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Enterokokken entdeckt

Keime im Trinkwasser - Brunnen nachgerüstet

STADTLOHN Das Wasser aus dem Hahn haben Mieter eines Mehrfamilienhauses in Büren schon lange nicht mehr getrunken. Bei einer Untersuchung waren noch Anfang Dezember bedenkliche Bakterien festgestellt worden.

Keime im Trinkwasser - Brunnen nachgerüstet

Annette und Bettina Römer sowie Helmut Oczylok (v.l.) hoffen, dass sie endlich wieder das Wasser aus dem Hahn auch zum Zähneputzen und Trinken nutzen können. Foto: Christiane Hildebrand-Stubbe

Wie Hausbesitzer Kassem Khanafer auf Anfrage mitteilt, seien die Keime – „intestinale Enterokokken“ – aktuell nicht mehr im Trinkwasser aus dem hauseigenen Brunnen zu finden. Das bestätigt nach Rückfrage beim beauftragten Labor, auch Michael Heistermann, Verwaltungsleiter beim Kreis Borken. Khanafer hatte das Haus, in dem sich früher Bäckerei und Café Heming befanden, am 11. September 2016 gekauft. Und genau so lange brodelt es zwischen ihm und einigen der insgesamt sechs Mietparteien.

So beklagen die Schwestern Annette und Bettina Römer, die seit Januar 2016 eine 100 Quadratmeter-Wohnung bewohnen, ebenso wie ihre Nachbarn Elke und Helmut Oczylok die verschiedensten Mängel. Mal waren es technische Probleme mit der Heizung, mal die aus ihrer Sicht mangelnde Bereitschaft des Vermieters sich zu kümmern. Am schlimmsten aber sei für sie die mangelnde Qualität des Trinkwassers. „Es sah braun-gelb aus, roch faulig, selbst unsere Hunde wollten es nicht trinken“, sagt Annette Römer. Und Elke Oczylok ergänzt: „Einmal, da waren meine Haare nach dem Duschen plötzlich grün.“

Belastungen

Zuerst aber seien es „nur“ Belastungen durch Eisen oder Mangan gewesen, die man festgestellt habe. Richtig beunruhigt habe sie aber der Befund von Enterokokken. Diese Darmbakterien seien nämlich stark gesundheitsgefährdend – insbesondere für immungeschwächte Menschen wie zum Beispiel Helmut Oczylok: „Bereits im September 2016, kurz nach unserem Einzug, habe ich auch das Gesundheitsamt des Kreises auf die Wasserproblematik hingewiesen.“

„Stimmt“, sagt Michael Heisterkamp. Seitdem sei man auch mit dem Eigentümer in Kontakt. Und der habe sich auch, trotz mitunter unterschiedlichen Verständnisses von Zeit, auch grundsätzlich an Vorgaben gehalten. Heißt: Die Anlage und damit die Wasserqualität im Sinne der Trinkwasserverordnung in Ordnung zu bringen. Heisterkamp: „Aus verschiedensten Gründen kam es aber immer wieder zu neuen Problemen.“

Damit sei jetzt aber endgültig Schluss, betont auch Kassem Khanafer. Die Filteranlage sei inzwischen mehrfach nachgerüstet, desinfiziert und entspreche erst jetzt der Leistung für ein Mehrfamilienhaus. Genau das sei nämlich das Problem: „Das Haus wurde 1949 gebaut, und der Brunnen war nicht ausgelegt für so viele Nutzer.“ Dass es mit der Problemlösung länger gedauert habe, auch dafür hat der Libanese eine Erklärung: „Die Fachfirmen hatten so viel zu tun, da bin ich schließlich nicht der einzige Kunde.“

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