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Auszeichnung für Udo Lohoff

Ein Ehrenbürger im Einsatz für Benachteiligte

Südlohn. Der gebürtige Südlohner Udo Lohoff arbeitet seit vielen Jahren für den Aktionskreis Pater Beda. Bei seinem letzten Aufenthalt in Brasilien wurde dem Geschäftsführer eine besondere Ehre zuteil.

Ein Ehrenbürger im Einsatz für Benachteiligte

Im Stadtrat von Juazeiro do Norte wurde Udo Lohoff im Oktober die Ehrenbürgerschaft der Stadt Juazeiro do Norte verliehen. Unten: Udo Lohoff bei einem seiner zahlreichen Besuche in Brasilien bei den Schülern aus den Projekten, die der Aktionskreis unterstützt. fotos privat

Einen Großteil seines bisherigen Lebens schon setzt sich Udo Lohoff mit dem Aktionskreis Pater Beda für benachteiligte Menschen in Brasilien ein. Das sind nicht wenige – in dem rund 200 Millionen Einwohner starken Land gibt es soziale Probleme und Korruption, die man hierzulande nicht nachvollziehen kann. „1977 bin ich das erste mal mit Pater Beda nach Brasilien gereist“, erzählt der gebürtige Südlohner. Damals war er gerade einmal 16 Jahre alt.

Zuvor hatte er Pater Beda getroffen, als dieser Öffentlichkeitsarbeit in Südlohn leistete und für seine Projekte warb. Er schloss sich dessen Aktionskreis als Freiwilliger an. Der gelernte Fotograf wanderte 1986 mit seiner damaligen Frau, einer gebürtigen Brasilianerin, aus und lebte fünf Jahre in dem größten Staat Südamerikas. Er knüpfte Kontakte mit anderen Organisationen, festigte seine Sprachkenntnisse und lernte das Leben in Brasilien kennen, bevor er 1992 – wieder in Deutschland – Festangestellter beim Aktionskreis Pater Beda wurde.

Soziale Ungerechtigkeit
Seitdem reist der heutige Geschäftsführer des Aktionskreises meist einmal pro Jahr von seinem Heimatort Hörstel nach Brasilien, wo die Initiative hauptsächlich im Nordosten aktiv ist. Immer etwa drei Wochen des Aufenthalts leben die Gruppen aus Deutschland im „einfachen Volk“, wie Udo Lohoff es beschreibt – im Kontrast zu den Superreichen im Land, die einen Großteil des Vermögens besitzen. „Das ist ja ganz anders als hier in Europa. Hier kann man sich auch mit Reichen zusammensetzen, die ein soziales Gewissen haben. In Brasilien wollen die Reichen nichts mit dem Volk zutun haben. Es ist eigentlich ein wohlhabendes Land, in dem das Geld allerdings sehr ungerecht verteilt ist.“

Bei seinem letzten Besuch im vergangenen Oktober wurde dem 56-Jährigen im Ort Juazeiro do Norte die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen. Pater Beda hat in Brasilien mitgeholfen, die solidarische Entwicklungsorganisation „Rede Solivida“ aufzubauen. „Das war eine Auszeichnung aller, die das mitgetragen haben. Ich habe das stellvertretend entgegengenommen“, betont Lohoff.

Arbeit im Netzwerk
Der Aktionskreis unterstützt brasilianische Initiativen. Immer mehr arbeitet man als Netzwerk zusammen, mittlerweile hat der Aktionskreis 26 Partnerorganisationen. Das sei entscheidend dafür gewesen, auch nach dem Tod Pater Bedas 2015 weiter Arbeit leisten zu können, betont Udo Lohoff. Zu den Initiativen gehören vor allem Kinder und Jugend-Förderungen und die Unterstützung der Kleinbauern, aber auch viele andere Ansatzpunkte.

Lohoff bedauert die Entwicklung der jüngsten Zeit. „In den letzten zwei, drei Jahren gab es einen großen Rückschritt in Brasilien.“ Die aktuelle Regierung stelle die Armut nicht mehr so in den Fokus, wie es die vorherige getan habe. Das macht Udo Lohoff unter anderem an dem zunehmenden Hunger und den „katastrophalen Bedingungen der Krankenhäuser“ fest. Die Hauptarbeit findet allerdings in Deutschland statt, wo der Aktionskreis Bewusstseinsarbeit leistet und auf die sozialen Missstände aufmerksam macht. So am Katholikentag in Münster vom 9. bis 13. Mai, wo der Aktionskreis einen eigenen Stand haben wird.

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