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Straße am Graben hat Geschichte

Grabenstraße ist die verkehrsreichste Straße Stadtlohns

Eine Straße mit langer Geschichte und mit heutzutage viel Verkehr: Die Grabenstraße nimmt seit 1949 den Stadtlohner Durchgangsverkehr auf.

Stadtlohn

06.06.2018
Straße am Graben hat Geschichte

Eine historische Aufnahme: die Grabenstraße im Jahr 1910 als Postkarte. © Archiv Stadt Stadtlohn

Die Grabenstraße, die verkehrsreichste Straße Stadtlohns, orientiert sich in ihrem Verlauf an der Schnittlinie, mit der 1629 die Stadt durch die Abtrennung der Butenstadt um rund ein Viertel ihrer Fläche verkleinert wurde. „Der Name erinnert an den Stadtgraben, der seinerzeit dort entlang führte“, schreibt Stadtachivar Ulrich Söbbing. Gelegentlich wurde die Straße jedoch auch nach dem Stadtwall „up den Wall“ oder „Wallstraße“ genannt.

Noch Anfang des 19. Jahrhunderts war der Stadtgraben in einem beachtlichen Umfang vorhanden. Er wurde von verschiedenen Quellen (Welle) gespeist und diente als Wasserspeicher, aus dem die Bleichgräben an der Berkel gefüllt wurden. Beim Abriss der spätgotischen Kirche im Jahre 1889 wurden Teile des Grabens mit dem Abbruchmaterial zugeschüttet. 1894 verfügte die Stadtverwaltung die endgültige Verfüllung des Grabens, da man ihn aufgrund von Verunreinigungen für eine Gesundheitsgefahr hielt.

Als Allee ausgebaut

Um 1910 wurde die Grabenstraße vom Pfeifenofen bis zur Neustraße als breite Allee ausgebaut. Die Fortsetzung bis zum Ende an der Vredener Straße war deutlich schmaler. Im Straßenraum wurden Vieh- und Krammärkte abgehalten sowie die Kirmes gefeiert. Erst 1927 wurde die Straße mit einer festen Decke versehen. Während die westliche Seite der Grabenstraße seit dem Beginn des 20. Jahrhundert planmäßig bebaut wurde, trug die gegenüberliegende noch mittelalterliche Züge, da man hier auf die ehemals dem Stadtgraben zugewandten Rückseiten der Häuser mit ihren altertümlichen Anbauten und Ställen blickte.

Im Jahre 1901 entstand an der Grabenstraße das neue Vereinshaus des katholischen Arbeitervereins, das nach dem Krieg als „Kettelerhaus“ wiederentstand. 1904/05 errichtete die Kirchengemeinde in der Höhe der Neustraße ein Gebäude für die Rektoratsschule.

Panzer gaben Verlauf vor

Beim Wiederaufbau konnten die Stadtlohner Verkehrsverhältnisse durch die schon lange geplante Verlängerung der Grabenstraße bis zur Mühlen- und bis zur Eschstraße grundlegend verändert werden. Die Panzer der englischen Truppen hatten bei ihrem Einmarsch Ende März 1945 den Verlauf bereits weitgehend vorgegeben. Im Mai 1948 konnte die Planung dem Kreistag, der Stadtlohn auf einer Exkursion besuchte, vorgestellt werden. Das Projekt machte den Bau einer weiteren Berkelbrücke notwendig, doch sollte die im Zuge der Mühlenstraße liegende alte Berkelbrücke als traditioneller Zugang zur Stadtmitte erhalten bleiben.

1949 begannen die Bauarbeiten und am 7. Juli 1950 wurden die neue Brücke, die im Volksmund den Namen „Fettpottbrücke“ erhielt und die Ortsdurchfahrt mit einer Länge von 350 Metern und einer Breite von 15 Metern in Anwesenheit des Regierungspräsidenten Dr. Bernhard Salzmann für den Verkehr freigegeben. Die Grabenstraße wurde zur Bundesstraße umgewidmet und nahm fortan den gesamten Durchgangsverkehr von seinerzeit 1300 Motorfahrzeugen pro Tag auf, der bis dahin in Nord-Süd-Richtung durch das Stadtzentrum geflossen war.