Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Süßes Gift der Volkskunde

Stadtlohn Tod im Landhotel Edelbroick: Der junge Rechtsanwalt Weltermann aus Münster stirbt aus mysteriösen Gründen. Kommissar Kattenstroht übernimmt die Ermittlungen.

Kommissar Kattenstroht, das ist die Erfindung von Hans-Peter Boer aus Nottuln. In seinem Münsterland-Krimi "Schwengelrecht" lässt er seine Hauptfigur zum zweiten Mal ermitteln. Am vergangenen Donnerstag konnte man ihm bei seinen Ermittlungen zuhören. Auf Einladung des Heimatvereins und der Buchhandlung Wüllner war der ehemalige Lehrer zu einer Lesung nach Stadtlohn gekommen.

Für die Einführung in den Abend sorgte Stadtarchivar Ulrich Söbbing. Mit langem Atem zählte er die zahlreichen Aktivitäten von Autor Boer auf: "Forschungen über die Schulgeschichte des Münsterlandes, Engagement in der Heimatpflege, Gestaltung von Fotokalendern." Doch Hans-Peter Boer winkte schnell mit einem Schmunzeln ab: "Es werden ja hier alle Vorteile bestätigt, Lehrer hätten zuviel Zeit."

Neben der Handlung erzählte Boer den leider nur sehr wenigen Zuhörern auch einiges über den Entstehungsprozess der Bücher: "Ich versuche in meinen Büchern schon, das süße Gift der volkskundlichen Information einzustreuen. Dafür bin ich viel zu sehr Lehrer."

Das langwierigste und schwierigste Unterfangen beim Schreiben eines Buches sei die Struktur und die Gliederung. Das Schreiben selbst dagegen sei weniger das Problem: "Ich mache dann einfach die Augen zu und dann kann ich beschreiben", erklärt Boer. Mit Ausnahme der Figur Klaus Kattenstroht haben seine Romanfiguren reale Vorbilder. Als Zuhörer kann man auch erkennen, welche auf den ersten Blick banalen Fragen Probleme bereiten können: Namen der Charaktere sind ein Beispiel dafür. Doch dafür hat Boer im Zweifel eine Lösung: die Einwohnerliste Nottulns von 1640.

Bleibt nur noch eine Frage: Was ist das Schwengelrecht? Ein altes Nachbarschaftsrecht: entlang des eigenen Grundstücks ist zu einem benachbarten Acker ein halber Meter freizulassen, damit der Bauer sein Feld komplett bewirtschaften kann. In Nordrhein-Westfalen gilt es heute noch. Und manchmal wird sogar ein Buch danach be- nannt. as

Anzeige
Anzeige