeklagten, „wo würden Sie sich da in dieser Nacht einordnen?“ Der Angeklagte zögerte nicht: „Neun“, sagte er.

Zwei unterschiedliche Versionen

Der Taxifahrer sei auf der Fahrt viel zu schnell gefahren, daraufhin sei es zum Streit gekommen, so der Stadtlohner. Er habe aussteigen wollen, und nachdem der Taxifahrer angehalten hatte, sei ein Handgemenge um das Funkgerät entstanden, mit dem der Fahrer die Zentrale habe erreichen wollen. Dabei müsse der Taxifahrer das Funkgerät irgendwie ins Gesicht bekommen haben. Der Angeklagte schüttelte den Kopf: „Ich weiß es nicht mehr so richtig, ich war zu betrunken.

Der Taxifahrer selbst war als Zeuge geladen und schilderte die Situation anders: „Als er angefangen hat, im Auto rumzuschreien, habe ich angehalten, damit er aussteigt, aber er wollte nicht bezahlen.“ Daraufhin sei es zu einer Diskussion gekommen, in der der Angeklagte das Funkgerät zuerst zu sich aus der Tür gezogen und dann zurück ins Taxi geschleudert habe. „Ich habe es ins Gesicht bekommen und für einen Moment ist mir schwarz vor Augen geworden“, sagte der Fahrer. Auch am nächsten Tag litt er neben der Risswunde im Gesicht auch an Kopfschmerzen und Übelkeit. „Ich hatte wahrscheinlich auch einen Schock, denn verletzt wurde ich bei der Arbeit noch nie “, sagte er.

Belehrung des Taxifahrers

An Fahrlässigkeit glaubte der Richter nicht, änderte den Vorwurf jedoch zu „normaler“ Körperverletzung. Das Verfahren wurde eingestellt, dem Angeklagte eine Strafe von 4200 Euro auferlegt, die zur Hälfte als Schmerzensgeld an den Taxifahrer zu zahlen sind. Dieser richtete das Wort zum Schluss noch an den Angeklagten: „Mir geht es hier nicht ums Geld, deshalb bin ich nicht hier. Ich möchte einfach, dass man sich gescheit verhält und mit Alkohol nicht anfängt, andere zu verletzten. Man muss sich trotzdem benehmen wie ein Mensch.“

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