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Kindergarten muss größer geplant werden

Mehr Kita-Plätze

Die Stadtlohner sind geburtenfreudig. Der neue Kindergarten am Hessenweg ist noch gar nicht gebaut – und muss schon vergrößert werden.

Stadtlohn

von Stefan Grothues

, 27.06.2018
Kindergarten muss größer geplant werden

Hier an der Klosterstraße in der ehemaligen Owweringschule/St.-Anna-Stift startet der Kindergartenbetrieb im August 2018. Ein Jahr später soll er in den noch zu erstellenden Neubau am Hessenweg umziehen. © Stefan Grothues

Mit einem unverhofften Kindersegen hat Bürgermeister Helmut Könning jetzt die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses überrascht: Weil die Geburtenzahlen in Stadtlohn weiter ansteigen, müssen noch mehr Kindergartenplätze geschaffen werden als gedacht. Und das obwohl im vergangenen Jahr der St.-Joseph-Kindergarten neu errichtet und der Kindergarten Prinz-Botho erweitert wurde.

Zehn Kindergärten, drei Großtagespflegestellen und 20 Tagesmütter bieten zurzeit in Stadtlohn rund 800 Betreuungsplätze an. Weil das aber nicht reicht, hat der Rat der Stadt Stadtlohn schon 2017 in Absprache mit dem Kreisjugendamt in Borken den Neubau eines Vier-Gruppen-Kindergartens beschlossen.

Nun aber soll der neue Kindergarten, den die Stadt Stadtlohn am Hessenweg nahe dem Neubaugebiet Erningfeld bis zum Sommer 2019 errichten will, für fünf Gruppen mit insgesamt 90 Kindern geplant werden.

„Dynamische Entwicklung“

„Wir haben uns mit dem Kreis Borken die Kindergartenbedarfsplanung noch einmal genau angeschaut“, erklärte der Bürgermeister den Politikern. „Dabei haben wir festgestellt, dass vor allem der Bedarf im U3-Bereich stärker steigt als gedacht.“ Petra Nordkamp, Architektin im Fachbereich Planen und Bauen des Rathauses, habe bereits mit der Überarbeitung der Pläne begonnen.

Ausschussmitglied Andrea Wiggering-Cirkel (FDP) zeigte sich sehr erstaunt über die neue Entwicklung: „Es ist fast unbegreiflich, dass sich die Zahlen so plötzlich ändern.“

Markus Grotendorst, der Abteilungsleiter des Familienbüros beim Kreis Borken kann die Verwunderung verstehen. „Es gibt derzeit eine hohe Dynamik.“ Sie hat zwei Gründe: Die Zahl der U3-Kinder in Stadtlohn steigt. 2016 waren es 586. In diesem Jahr sind es bereits 627. Gleichzeitig ist der Betreuungsbedarf für zwei- bis dreijährige Kinder gestiegen, und zwar innerhalb von nur wenigen Jahren von 60 auf 80 Prozent. Gerade bei den U3-Kindern besteht dazu noch ein intensiverer Betreuungs- und flächenbedarf.

„Wegen der äußerst dynamischen Entwicklung erstellen wir die Bedarfsplanung jetzt in einem halbjährlichen Turnus, um schnell auf neue Entwicklungen reagieren zu können“, sagt Markus Grotendorst.

Millionen-Investition

Für die Stadtlohner Eltern hat Markus Grotendorst jedenfalls eine gute Nachricht: „Der Rechstsanspruch auf einen Kindergartenplatz gilt. Wir werden es auch schaffen, ihn in Stadtlohn umzusetzen.“ Die Vergrößerung der neuen Kita hat natürlich auch finanzielle Auswirkungen. „Pauschal rechnet man mit 30.000 Euro Kosten pro Schaffung eines Kindergartenplatzes. Das wären dann 2,7 Millionen Euro Gesamtkosten – ich hoffe aber, dass wir mit weniger zurechtkommen“, sagte Bürgermeister Helmut Könning.

Zum Vergleich: Der Bau des 2017 bezogenen St.-Joseph-Kindergartens mit vier Gruppen hat die Stadt 1,45 Millionen Euro gekostet – 250.000 Euro weniger als ursprünglich geplant. Die Baukosten kann die Stadt nach den Bestimmungen des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) über die Mieteinnahmen refinanzieren. Zunächst aber wird die Investition den Stadtlohner Haushalt belasten. Otger Harks (SPD) wollte die Entwicklung dennoch nicht bedauern: „Wir sollten doch froh sein, dass unsere Stadt so jung bleibt.“

Träger des neuen Kindergartens ist die Evangelische Jugendhilfe Münsterland. Die zuständige Referentin Beate Schürmann sieht kein Pro-blem in der zusätzlichen Gruppe. „Wir freuen uns, dass die Vergrößerung schon zu einem so frühen Zeitpunkt bekannt wird. Jetzt können wir ja gemeinsam mit der Stadt noch gut umplanen. Nachträglich anzubauen wäre schwieriger.“

Start an der Klosterstraße

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für den Start des neuen Kindergartens bereits auf Hochtouren. Schon zum 6. August dieses Jahres nimmt der Kindergarten mit 38 Kindern im Alter von ein bis fünf Jahren seinen Betrieb im Übergangsquartier in der ehemaligen Owweringschule/St.-Anna-Stift an der Klosterstraße auf.

Kindergartenleiterin wird die gebürtige Stadtlohnerin Ruth Plate (43), die bereits in einer anderen Einrichtung Erfahrungen als stellvertretende Kindergartenleiterin gesammelt hat.