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Krankenhaus Maria-Hilf tritt Klinikverbund bei

Stadtlohner Klinik

Die Stadtlohner Klinik schließt sich dem Klinikum Westmünsterland an und wird zu einem von sechs Standorten. Es soll eine Kooperation auf Augenhöhe sein.

Stadtlohn

von Ronny von Wangenheim

, 28.06.2018
Krankenhaus Maria-Hilf tritt Klinikverbund bei

Freuen sich über die Fusion: (v.l.) Christoph Bröcker (Geschäftsführer KWML), Bürgermeister Helmut Könning, Jürgen Büngeler (stv. Aufsichtsratsvorsitzender KWML), Klaus Ehling (Aufsichtsratsvorsitzender KWML, Michael Saffé (Geschäftsführer Krankenhaus und MVZ Maria-Hilf Stadtlohn GmbH), Berthold te Vrügt (Kuratoriumsvorsitzender Stiftung Maria Hilf-Stadtlohn), Dr. Frank Bierbaum (stv. Aufsichtsratsvorsitzender KWML, Ludger Hellmann (Geschäftsführer KWML). © Markus Gehring

Der Grund für den Zusammenschluss ist einfach. „Bund und Land forcieren das Tempo bei den Reformanstrengungen im Bereich der Krankenhausplanung“, so Berthold te Vrügt als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Maria Hilf-Stadtlohn. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit werde dabei erwartet. Te Vrügt geht noch weiter: „Der Beitritt des Stadtlohner Krankenhauses zum Klinikum Westmünsterland hat in diesen Zeiten das Potenzial, zu einem Vorzeigeprojekt für die Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum zu werden.“

Der Vertrag wurde am Donnerstag unterzeichnet. Auch die Mitarbeiter wurden informiert. „Am Ende gab es Applaus“, berichtet Geschäftsführer Michael Saffé. Für die 850 Mitarbeiter, so Berthold te Vrügt, ändert sich nichts. „Es ist keine Reduktion des bestehenden Personals an einem der sechs Standorte geplant.“ Die Verträge werden 1:1 übernommen. Allerdings, so bestätigt Michael Saffé, sei es richtig, dass in einigen Fällen Arbeitsverträge vor dem Beginn der Tätigkeit wieder aufgehoben wurden. Ganz normales Geschäft, so Saffé. „Wir beschäftigen mehr Personal als 2017.“

Bürgermeister freut sich

Auch für die Patienten wird sich nichts ändern. „Sie werden vom gleichen Personal betreut wie bisher“, so der Kuratoriumsvorsitzende Berthold te Vrügt. Stationen wurden oder werden nicht geschlossen, so bestätigt es auch Michael Saffé.

Bürgermeister Helmut Könning, der auch Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Maria Hilf-Stadtlohn ist, hat die Gespräche der beiden Partner verfolgt., „Ich begrüße den Zusammenschluss sehr“, sagte er am Donnerstag. „Er stärkt den Standort. Ein kleines Krankenhaus hätte es in Zukunft angesichts der kommenden Anforderungen wie OP-Mindestmengen schwer.“

Vorteile für alle

Auch wirtschaftlich und beim Thema Personalentwicklung soll der Zusammenschuss allen Seiten Vorteile bringen, so erläuterte es Klaus Ehling als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Westmünsterland. Zudem wolle man die Qualitätsmedizin nicht den „Maximalversorgern in den Ballungsgebieten“ überlassen.

Wie es in Zukunft weiter gehen wird, darauf wollte sich keiner aus der Runde festlegen. Mit Verweis auf den Krankenhausplan 2015 war am Donnerstag schon die Rede von „möglichen Änderungen im Zuschnitt des Leistungsspektrums aller Standorte“. In den kommenden Monaten soll ein medizinstrategisches Konzept erarbeitet werden.

Gesamtes Leistungsspektrum

Klaus Ehling: „Grundsätzlich ist unser Ziel, dass die Menschen im Kreis Borken unser gesamtes Leistungsspektrum wahrnehmen können – egal wo im Kreis Borken sie wohnen.“ Das kann auch bedeuten, dass Angebote gebündelt werden. KWML-Geschäftsführer Ludger Hellmann nannte als Beispiel die onkologische Chirurgie.

Fehlt im Kreis bei den katholischen Krankenhäusern nur Gronau. Wird es auch zum Klinikum Westmünsterland dazu stoßen? Die Antworten dazu waren so ausweichend wie vielsagend.

Krankenhaus Maria-Hilf Das Stadtlohner Krankenhaus wurde am 21. November 1865 von Vikar Linnemann gegründet, sein Standort war die Klosterstraße. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude vollständig zerstört. Einzig die Statue der Namenspatronin – die Jungfrau Maria – ist heil geblieben und wacht heute über dem Eingang des heutigen Krankenhauskomplexes an der Vredener Straße. 8000 Patienten wurden 2017 stationär behandelt. Mit 850 Mitarbeitern ist das Krankenhaus der größte Arbeitgeber der Stadt. Vor rund zehn Jahren waren es lediglich 400. Der Jahresumsatz des Stadtlohner Krankenhauses belief sich 2016 auf rund 33 Millionen Euro. Klinikum Westmünsterland Zum Klinikum Westmünsterland gehörten bislang fünf Krankenhausstandorte im Kreis Borken. Mehr als 50.000 Patienten werden jedes Jahr stationär behandelt. Rund 4500 Mitarbeitern arbeiten hier. Das erste Krankenhaus im Altkreis Ahaus wurde 1854 in Vreden gegründet, 1858 folgte Ahaus. 1993 kam der Zusammenschluss zur Trägergesellschaft der St. Marien-Krankenhaus Ahaus-Vreden GmbH. 2001 schlossen sich die Krankenhäuser Ahaus, Vreden, Bocholt und Rhede zum Klinikverbund Westmünsterland gGmbH zusammen, 2007 kam das Borkener Krankenhaus dazu. Seit 2015 gibt es eine einheitliche Trägergesellschaft.