Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Aus der Krippe in die Welt

Jesuskinder besuchen Familien in Stadtlohn

Stadtlohn Die Gemeinde St. Otger hat die acht Christuskinder aus ihren Krippen auf die Reise geschickt – und für manch überraschende Einkehr gesorgt

Jesuskinder besuchen Familien in Stadtlohn

Jonah hält das Jesuskind. Es stammt aus der Krippe des Altenwohnheims St. Josef und hat bei seiner Herbergssuche nicht nur viele Familien, sondern auch den Kindergarten St. Joseph besucht. Foto: Stefan Grothues

Die einen sprechen von einem „magischen Moment“, andere von einem unvermittelten Lächeln, mancher berichtet von Trost und mancher von einer neuen Nachdenklichkeit. In Stadtlohn hat es in diesem Advent viele außergewöhnliche Begegnungen mit dem Jesuskind aus der Krippe gegeben.

„In der Morgenroutine klingelt es an der Tür. Wer mag das sein? Es ist das Jesuskind, es möchte bei uns zu Gast sein.“ So beginnt eine von vielen Schilderungen, die in den Reisetagebüchern der Krippenfiguren festgehalten sind.

Am ersten Adventswochenende waren in allen Messen in St. Otger Jesusfiguren an acht Gottesdienstbesucher übergeben worden. Jeder der acht sollte das „Christkind“ für eine Nacht beherbergen und dann an einen neuen Gastgeber weitergeben, zusammen mit dem Reisetagebuch. Die Überraschung konnte also jeden Stadtlohner treffen.

Einträge ins Tagebuch

Und manchen traf sie unverhofft im vorweihnachtlichen Stress. Familie Rosker schreibt im Reisetagebuch: „Liebes Jesuskind, jetzt bist du aber im prallen Leben angekommen und siehst gleich mal, wie es heute so zugeht. Wenn man so einen Gast hat, so nimmt man sich für ihn Zeit. Und so haben wir alle verschiebbaren Dinge für heute mal verschoben.“

Diakon Thomas Roters und Claudia Mönsters, die Initiatoren der Jesuskinderverschickung, sind ganz angetan von den vielen Reaktion. „Die Aktion war ein voller Erfolg. Die Reaktionen sind wirklich sehr bewegend – besonders auch aus dem Hospiz oder aus dem Krankenhaus“, sagt Thomas Roters. „Es gab sogar viele Anfragen, wo man denn das Jesuskind bestellen könne.“ Das ging aber nicht. Das Krippenkind kam stets unverhofft zu Besuch – so wie Schicksalsschläge und Glücksmomente.

Gedanken und Erlebnisse

All diese Erlebnisse, 160 an der Zahl, sind in den Reisetagebüchern nachzulesen, die nun an den Krippen in St. Otger, St. Joseph, St. Carl Borromäus Büren, im Krankenhaus und im Altenwohnheim ausliegen. Später, so Diakon Roters, sollen diese Bücher auch in der Bücherei St. Otger einzusehen sein. Überlegt werde auch, die vielen Gedanken und Erlebnisse auf der Internetseite der Gemeinde zu veröffentlichen. Werden nach dem Erfolg im nächsten Jahr wieder Krippenfiguren auf die Reise durch die Gemeinde gehen? Thomas Roters: „Es wird sicher eine Wiederholung geben. Aber wir können das nicht jedes Jahr machen. Das würde sich ja abnutzen. Und ein gewisses Wagnis ist es ja auch. Ich bin jedenfalls froh, dass jetzt alle Jesuskinder wieder heil zurückgebracht wurden.“

Anzeige
Anzeige