Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie

Stadtlohner von Amtsgericht verurteilt

Bilder zeigten schwere Verbrechen an Kindern

Stadtlohn. Die Fotos zeigen schlimme pornografische Handlungen an Kindern. Der Stadtlohner, auf dessen Handy die Bilder gefunden wurden, gab sich arglos: Diese Fotos habe er nicht gewollt. Die Richterin nahm ihm das nicht ab.

Bilder zeigten schwere Verbrechen an Kindern

Foto: Foto: dpa

Ein 59 Jahre alter Stadtlohner ist am Donnerstag wegen des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Bilder vom Amtsgericht in Ahaus zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der bislang unbescholtene Stadtlohner muss in dieser Zeit 1800 Euro – monatlich in 50-Euro-Raten – abzahlen und sich einer Psychotherapie für Sexualstraftäter unterziehen.

Vor genau einem Jahr durchsuchten Kripobeamte das Eigenheim des Angeklagten. Er war ins Visier der Ermittler geraten, weil er im Internet in Kontakt zu kinderpornografischen Kreisen geraten war. „Ich habe das gar nicht gewollt“, beteuerte der Angeklagte am Donnerstag vor Gericht. Er sei im Sommer 2016 in Facebook auf eine Whatsapp-Gruppe zum Thema Erotik gestoßen und sei dort Mitglied geworden. Es sei ihm nur um den erlaubten Austausch von erotischen Bildern erwachsener Frauen gegangen. Dann aber seien ihm auch kinderpornografische Bilder zugeschickt worden. Vor Gericht schilderte er seine Reaktion auf die Bilder so: „Das wurde mir zu bunt, das wollte ich nicht verantworten. Schluss, aus, alle!“. Er habe die Bilder gelöscht und die Gruppe verlassen.

Chatverlauf als Beweis

Dass die Kripo auf seinem Smartphone, auf seinem Laptop und auf seinem PC noch 2017 kinderpornografische Bilder fand, erklärte sein Anwalt damit, dass sein Mandant die Bilder nur in den digitalen Papierkorb geworfen habe und die Sache damit für erledigt hielt.

Dann aber verlas die Richterin einen Whatsapp-Chatverlauf, der ein anderes Licht auf den Angeklagten warf. Darin war explizit von Vater-Tochter-Bildern die Rede. Und im Chat schrieb der Stadtlohner auch, dass er in Bezug auf das Alter der Kinder „so keine Grenze“ habe.

Eines der auf den Geräten des Stadtlohners gefundenen Bilder zeigte Geschlechtsverkehr mit einem achtjährigen Mädchen. Erst nachdem die Richterin den Angeklagten eindringlich ermahnt hatte und angekündigt hatte, auch seine Frau und seine erwachsene Tochter zur Herkunft der Bilder befragen zu wollen, räumte er ein, diesen Chat tatsächlich geführt zu haben. Er blieb aber dabei, dass er diese Bilder eigentlich nicht gewollt habe. Die als Zeugen vorgeladene Ehefrau des Angeklagten und ihre gemeinsame Tochter machten in der weiteren Beweisaufnahme von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Immer nur zugegeben, was nachgewiesen wurde

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft stellte in seinem Plädoyer fest, dass der Angeklagte immer nur das zugegeben habe, was ihm nachgewiesen werden konnte. Echtes Unrechtsbewusstsein oder gar Reue habe er nicht gezeigt. Er forderte eine einjährige Haftstrafe auf Bewährung.

Mit scharfen Worten in Richtung des Angeklagten schloss sich die Richterin im Grundsatz dieser Einschätzung an: „Sie wollten die Bilder haben. Davon bin ich fest überzeugt.“ Damit habe der Angeklagte in Kauf genommen, dass einem acht Jahre alten Kind eine „ganz schwere Straftat“ angetan wurde, die es schwer traumatisiere.

Die vergleichbar milde Geldauflage erklärte die Richterin damit, dass der Angeklagte aus Krankheitsgründen kein Einkommen habe und noch keine Rente beziehe.

Anzeige
Anzeige