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Fehlende Wirtschaftlichkeit

Krankenhaus Maria-Hilf schließt Notdienstpraxis

Stadtlohn Wenn sonntags ein Hexenschuss oder ein Infekt quält, dann haben die Stadtlohner bislang einen kurzen Weg zum Notdienst. Doch das ändert sich jetzt.

Krankenhaus Maria-Hilf schließt Notdienstpraxis

Das Krankenhaus Maria-Hilf schließt zum Jahresende die Notdienstpraxis. Gehring Foto: Markus Gehring

Das Krankenhaus Maria-Hilf an der Vredener Straße schließt zum 1. Januar 2018 die Notdienstpraxis der Hausärzte. Das hat Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Saffé jetzt mitgeteilt. „Akute Notfälle werden selbstverständlich auch weiterhin in unserer zentralen Notfallambulanz behandelt“, betonte Michael Saffé im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Aber eben nicht die klassischen hausärztlichen Fälle. Wer beispielsweise am Wochenende unter einem fiebrigen Infekt oder unter akutem Rückenschmerz leidet und nicht bis zur regulären Sprechstunde seines Hausarztes warten möchte, der muss künftig die Sprechstunden des zentrale Notfalldienstes im Ahauser Krankenhaus aufsuchen.

Die zentrale Notarztpraxis im Stadtlohner Krankenhaus ist vor genau zehn Jahren eingerichtet worden. Bis dahin hatten die Hausärzte abwechselnd in ihren eigenen Praxen Notdienste angeboten.

2011 schuf dann die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe ein ganz neues Notdienstsystem mit einem zentralen Standort im Ahauser Krankenhaus, in dessen Zuständigkeitsbereich auch Stadtlohn fällt.

Wirtschaftliche Gründe

Parallel dazu hielten jedoch das Stadtlohner Krankenhaus Maria-Hilf und die Stadtlohner Hausärzte bis jetzt an ihrer eigenen Notdienstpraxis fest, um eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten. Das Krankenhaus hielt die Räume bereit und bezahlte auch die zusätzliche hausärztliche Nebentätigkeit.

Jetzt nennt Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Saffé die fehlende Wirtschaftlichkeit als Grund für das bevorstehende Aus der Stadtlohner Notdienstpraxis. Darüber hinaus führte er auch terminliche Gründe an. Die Hausärzte in Stadtlohn seien doppelt belastet, weil sie ja auch für die notdienstliche Versorgung der Kassenärztlichen Vereinigung in Ahaus bereitstehen müssten.

Rund zehn Hausärzte, vornehmlich aus Stadtlohn, haben den Notdienst im Krankenhaus Maria-Hilf aufrechterhalten. Einer von ihnen ist Dr. Manfred Terbrack. Er bedauert, dass das wohnortnahe Angebot für Stadtlohner Patienten eingestellt wird. Terbrack: „Das war keine ärztliche Entscheidung. Wir sind nicht eingebunden gewesen.“ Gleichzeitig zeigt er aber Verständnis: „Leider war das Zusatzangebot für das Krankenhaus nicht mehr tragbar. Das hat sich bei nachlassender Inanspruchnahme wirtschaftlich einfach nicht mehr gerechnet.“

Versorgung gewährleistet

An guten Tagen seien rund 20 Patienten in die Notdienstsprechstunden gekommen, sagt Dr. Manfred Terbrack. Oft seien es aber auch deutlich weniger gewesen. Der Hausarzt betont, dass auch nach der Schließung der Notdienstpraxis in Stadtlohn die notdienstliche Versorgung durch das zentrale Angebot in Ahaus weiter gewährleistet sei. „Der Dienst in Ahaus ist wesentlich umfangreicher als die bislang in Stadtlohn angebotenen Notdienstsprechstunden.“

Dr. Manfred Terbrack verhehlt aber nicht, dass er die Kassenärztliche Notdienstregelung seit ihrer Einführung im Jahr 2011 sehr kritisch beurteilt. „Die Struktur des Dienstes ist sehr aufwendig. Wirtschaftlich und personell muss ein viel zu großer Verwaltungsaufwand betrieben werden.“

Notfallambulanz bleibt in Stadtlohn

Die Notdienstpraxis der Hausärzte im Stadtlohner Krankenhaus Maria Hilf wird ab dem 1. Januar nicht mehr vorgehalten.

Die zentrale Notfallambulanz im Stadtlohner Krankenhaus Maria-Hilf ist für dringende Notfälle weiterhin erreichbar unter Tel. (02563) 912345.

Hausärztliche Notfälle werden ab dem 1. Januar 2018 nur noch in der zentralen Notfallpraxis im St.-Marien-Krankenhaus in Ahaus, Wüllener Straße 101, behandelt. Sprechzeiten: Mo, Di, Do 19–21 Uhr; Mi, Fr 16–19 Uhr; Sa, So, feiertags 10–13 und 16–19 Uhr

In lebensbedrohlichen Situationen ist die Notfallnummer 112 zu wählen.

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