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Wasser- und Bodenverband gibt Zuständigkeit zurück

Stadt Stadtlohn unterhält Berkel wieder selber

Stadtlohn Jahrzehntelang hat sich der ehrenamtlich geführte Wasser- und Bodenverband um den Unterhalt der Berkel gekümmert. Das ändert sich nun wegen neuer gesetzlicher Bestimmungen aus Düsseldorf.

Stadt Stadtlohn unterhält Berkel wieder selber

Der Wasser- und Bodenverband gibt die Zuständigkeit wieder an die Stadt Stadtlohn zurück. Foto: Stefan Grothues

Der Wasser- und Bodenverband Oberes Berkelgebiet hat eine seiner wichtigsten Aufgaben an die Stadt zurückgegeben: Ausbau und Unterhaltung der Berkel liegen jetzt wieder unmittelbar in der Verantwortung der Stadt Stadtlohn. Darüber hat Gerd Große Frericks vom Tiefbauamt den Planungs- und Bauausschuss informiert. Der Wasser- und Bodenverband kümmert sich seit Jahrzehnten um den Ausbau und die Unterhaltung der fließenden Gewässer in Stadtlohn.

„Es ist Aufgabe der Wasser- und Bodenverbände, für einen möglichst schadlosen und ordnungsgemäßen Wasserabfluss zu sorgen“, so die Arbeitsgemeinschaft Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe. Gleichzeitig sind die Wasser- und Bodenverbände für die Pflege und Entwicklung der Fließgewässer verantwortlich, die den Erhalt und die Förderung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer beinhaltet. „Durch ihr detailliertes Vor-Ort-Wissen, ihre fachlichen Kenntnisse und ihre langjährigen hydrologischen Erfahrungen verfügen die Wasser- und Bodenverbände über das notwendige ,Rüstzeug‘, um diese Aufgabe verantwortungsvoll und mit Augenmaß anzugehen“, so die Arbeitsgemeinschaft.

Verband Oberes Berkelgebiet

Diese Aufgabe der Gewässerunterhaltung hat die Stadt Stadtlohn, die von gesetzes wegen dafür zuständig wäre, dem ehrenamtlich organisierten Verband übertragen. Landwirte und Berkelanlieger sind in dem Verband „Oberes Berkelgebiet“ zusammengeschlossen, dessen Gebiet sich von der Grenze zu Gescher bis nach Kleinemast in Vreden erstreckt.

„Die Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Bodenverband klappt eigentlich wunderbar“, betonte Gerd Große Frericks im Ausschuss. Der Verband kümmert sich eigenverantwortlich darum, dass Räumkolonnen an den Vorflutern die Böschungsflächen abmähen und die Grabensohle in ihren alten Zustand versetzen. Große Frericks: „Diese Aufgabe wäre bei den kleineren Vorflutern für Kommunen nur schwierig zu bewältigen“. Finanziert werden die Ausgaben der Gewässerunterhaltung von der Stadt über über die C-Beiträge. Die werden auf alle Grundstückseigentümer umgelegt.

An Grenzen gestoßen

Bei der Berkel stößt nun aber der ehrenamtliche Wasser- und Bodenverband an seine Grenzen. Grund ist eine Gesetzesänderung in NRW aus dem Jahr 2016. Im neuen Landeswassergesetz heißt es: „Der zur Gewässerunterhaltung Verpflichtete hat das Gewässer auszubauen.“

Damit kämen auf den ehrenamtlich geführten Verband Aufgaben zu, die er nur schwer bewältigen könnte. Die Umsetzung des millionenschweren Hochwasserschutzkonzeptes zum Beispiel. Oder Maßnahmen zum Natur- und Landschaftsschutz. Gerd Große Fericks nennt als Beispiel die groß angelegte Entsandung der Berkel im Jahr 2017, die durch das Juni-Hochwasser 2016 notwendig geworden, aber gleichzeitig mit vielen Auflagen zum Naturschutz verbunden war.

Mehr Aufwand

Das war für den Wasser- und Bodenverband in diesem Frühjahr der Anlass, die Zuständigkeit für die Berkel an die Stadt zurückzugeben. Diesen Beschluss fasste der Wasser- und Bodenverband in Abstimmung mit der Stadt und der Bezirksregierung einstimmig.

Die Übernahme der Aufgabe der Berkelunterhaltung bringt für die Stadtverwaltung einen Mehraufwand mit sich. Muss dafür neues Personal eingestellt werden? Diese Frage aus dem Ausschuss wollte der Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp weder bejahen noch verneinen. „Das lässt sich jetzt noch nicht abschließend beurteilen.“

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