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Fremde Welt offenbart

Oeding Ungewohnte Klänge entlockte der Harfenvirtuose Friedrich Hacheney seinem Instrument, das auch nicht gerade alltäglich ist für europäische Verhältnisse.

Die paraguayische Harfe bestehe im Unterschied zur klassischen Konzertharfe nur aus Holz und den Saiten. Deshalb müsse er öfter eine Pause zum Nachstimmen einlegen als bei den größeren Verwandten des Instruments, erklärte der Musiker. Zu hören und zu sehen war dies in der spätklassizistischen evangelischen Johanneskirche in Oeding. Pfarrer Frank Reese freute sich bei der Begrüßung über gut gefüllte Sitzreihen und schürte zusätzliche Vorfreude auf das Konzert. Hacheney, der in dieser Musiksparte mit Stücken aus der irisch-keltischen Musik bis zu vorwiegend südamerikanischen Kompositionen keine Konkurrenz fürchten muss, ist Geophysiker und Musiker in einer Person. Seit über 25 Jahren widmet er sich diesem speziellen Instrument und der Musik aus Paraguay.

Bei Meistern gelernt

In der Musik des Landes habe das Instrument, das die Jesuiten zu Missionszwecken einführten, seinen festen Platz. Die Indianer des Landes haben daran einen großen Anteil. Hacheney, der an der klassischen Gitarre ausgebildet wurde, lernte im Land selbst bei den Meistern des Instrumentes. Außerdem gehöre es zur Tradition des Landes, dass man nicht einfach die Komposition eines Kollegen nachspiele, sondern sie für sich selbst neu arrangiere.

Der Musiker begann mit einem klassischen Stück des 17. Jahrhunderts des schottischen Komponisten O'Carolan, betitelt "Blind Mary" in Anspielung auf den Musiker, der blind war. O'Carolan gilt als der Schöpfer des irisch-keltischen Harfenrepertoires. In der ersten Konzerthälfte durchwanderte Hacheney erst die europäische Harfenlandschaft, bevor er sich Südamerika widmete. Eindrucksvoll erklang die "Tarantela" des Spaniers Ruiz de Ibayas aus dem 16. Jahrhundert, gefolgt von tschechischen, irischen und italienischen Kompositionen. Das Temperament Südamerikas durchmischt mit indianischen Traditionen begeisterte beinahe noch mehr. Manche fühlten sich in die Atmosphäre des Landes versetzt.

Lockeres Spiel

Kreativ, lebendig, notenreich und manchmal modern öffnete Hacheney diese fremde Musikwelt den Augen und Ohren der begeisterten Zuhörer. Nicht nur das Hören machte besondere Freude, sondern auch das Anschauen des leichten und lockeren Spiel des Musikers mit ungewöhnlichen Zupftechniken. Elvira Meisel-Kemper

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