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Zuhörer erzählen selbst mit

Stadtlohn Lesen ist schon eine schöne Sache, etwas vorgelesen zu bekommen eine noch schönere. Wer aber Geschichten gut erzählen kann wie Klaus Adam, kann sich der Aufmerksamkeit seines Publikums ganz sicher sein - ob es nun zahlreich ist oder eher überschaubar wie am Freitagabend in der öffentlichen Bücherei St. Otger.

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Die Form des Lesens mit verteilten Rollen, wie es auch in der Grundschule praktiziert wird, band die Besucher der Kriminacht in die Geschichten besonders intensiv ein.

Umrisse einer Leiche auf dem Boden wiesen den Weg zum sprachlichen und - dank der Mimik und Interpretation von Adam, einem gelernten Schauspieler und Regisseur - auch zur szenischen Auslegung von insgesamt drei seiner "Lieblingsmördermärchen".

Sein Geheimnis verriet er bereits am Anfang: "Die Welt ist voller Wunder. Ich erzähle sie so, als ob sie mir passiert wären."

Dabei gebe es nur zwei Geschichten auf der Welt: Die eine drehe sich um die Liebe, die andere um die Frage "Wer bin ich?". Alles andere seien nur Variationen.

Unter dieses Motto stellte er auch die ausgewählten und interpretierten Geschichten, die er häufig zur Steigerung der Expressivität umschrieb. Autorennamen wurden damit unwichtig.

"Hotel Central" war die erste Geschichte, für die er sich ein Paar aus dem Publikum als Mit-Erzähler an die Seite holte. Sie lasen die Rolle des Hausdetektivs Toni Resek und die der wartenden Eva Kress im Hotel Central. Resek war der Bruder eines später erschossenen Kleinverbrechers, Kress die ehemalige Frau eines frisch entlassenen Häftlings, auf den sie im Hotel wartete. "Macbeth" von William Shakespeare las Adam mit den jüngsten Zuhörern, Andy und Irene, die er mit pädagogischem Zeigefinger daran erinnerte, dass sie dies bestimmt in der Schule noch lesen würden.

Bagdad Roulette

Die dritte Geschichte hatte er umbenannt in "Bagdad Roulette". In den Hauptrollen traten Sadat al Hussein, seine russische Frau Natascha und der Amerikaner Rumsfeld auf. Rumsfeld hatte ein Verhältnis mit Natascha - Anlass für Hussein, das tödliche Spiel zu konzipieren: Er und Rumsfeld trinken Wodka, Glas um Glas. Eines ist mit Zyankali präpariert. Ausdrucksstarke Stimme, lebhafte Mimik, untermalende Gestik - das begeisterte Publikum schien keine Geschichte zu hören, sondern ein Theaterstück zu sehen. emk

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